21.12.13

Tauriel oder: :headdesk:

Kommen wir nun also zu Tauriel. Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust. :ugly: Ernsthaft, ich tue mich unglaublich schwer mit diesem Charakter. Weil er auf der einen Seite großartige Ansätze hat und mich auf der anderen Seite dazu bringt, den Kopf gegen die Wand zu hauen. Ich versuche mal, das zu sortieren.

Einerseits:

Tauriel ist eine starke Frauenfigur in einem sonst sehr männerdominierten Buch- und Filmkosmos. Zwar eine dazuerfundene, aber hey, bei den vielen Änderungen gegenüber dem Buch fällt das quasi nicht mehr ins Gewicht. (Wobei man sich schon fragen kann, warum nicht einfach ein paar Zwerge weiblich gemacht wurden, wenn’s nur darum geht. Ist ja eigentlich nicht so, dass der Film noch mehr Charaktere bräuchte. Egal.) Sie ist eine Elbin ganz im tolkienschen Sinne, schließlich schreibt er sehr ausdrücklich, dass männliche und weibliche Elben sich in Bezug auf Kraft, Geschicklichkeit etc. nicht deutlich unterscheiden. Soweit, so gut und bei grober Betrachtung sicherlich gerade für viele Teenie-Mädels eine ähnlich gute Identifikationsfigur wie Katniss aus den Hunger Games. (Edit: Immer vor der Annahme geschrieben, dass Mädchen/Frauen sich leichter mit Frauen identifizieren und es deshalb sinnvoll ist, eine weibliche Figur einzubauen. Eine Annahme, die ich selbst immer wieder bezweifle und über die man gerne mit mir diskutieren kann.)

Noch dazu finde ich einen Teil ihrer Rolle im Film sehr großartig. Sie bemüht sich um Verständigung und baut Brücken zwischen den Völkern. Nicht nur aufgrund der unsäglichen Liebesgeschichte (dazu gleich…), sondern wie mir scheint auch aufgrund der tiefen Überzeugung, dass die freien Völker Mittelerdes nur gemeinsam eine Chance gegen das heraufziehende Böse haben. Ihr Mut, Thranduil und Legolas hier offen zu widersprechen und ihre „Wir verbarrikadieren uns und warten ab“-Haltung anzugreifen, hat mich beeindruckt. Ebenso überhaupt ihr starkes Auftreten den beiden gegenüber, das mit jeder Geste zeigt, wie wenig sie sich sagen lässt.


Und andererseits:

*tief luft hol* Ehrlich, ich weiß kaum, wo ich anfangen soll. Ein Love Triangle. Ein Effing Love Triangle. Da erfinden sie eine neue, weibliche Identifikationsfigur und was tun sie mit ihr? Sie machen sie zum Love Interest von jemandem. Und weil das ja noch nicht genug zeigt, dass Frauen nur als Bezugsperson von Männern interessant sein können, machen sie gleich noch eine Dreiecksbeziehung draus, damit’s auch spannend ist. GAAAAAAAH.

Nicht nur, dass das sowieso schon ne saudumme Idee ist, die den starken und unabhängigen Charakter von Tauriel mit Füßen tritt. Die Tatsache, dass diese Dreiecksbeziehung ausgerechnet mit Legolas und Kili aufgebaut wird, untergräbt das Potential des Charas komplett. „Wie, die ist dafür, den Zwergen zu helfen? Ah, das macht sie bestimmt nur, weil sie in den einen verliebt ist.“ Jau. So schnell hat man die oben erwähnte Völkerverständigung auf Romantik reduziert. Kann ja nicht sein, dass Frauen weiter denken, ne? Man möchte brechen.

Und das ist leider noch nicht das Ende der Klischees. Gucken wir uns doch kurz mal an, was sie tut. Erstmal kämpft sie Seite an Seite mit Legolas. Okay. Dann wird Kili verwundet und sie rettet ihn in dieser unglaublichen Klischee-Szene. (Seriously, hat irgendjemand *nicht* erwartet, dass ausgerechnet sie um die Ecke kommt und den Ork daran hindert, ihn zu töten?) Schon nicht mehr so okay. Dann sind Legolas und sie in Seestadt, entdecken den verwundeten Kili – und sie bleibt bei ihm, um zu heilen, während der Mann Orks jagen geht. ER kämpft, SIE heilt die/den Verletzten. In der Geschichte logisch, der Liebe wegen. Aber ich kann nicht übersehen, wie sehr hier das jahrhundertealte Klischee in der Rollenaufteilung durchkommt. Dermaßen NICHT okay. Ich meine – ich steh komplett auf h/c und dieser Erzählstrang wird meinem inneren Fangirl quasi auf dem Silbertablett serviert. Aber ich kann mir nicht helfen; sobald ich zwei Sekunden drüber nachdenke, krieg ich Anfälle.

 Ja. Ich könnte mich noch länger drüber auslassen, aber ich belasse es mal dabei, sonst bin ich bis Weihnachten nicht wieder friedlich und besinnlich. ;-)

The desolation of Smaug

Sooo… fast eine Woche nachdem ich ihn gesehen habe, endlich mal meine Meinung zu The Hobbit – The Desolation of Smaug. Wahrscheinlich wiederhole ich, was schon drei Millionen Menschen geschrieben haben, aber.

Ich fange wieder mit dem an, was ich toll fand.

1. Thranduil
Ein Wort: Elbisch. Outfit, Maske, Performance – alles passt zu meinem Bild vom Herrscher der Waldelben. Nachdem ich in LotR mit Haldir und Elrond ja nicht wirklich glücklich war, freue ich mich umso mehr, dass es jetzt so passt. Gut, mehr Party hätte sein dürfen. ;-) Aber sonst: Yay! (Ganz im Gegensatz zu seinem Sohn, den ich mindestens den halben Film durch optisch völlig misslungen fand. Was habt ihr da mit der Maske angestellt und WARUM?)

2. „… and the lake shall shine and burn“
DER Gänsehautmoment des Films, als dieses Gedicht rezitiert wird. Literally. Ich hab sooo Gänsehaut gehabt in dem Moment – leider war das auch der einzige im Film und der war ziemlich kurz. Wäre schön gewesen, da noch mit epischer Musik anzuknüpfen, aber das hat wohl nicht sollen sein. Trotzdem für sich genommen grandios. Erwähnte ich Gänsehaut?

3. Gandalf vs. Necromancer
Ich hab wenig Ahnung von CGI, wenn’s also schrottig ist, dann bin ich eben Schrott-Fan. Ich fand die Konfrontation sehr gut gelöst. Optisch eine gute Anknüpfung an Gandalfs Kampf mit dem Balrog in FotR. Der Necromancer/Saruron als das Schattenwesen, das sich zum Auge wandelt – für mich überzeugend und eine weit bessere Lösung, als wenn sie versucht hätten, einen „menschlichen“ bösen Zauberer darzustellen.

4. Brücken zu LotR und eine ernste Hobbit-Verfilmung
Wo ich’s schon ständig erwähne: Ich mag die Bezüge zur „alten“ Trilogie und finde nicht, dass sie an den Haaren herbeigezogen oder bemüht wirken, wie ich es anderweitig mal gelesen habe. Das ist die direkte Vorgeschichte, warum soll es da keine Bezüge geben? Und ästhetisch finde ich es auch gut, wenn man merkt, dass beides ineinander greift.
Die Kritik, dass der Hobbit ein Kinderbuch ist und die Verfilmung zu ernst und erwachsen, teile ich überhaupt nicht. Zum einen finde ich, dass der Hobbit längst nicht so sehr Kinderbuch ist, wie er dargestellt wird. Klar, vom Erzähler her und mit der Darstellung von Beorns Tieren etc. schon. Aber das „große Böse“ im Hintergrund deutet sich durchaus an und es kommt auch relativ viel Gewalt vor, bei der ich mir sage: Wenn man sich das ausmalt, was da beschrieben ist, kommt da garantiert kein Film mit FSK 6 bei raus. Dementsprechend gibt es auch mein Lob für Anpassungen, die den Film endgültig von kindlichen oder „albernen“ Szenen wegbringen. Die Darstellung von Beorn z.B., ohne Tiere und mit Hinweisen darauf, wie er zu dem Eigenbrötler wurde, der er ist. Daumen hoch!

5. Smaug
Was soll ich noch sagen? Großartig animiert und die Stimme von Benedict Cumberbatch. Ändert zwar nichts daran, dass mir der Film bzw. die ganzen Action-Sequenzen mit dem Drachen irgendwann zu lang wurden (vgl. unten), aber Smaug ist einfach großartig gelungen und seine erste Begegnung mit Bilbo ist eine *der* Szenen des Films.


Einiges hat mich aber auch gestört:

1. Länge und Schnitt
Gerade zum Ende hätte man da gut kürzen können. Noch ne Verfolgungs-Sequenz und noch eine… Da bin ich nicht genug Action-Fan, fürchte ich, gegen Ende hat der Film dadurch noch wieder verloren. Ich will gar nicht drüber nachdenken, dass es davon noch wieder ne Extended Edition geben wird…
Was mich aber fast noch mehr genervt hat, war das Gespringe zwischen den Schauplätzen. Von Bilbo zu Thorin zu Gandalf zu Kili zu Legolas zu Bilbo zu Gandalf – aaaaargh. Jaaaa, das mag alles mehr oder minder gleichzeitig ablaufen. Trotzdem ging es mir zu viel hin und her. Einiges hätte man sicher zusammenfassen und damit Sprünge teils vermeiden können.

2. Musik
Also… Entweder war ich grandios unaufmerksam, was das betrifft. Oder der Film hatte schlicht keine musikalischen Höhepunkte. Ich bin ja schon verabredet, ihn im Januar noch mal zu sehen (dann auf Deutsch), und werde noch mal drauf achten. Aber bisher hatte ich das Gefühl: Da ist nicht viel. Was mich doch ein wenig wundert, denn der 1. Teil reichte zwar nicht an LotR ran, war aber für sich genommen sehr gut.

3. Fehlende Emotionen
Eng verbunden mit 2. und wieder mit einem „Vielleicht liegt’s auch an mir, aber…“ Für mich hatte der Film relativ wenig wirklich emotionale Momente und lief hauptsächlich über Action und die Wirkung von Smaug. Das hat durchaus gereicht, um ihn fürs ein- bis zweimalige Sehen interessant zu machen, aber ich fürchte, dabei bleibt’s dann auch, wenn er mich beim zweiten Mal nicht noch überrascht. Schade.

4. Übertriebene Elben-Action
Wie übersetzt man „cringeworthy“ vernünftig? Der erste Auftritt von Legolas (und einen Moment später auch dem Rest der Elben) war echt – ürgs. Und so ging’s dann weiter. Der Film knüpft genau da an, wo TTT und vor allem RotK gnädigerweise aufgehört haben. Absolutes „Highlight“ war Legolas, wie er auf den in Fässern schwimmenden Zwergen balanciert. Oh, und nicht zu vergessen das Gesurfe auf – was war es dieses Mal? Egal. Gnaaaaarf. Das sind nicht die eleganten Elbenkrieger, die ich im Kopf habe. So gar nicht.


In keine der beiden Kategorien fällt der wohl umstrittenste Charakter des Films, Tauriel. Ich widme ihr einen eigenen Eintrag, damit das hier nicht zu lang wird.

10.04.13

Close my eyes - and leap

Ich hatte mich ja nun durch das stetige Anpieksen von diversen Seiten dazu überreden lassen, auf einem Feis (irischer Tanzwettkampf) anzutreten. Der war dann jetzt am Wochenende, in Düsseldorf. Es folgt ein ausführlicher Bericht, der jeden Nicht-Tänzer zum Einschlafen bringen wird. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Freitag und Sonntag haben wir die Glitzerwelt bei den Europeans und Worlds bestaunt - eine komplett andere Welt, bestehend aus Pailletten, quasi. Die ganzen kleinen Püppis in ihren Lockenperücken und Glitzerkleidern, der Hammer. Ich kannte ja vorher schon durchaus viele Fotos und Videos und so, aber live ist das noch mal eine ganz andere Liga. Ich glaub, ich hab erstmal jede Tänzerin einfach nur angestarrt... Und was die tanzen! Woah. Und die älteren Mädels (und die wenigen Jungs) dann erst recht. Da waren Schritte und Sprünge dabei, da fragt man sich langsam, ob das anatomisch noch möglich ist, unglaublich. Fernab von allem Weltlichen, echt.

Und Samstag dann halt die gemäßigtere Variante, und wir mitten drin. Ich bin ja in der untersten der vier Leistungsklassen (Beginner) mit allen Tänzen angetreten, die möglich sind. Und zusätzlich in der zweiten (Primary) noch mal mit fast allen, weil man's bei diesem Wettkampf durfte und dann kann ich ja schon mal üben fürs nächste Level. Dementsprechend voll war mein Programm.

Kurz noch als Hintergrundwissen: Reel, Light Jig, Slip Jig und Single Jig sind Softshoe-Tänze, also in diesen typischen Schläppchen getanzt und mit viel Gespringe.


 Hornpipe, Treble Jig und die Traditional Sets sind Hardshoe-Tänze, da geht's dann eher um den Rhythmus.

Jeweils der Tänzer auf dem ersten Platz steigt auf ins nächste Level (bei großen Gruppen auch mal die ersten zwei oder gar drei). Und eine Premiership ist noch ein Extra-Wettbewerb, bei dem man zwei Tänze (im Beginner-Level Reel und Light Jig) noch mal tanzt. Da werden die dann zusammen gewertet, was zwar nichts für den Level-Aufstieg bringt, aber man kann Pokale gewinnen. *g*


So, alle ausreichend verwirrt oder wahlweise gelangweilt? Dann geht's los, ich erzähl einfach mal chronologisch.

Beginner

Reel - Ich hab mich noch nicht so 100%-ig warm gefühlt, aber insgesamt lief's gut. Rausgekommen ist ein 3. Platz.

Light Jig - Lief so vor sich hin, rausgekommen ist aber nix.

Slip Jig - Ich mag den Leadaround (Anfangs-Schritt) nicht, den Rest aber schon. Dem Wertungsrichter geht es zumindest beim Rest offenbar auch so - 1. Platz. - Ich muss nie wieder diesen Leadaround tanzen! :D

Single Jig - siehe Light Jig. Inzwischen hab ich die kommentierten Results, da steht drin, dass meine Füße nicht genug auswärts gedreht waren. Mein übliches Problem...

Treble Jig - Aua Füße. Ich muss beim nächsten Mal echt mehr aufwärmen, vor allem mal vorher in Hardshoes rumhüpfen, so ist das echt keine Freude. Hat trotzdem für nen 2. Platz gereicht.

Hornpipe - An dem Punkt war mein Kreislauf kurz vorm Urlaub und die Shuffle-downs, die da toll viele Töne machen sollten, hingen eher in der Luft, als dass ich sie auf den Boden gebracht hätte; außerdem bin ich nicht vom Fleck gekommen. Ich ... hab nen 3. gemacht und danke der lauten Musik und dem schallschluckenden Boden, dass die Unsauberkeiten da offenbar nicht so zu hören waren.

Set (St. Patricks Day) - Vom Gefühl mein bester Hardshoe-Tanz, gebracht hat mir das aber nix. Joah. Immerhin bin ich mal durchgekommen, ohne mir meine Schuhe vor die Schienbeine zu zimmern, darüber bin ich schon glücklich genug. (War beim Training ja auch häufig genug, langsam muss das ja mal klappen...)

Premiership - Der Reel lief gut, aber beim Light Jig hab ich mich sowas von vertanzt. Völliger Blackout nach dem ersten der zwei Schritte. Also hab ich für den zweiten Schritt bei der Hälfte auf rechts einfach nur vor und zurück getrippelt und mal kurz die Schritte meiner Nebenfrau kopiert und gehofft, dass ich für die Hälfte auf links mit nem freien linken Fuß rauskomme. Und dass mir dann weiterhin was einfällt. Tat's nicht, aber der linke Fuß hat auf Autopilot geschaltet und wieder den richtigen Schritt getanzt. Ich ... hab nen 3. Platz damit gemacht. Versteh bis heute nicht, warum, aber hey - Pokal! :D


Primary

Reel - Ich maaaaag den Primary Reel, der hat so viele Sprünge drin. *flieg* Bei der Preisverleihung war ich dann so damit beschäftigt, mich für meinen Mittänzer über seinen 1. Platz zu freuen, dass ich erst gar nicht geschnallt habe, dass meine Nummer auch aufgerufen wurde. Für den 2. Platz. Aaaaaalter. Ich glaub das immer noch nicht. Zumal die Gruppe hier so groß war, dass ich damit aufgestiegen bin ins nächste Level. Intermediate, Himmel. Bis ich da passende Schritte gelernt habe, um wieder anzutreten, bin ich doch alt und grau... Was mich natürlich nicht dran hindert, mich zu freuen wie ein Schnitzel. :D

Light Jig - siehe Beginner. Lief ganz okay, aber hat keine Platzierung gebracht.

Slip Jig - nicht angetreten

Single Jig - Lief ähnlich nett wie im Beginner und hat mir dieses Mal nen 4. gebracht.

Treble Jig - nicht angetreten

Hornpipe - Nach dem ich schon während der ganzen Durchgänge im Treble Jig hinten auf der Bühne rumgestanden habe, hab ich das auch noch die fast komplette Hornpipe durch getan. Weil man sich im Primary eine von zwei Geschwindigkeiten aussuchen darf und ich mit einer anderen Lady zusammen die langsame Musik wollte. Hölle ist das anstrengend, die ganze Zeit in dieser blöden Position zu stehen, ohne rumzuhüppeln. Und die Schuhe wollten meine Füße eh nicht mehr haben. Dementsprechend steifbeinig hab ich getanzt und verdient nix gerissen.

Set - Ich war die einzige in dieser Altersklasse, die einzige auf dieser mistigen großen Bühne und eine von zweien in der gesamten verdammten Halle (fünf Altersklassen gleichzeitig), die von den zwei möglichen Set-Tänzen nicht den "Blackbird" getanzt hat, sondern "Jockey to the fair". Sonst tanzt man ja immer zu zweit gleichzeitig und kann sich einbilden, dass alle auf den Nebenmenschen schauen. Jetzt nicht. Alle Augen auf mir, aaaaaaah. Vor Aufregung bin ich halb gestorben und außerdem hatte ich den ganzen Blackbird über wieder nur gestanden. Also hab ich mein Set dann irgendwie runtergetanzt und bin froh gewesen, als ich durch war und von der Bühne konnte. Und aus den Schuhen. Und hab dann ziemlich dumm geguckt, als ich damit den 4. gemacht habe.


Ja. So war das. Meine erfahreneren Mittänzer haben auch ordentlich abgeräumt und erste und zweite Plätze in der Intermediate-Kategorie gesammelt, sprich: Jetzt haben sie dann die höchstmögliche erreicht. Open. Woaaaah. Da haben wir abends noch gut gefeiert, quasi in dem Zustand "betrunken ohne Alkohol". Und uns noch die Show-Kategorie von den Worlds angesehen, quasi Mini-Tanzshows, die mit Bühnenbild und Kostümen eine Geschichte (nach-) erzählen. Schneewittchen war dabei, Mary Poppins, und als erste zwei Plätze Grease und Tristan & Isolde. Genial, genau der richtige Abschluss für den Abend. Ich möcht ja nicht wissen, wie viel Arbeit da jeweils dringesteckt hat. Und trotzdem hätte ich total Lust, sowas auch mal aufzuziehen. Nur dass wir dafür wohl leider nicht genug motivierte Tänzer haben. Schade...

24.03.13

One day review more

Soooo, nach langer Pause also mal wieder eine Filmbesprechung, wie üblich zu lang und zu negativ. Den dringend nötigen Kurs „Wie rezensiere ich positiv“ habe ich nämlich immer noch nicht besucht, also merke ich einfach mal vorneweg an, dass ich den Film unglaublich großartig fand, auch wenn sich’s bestimmt wieder anders liest. :-p Und kurz als Hintergrund: Ich kannte vorher weder das Musical noch die Romanvorlage, kann daher nicht vergleichen und auch höchstens erahnen, ob einzelne Kritikpunkte immer wirklich am Film liegen.

Los geht’s: Ich fang mal damit an, was mir gefallen hat:
1.    Die Musik und der Gesang
Wie gesagt, ich kannte die Stücke vorher nicht, mit Ausnahme von „On my own“, das ich irgendwann mal in einer „Best of Musical“-Show gehört habe und toll fand. Jetzt weiß ich: Mindestens drei Stücke sind noch viel toller. Die mitreißenden Ensemble-Dinge wie „One more day“ oder „Do you hear the people sing“ haben mich sofort überzeugt, aber auch als direktes Vergleichsstück „I dreamed a dream“. Gänsehaut pur. Ich habe seit gestern einen Ohrwurm nach dem anderen und wühle mich gerade durch sämtliche Youtube-Varianten, von gefeierten Bühnenversionen bis zu Flashmobs.
Zum Gesang hatte ich im Vorfeld einige eher kritische Meinungen gehört und gelesen und war darauf vorbereitet, dass er eher mittelmäßig sein würde. Keine Spur! Klar sind das keine ausgebildeten Musicalsänger. Aber das erwarte ich auch nicht und finde es im Zweifel sogar schöner so.

2.    Ausstattung und Kostüme
Opulent, sehr passend für die Zeit (soweit ich das mit meinem Halbwissen beurteilen kann) und einfach was zum Schmachten, auch wenn ich die Kleidermode gegen Ende nicht mehr so schön finde. Die 1840er sind einfach nicht meine Zeit. :-/

3.    Anne Hathaway
Need I say more? Großartig. Ganz, ganz großartig. Sie spielt wunderbar intensiv, singt imho das beste Solo im Film und führt mal wieder eindrucksvoll vor, dass Empire-Kleider ihr einfach großartig stehen. Wobei, gibt es eigentlich irgendwas, das ihr nicht steht? Egal. Verdienter Oscar. *find* Schade, dass ihre Figur so früh stirbt.

4.    Der restliche Cast
Wie gesagt, ich habe wenig Vergleichsmöglichkeiten und kein besonders musikalisch gebildetes Gehör. Ich fand’s gut. Gerade bei Musical-Verfilmungen nehme ich im Zweifel lieber jemanden, der nicht perfekt singt, dafür aber viel Ausdruck hat. Grundidee eines Musicals ist doch gerade, dass da ganz normale Leute ihr Leben singend kommentieren. Warum sollten die alle perfekt singen können? Was jetzt nicht heißt, dass ich von jetzt an alles schief und schräg hören will. Aber mal kleinere Unsauberkeiten stören mich da echt nicht und vom Schauspiel/Typ fand ich die Rollen eigentlich alle gut besetzt, ganz besonders Fantine (siehe oben), Javert und Marius.

Und was mir nicht so gefallen hat – alles Dinge, die mir nicht direkt beim Gucken aufgefallen sind, da war ich viel zu sehr mit Schmachten beschäftigt. Aber so im Nachhinein:

1.    Die (Frauen-) Charaktere
Die Männer sind nicht viel besser (dazu Punkt 3), aber insbesondere bei den Frauen fällt mir bei näherem Hinsehen auf, dass sie echt holzschnittartig sind. Klischeefiguren ohne Hintergrund und ohne eigene Motivation, quasi ausschließlich über Männer definiert. Was eigentlich schon einen eigenen Post wert wäre. Aber mal ernsthaft:
a) Fantine: Die verführte Unschuld, die sitzen gelassen wird, in der Gesellschaft keine Unterstützung findet und daran krepiert. Überzeugend gespielt, aber letztlich nicht besonders originell und rein über diese vergangene Beziehung zu einem Mann definiert – auch in ihrem Selbstbild. Immerhin versucht sie zeitweise, dem zu entkommen, aber gerade bei „I dreamed a dream“ kommt das wieder sehr durch, so sehr ich das Lied liebe.
b) Eponine: In meinen Augen der überflüssigste Charakter des Films, was dann mein vorher geliebtes „On my own“ ziemlich abgewertet hat. „Ich liebe einen Mann, aber er liebt mich nicht, also geh ich mal sterben“. Wieder nicht besonders originell und – tadaa – über einen Mann definiert. Ich will sie schütteln und ihr einen anderen Lebensinhalt geben. Und davon abgesehen hätte ihre Aufgaben im Film auch ein anderer Chara übernehmen können, soweit ich mich erinnere. Wozu war die Figur noch mal da?
c) Cosette: Gut, ich mag schon den hohen Sopran nicht, das ist aber Geschmackssache. Sonst: Aschenputtel reloaded. Armes Mädchen, von der Stief-/Adoptivmutter ausgebeutet und vom weißen Ritter gerettet. Gut, der Prinz zum Heiraten kommt in dieser Version erst später. Aber sonst – jau. Handelt sie eigentlich irgendwann mal selbst, oder ist sie nur da, damit Marius was zum Schmachten und Valjean was zum eifersüchtigen Behüten hat?
Gesamt daher: Hngs. Ich hätte echt gern eine Identifikationsfigur gehabt, aber da muss ich wohl mal wieder bei den Männern suchen. Die allerdings auch nicht viel vielschichtiger sind. :-/

2.    Religion
Ist jetzt mein persönliches Ding, aber ich kann mit so sehr religiösen Filmen/Charakteren nicht wirklich gut. Da ist ja quasi jedes zweite Lied ein vertontes Gebet, und das Paradies am Ende fand ich dann doch etwas übertrieben

3.    Javert
Der personifizierte Rechtsstaat, bei dem nur kurz in einem Nebensatz aufschimmert, dass er auch ein Mensch ist. „I am from the gutter too“ – den entsprechenden Hintergrund und seine Beweggründe hätte ich echt gerne kennen gelernt, aber leider blieb das im Dunkeln. Weshalb sein Selbstmord am Ende irgendwie unmotiviert bleibt, obwohl die Begründungs-Szene ja lang und breit genug war. Vielleicht gibt die Vorlage auch nicht mehr her, aber ich habe das Gefühl, dass hier viel verschenkt wurde. (Ganz davon abgesehen, dass ich den Selbstmord eh dumm fand, aber das kann man der Verfilmung nicht ankreiden – zumindest vermute ich mal, dass der schon in der Vorlage da war. Trotzdem.)

4.    Die Thenardiers
Nichts gegen Comic Relief, aber irgendwie war’s mir zu viel, gerade angesichts des ernsten und tragischen Hauptplots. Helena Bonham Carter hat’s mit ihrer Großartigkeit zum Teil gerettet, aber insgesamt hätte man das etwas weniger übertrieben aufziehen können.

5.    Der fehlende Hintergrund
WARUM zum Geier revoltieren da eigentlich gerade Studenten? Wofür? Wogegen? Und warum macht das Volk nicht mit? Was hat diese Revolte am Ende gebracht? Wie kann es überhaupt sein, dass eine Gesellschaft so weiter existiert, mit einer doch offenbar großen, wachsenden und aufbegehrenden Unterschicht? Und noch so diverse andere Fragen und einfach viele Dinge, die vage bleiben. Hätte man mit einer einzigen Texttafel im Abspann zumindest ansatzweise lösen können. Hat man aber nicht. Schade. Klar kann ich auch zu Wikipedia gehen und nachlesen, hab ich ja auch gemacht. Trotzdem schade.

Und weil ich weiß, dass das jetzt doch alles wieder negativ klingt: Der Film ist wirklich schön. Ich weiß auch, dass vieles, was ich da gerne hätte, in zwei bis drei Stunden gar nicht zu leisten ist. Oder überhaupt im Rahmen eines Musicals. Und ich ahne, dass viel wahrscheinlich auch schon an der Vorlage liegt. Wobei ich die unbedingt mal lesen möchte und auch sehr hoffe, dass da z.B. mehr Hintergrund und Gesellschaftskritik drinsteckt und die Charaktere mehr Fleisch bekommen. Um dann mit dem Wissen im Kopf die DVD umso mehr zu genießen, die ich mir sicherlich holen werde. :-)

Stress, Neuigkeiten, Dinge


„Ich werd mal versuchen, wieder öfter zu bloggen als alle paar Monate“, waren meine Worte Anfang des Jahres. Jaaaaa. *hust* Life is what happens while you’re busy making other plans und so. Erstmal hat sich mein Tanztraining wegen Dingen™ von knapp vier auf so … je nach Woche sieben bis zwölf Stunden erhöht. *ächz* Wie fasste K. das vor kurzem so schön zusammen: „Man ist permanent müde, schafft nix mehr im Haushalt, soziale Kontakte verwahrlosen, Einkaufszeit ist begrenzt und... man ist permanent müde.“ Mit anderen Worten: Eigentlich war meine Freizeit Anfang Februar schon auf null geschrumpft.

Und dann kam zwei Wochen später SIE: Etwa fünfzig, gutaussehend, auf der Suche nach einem Menschen für eine gemeinsame Zukunft, und wie für mich gemacht: Meine neue Wohnung. *g* Also war ich neben Trainings- auch noch im Umzugsstress. Timing war ja schon immer meine Stärke, ne? Wenn, dann kommt immer alles auf einmal. Trotzdem hab ich mich natürlich gefreut wie blöde, als ich tatsächlich den Zuschlag bekommen habe. Und freu mich erst recht jetzt, dass ich seit einer Woche umgezogen bin und mich von Anfang an richtig zu Hause gefühlt habe. Und hach, es ist einfach großartig. Ich meine: Mehrere Zimmer! Mit Türen dazwischen! Und eigene Möbel! … Versteht mich jemand? Seit dem Abi hab ich nur möbliert gewohnt, und *endlich* kann ich mich richtig einrichten. :-D Ich glaub, so ganz hab ich das selbst immer noch nicht begriffen, ich freu mich ständig wieder drüber. *bounce*

Dementsprechend ist auch zumindest ein Teil vom Stress jetzt schon mal wieder weg und ich hatte – gasp! – ein beinahe freies Wochenende. Das erste seit … keine Ahnung. Auf jeden Fall war es echt fällig. Gebührend dekadent begangen habe ich es gestern mit drei wunderbaren Freundinnen in der Astor Filmlounge, die nach laaaaaanger Wartezeit doch noch Les Miserables gespielt hat. Nachdem ich vorher viele kritische Meinungen gehört habe, hatte ich doch ein bisschen Angst, ob der Film mir gefallen würde – völlig unbegründet, ich hatte einen wunderbaren Kino-Nachmittag. Im Nachhinein sind mir durchaus einige Schwächen aufgefallen, aber während des Films war ich komplett abgetaucht ins Geschehen, und das allein spricht ja schon mal sehr für ihn. Mal sehen, vielleicht krieg ich nachher noch eine komplettere Rezension hin. Ansonsten: Geht ins Kino, schaut ihn!

15.02.13

*giggle*

Wahrscheinlich ist es einfach nur spät, aber ich bin gerade höchst amüsiert und muss es teilen.


Weitermachen. *g*

05.01.13

Rückblicks-MeMe

Ein "richtiger" Jahresrückblick kommt eventuell auch noch, aber erstmal einer in Stichworten, gefunden bei Schokobobbes.



Zugenommen oder abgenommen?
Äh. Minimal ab, würd ich sagen, wenn ich den Sitz meiner Hosen anschaue.

Haare länger oder kürzer?
Ziemlich gleich.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Weder noch.

Mehr Kohle oder weniger?
Mehr. Auto verkauft. ;-)

Mehr ausgegeben oder weniger?
Geschätzt etwas mehr, weil der Zwang zum Sparen nicht mehr ganz so groß war und diverse Workshops etc. einfach zu verlockend waren.

Mehr bewegt oder weniger?
Mehr. Eine Trainingseinheit Irish Dance mehr pro Woche seit Oktober, booyeah! Wobei. Im Ausgleich weniger Fahrrad gefahren. Hngs.

Der hirnrissigste Plan?
Öh. Da fällt mir grad echt nix ein.

Die teuerste Anschaffung?
Mein Geld geht für Workshops drauf, weniger für Dinge. Da waren die größten Investitionen eindeutig die knappe Woche auf Burg Fürsteneck und die in der Schweiz. Beide waren jeden Cent wert.

Das leckerste Essen?
Zu viele, um ein einzelnes rauszusuchen. 

Das beeindruckenste Buch?
Mmmmh. „Ewig Dein“ von Daniel Glattauer war schon echt gut, aber die Auflösung am Ende hat mir nicht gefallen. Irgendwie war mein Büchergeschmack dieses Jahr eindeutig eher der seichten Unterhaltung zugeneigt.

Der ergreifendste Film?
Huh. Ergreifend würd ich keinen nennen, den ich dieses Jahr im Kino gesehen habe. Der Hobbit hatte ein wunderschönes Gefühl von Nachhause-Kommen, das hat mich sehr bewegt. Aber das liegt wohl weniger im Film (also der Geschichte) begründet als im Kontext.

Die beste CD?
Das wechselt ungefähr täglich, aber Omnia und die High Kings waren viel vertreten.

Das schönste Konzert?
Abschiedstournee der Dubliners, das Konzert im Tempodrom. Rührend, mitreißend, selbstironisch – großartig. Schade, dass „Abschiedskonzert“ das Wort „Abschied“ beinhaltet.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Rein stundenmäßig wohl der Kollegin auf Arbeit, fürchte ich. Bewusst und "freiwillig" mit bester Tanzfreundin.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Meinen Tanzmädels und gewissen Forumsleuten, unter anderem auf Burg Fürsteneck, Burg Veldenz und in der Schweiz sowie der Fränkischen Pampa. Da irgendwas rauszupicken ist quasi unmöglich.

Vorherrschendes Gefühl 2012?
Das Leben ist schön.

2012 zum ersten Mal getan?
Diverse kleinere Dinge. Beruflich: Auf ner Messe rumstehen. Privat: Schrecklich erwachsene Vorsorge-Dinge ebenso wie 2-Hand-Tanzen. Aber nach großen Neuerungen stand mir der Sinn 2012 nicht – das kommt dann vielleicht dieses Jahr wieder. Nach dem turbulenten 2011 war erstmal eine Ruhepause nötig.

2012 nach langer Zeit wieder getan?
Berge sehen. :D Meer sehen. :D

2012 das letzte Mal getan?
Nichts, jedenfalls nichts bewusst – siehe oben, kein Jahr für große Veränderungen.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Einigen beruflichen Stress sicherlich, aber so insgesamt – das war ein nettes Jahr.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Öh.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Sicher weiß man es ja leider nie, aber eine gewisse DVD mit lustiger Kleinigkeit dazu ist glaube ich sehr gut angekommen.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Viele schöne Ideen, Einladungen und gemeinsame Momente.

2012 war in einem Wort…?
Ankommen.

01.01.13

It was once your dream to be where you are right now.


 Ein bisschen Motivation zum Jahresbeginn, allgemeine und tanzspezifische. Bedient euch. ;-)


New Year's Resolution 2013:






Und natürlich:

Ein großartiges Jahr 2013 wünsch ich euch - und werd mal versuchen, wieder öfter zu bloggen als alle paar Monate. *hust*

P.S. Ich weiß, das mein Blog gerade quasi kein Layout hat. Ich kümmer mich demnächst(tm) drum.