28.08.11

Tag 8: Aaaargh, ein Castle!

Nach dem Frühstück halten wir Kriegsrat und beschließen, dass wir am nächsten Tag keine Bootstour machen werden, weil der Preis doch zu heftig ist, wenn die meisten eher in „Joah, kann man machen“-Laune sind. Heute geht es noch einmal zum Einkaufen, allerdings nicht nach Fort William, sondern nach Oban. Ähnliche Entfernung, aber mal was Neues. *g* Das Wetter ist nach dem nächtlichen Regen noch wolkenverhangen, aber immerhin trocken.

Wir fahren mal wieder durch Idylle und vor allem viel am Wasser entlang. Und an einem Cottage namens „Lothlorien“. Das wär ja mal was für uns gewesen… Auf dem Weg nach Oban halten wir dann noch am Castle Stalker, das man leider nicht besichtigen kann. Von einem View Point angucken schon, was für hübsche Fotos sorgt.

Castle im Wasser

Ein Touri-Schild bestätigt dann Alcas Behauptung, dass es sich bei der Burg um das „Castle Aaaaargh“ aus Monty Pythons „Ritter der Kokosnuss“ handelt. Kähä.

In Oban kurven wir ein Weilchen herum, bis sich Parkplätze finden, die Stadt ist ziemlich überlaufen. Dann teilen wir uns in zwei Grüppchen, weil einige eher zur Stadt wollen und andere zum Hafen. Und stellen schnell fest, dass wir auf diese Weise den üblichen Kreis einmal durch die Innenstadt nur in entgegengesetzter Richtung laufen. Well.

Oban, fotografiert von Alca

Tim, Nimiel und ich bummeln durch ein paar Geschäfte, schauen uns eine etwas eigenwillige, aber durchaus hübsche Kirche an und landen dann in einem Schokoladen-Laden. In dem wir prompt den Rest der Gruppe wiedertreffen. Wie … unglaublich überraschend und untypisch.

Die Kirche, fotografiert von Nimiel

Gegen Ende der Runde schaue ich noch kurz in die Touri-Info, werfe einen Blick auf die dort hängende Karte und bemerke, dass wir es in den anderthalb Stunden Oban-Gebummel wohl auch zum Kilchurn Castle geschafft hätten. Hngs. Hätt ich das mal früher. *fuchtel* Aber gut, Oban war auch nett, wenn auch alles andere als spektakulär. Jetzt ist’s halt zu spät, wir gehen noch einkaufen und machen uns dann auf den Rückweg. Der Abend bringt Tortellini-Erbsen-Auflauf unterm Käse sowie unspektakuläres Abhängen. (So langsam erreiche ich Eragon-Qualitäten. Jeder Eintrag endet mit Essen und Schlafen. :ugly:)

Tag 7: Erwähnte ich die Landschaft?

Mittwoch. Mitt-Tag des Urlaubs. Ist wirklich schon die halbe Woche um? Ich bin nicht einverstanden. Sir und Alca fahren nach dem Frühstück noch kurz los, um nach weiteren Fähr- und Schifftstouren-Infos zu schauen, der Rest macht sich einen gemütlichen Vormittag.

Heute lassen wir die Autos ansonsten stehen und wandern vom Cottage aus, erst die paar hundert Meter zum Glenborrodale Castle, dann hoch in die Hügel. Genau gesagt zum...

Spook Hill. :ugly:

Die Strecke führt erstmal durch den Wald, wo wir von Bremsen attackiert werden. Yay. „Die sind bestimmt gleich weg, wenn wir aus dem Wald raus sind.“ – „Ja, dafür kommen dann die Midges.“ Kommen sie zum Glück nicht. Nachdem wir den Wald hinter uns gelassen haben, wird die Wanderung angenehmer. Kaum noch Bremsen, und die drückende Schwüle aus dem Wald-Abschnitt wird vom Wind vertrieben. Dafür geht es ziemlich gut bergauf, was uns einigermaßen aus der Puste bringt. Selten so stille User erlebt. ;-)

Zur Entschädigung gibt es aber traumschöne Ausblicke über Hügel und Moor hinunter zu der Bucht, an der unser Cottage liegt. Hachedihach. Kann man eigentlich vor Schmachten sterben? Wenn ja, bin ich gerade gefährlich nahe dran.

Traumhafte Landschaft mit und ohne User (unteres Foto von Alca)

Auf dem Gipfel angekommen, machen wir eine kurze Pause und ich kanalisiere meine Begeisterung mal kurz in ein paar Pseudo-Steppschritte. Wasn? Ein Stück weiter geben die Hügel den Blick frei auf ein kleines Loch, das völlig verlassen und idyllisch daliegt. Samt passender Ruine. Soooo großartig. Ich nötige Alca zu ein paar Jump-Photos, die mir aber kläglich mislingen. Egal. Hüpfendes Schildmehdchen vor schottischer Landschaft, das passt schon.

Loch Laga und ein hüpfendes Schildmehdchen

Am Loch machen wir noch eine kurze Pause, dann geht es langsam wieder bergab und dann an der Straße lang zurück zum Cottage.

Rohirrisch anmutende Landschaft mit grün-goldenem Gras *schmacht*
Wieder zurück, fallen wir ziemlich totgespielt in die Couchgarnitur. Hatte ich mal gedacht, ich hätte seit Januar Kondition aufgebaut? Ahahaha. No. Nach einer gemütlichen Abhäng- und Spinnpause raffe ich mich trotzdem noch mal auf und gehe mit Kari und Alca an die Küste, wo wir heute tatsächlich genau den Scheitelpunkt der Flut erwischen und fasziniert beobachten. Als wir dann gerade mit dem Abendessen (Pizza, wie immer unglaublich lecker) fertig sind und das gemütliche Abend-Abhängen beginnt, fällt das Zitat des Tages. „Da steht ein Reh im Garten.“ Und alle so: „Ja klar.“ Und gucken doch. „Oh, da steht wirklich ein Reh!“ Oder vermutlich eher eine Hirschkuh. Mitten im Garten. Und schaut zum Fenster rein. Genial. Leider verschwindet sie zu schnell, um ein Foto zu machen. Später am Abend setzt Regen ein, wir sind fertig und gehen früh ins Bett.

27.08.11

Tag 6: The Mighty Atlantic

Langsam wird der Urlaub zum Urlaub: Ich wache tatsächlich erst kurz nach acht auf. Himmlisch! Imke, die gestern früh schlafen gegangen ist, weil’s ihr nicht so gut ging, guckt mich erstaunt an: „Wie lange habt ihr denn gestern noch gemacht?“ Ääääh. So bis elf, vielleicht halb zwölf? Wir werden alt… Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Most Westerly Point, dem westlichsten Punkt des schottischen Festlands, der praktischerweise auf unserer Halbinsel liegt.

Die Landschaft auf der Fahrt ist wie immer ein Traum, auch wenn langsam ein leichter Gewöhnungseffekt eintritt. Um den auszugleichen, gibt es heute Flauscheschafe und Kühe direkt an der Straße. Teilweise auch drauf, was weniger toll ist, aber hey. Wir haben’s nicht eilig. Schon gar nicht, wenn man immer damit rechnen muss, dass einem auf der Mini-Straße ein OMGWTF-LKW entgegenkommt. Eeep.

Nach etwa einer halben Stunde (?) sind wir am westlichsten Punkt und sehen den Atlantik vor uns – geschmückt mit einigen schottischen Inseln. Das Wasser ist erstaunlich ruhig und glatt. Andererseits: Woher sollte es aufgewühlt sein? Wir haben schönstes Sommerwetter. Wir klettern ein bisschen auf den Felsen rund um den Leuchtturm und den Souvenir-Shop herum und squeen das Meer an.


Atlantik und begeisterte User (Tim und ich), unteres Foto von Nimiel

Nachdem wir es dann geschafft haben uns und vor allem unseren Quoten-Bergbewohner Alca vom Wasser loszureißen, beginnen wir unsere Wanderung heute mal mit einem Spaziergang am Strand. Wenn man nicht wüsste, dass man gerade eine Fleecejacke trägt, könnte der Anblick fast karibisch sein.


Schottische Karibik, fotografiert von Nimiel

Als ich allerdings mit nackten Füßen durchs Wasser laufe, lande ich schnell wieder in der Realität. Hübsch frisch! Die Einheimischen hält das aber offenbar nicht vom Schwimmen ab – wobei sich einige auch in Neoprenanzüge geworfen haben. Besser is das. Wir biegen ab Richtung Festland (andere Richtung wär auch doof, ne?) und finden uns nach wenigen Schritten wieder zwischen Farn, Felsen, Heidekraut, Gräsern und Schafen. Die Landschaft hier erinnert irgendwie an Rohan, stellen wir einstimmig fest. Und ist wunderschön dabei. Was ich vermutlich schon erwähnte. Unterwegs hängt Wolle an einer verkrüppelt wachsenden Birke. "Guck mal, da hängt Wolle im Baum!" - Antwort, mehrstimmig: "Dann ist's Baumwolle!" Manchmal - ja.


Landschaft made of awesome. Mit Wachschaf, das bestimmt bei Sir Richfield gelernt hat.


Die übrigen acht Gefährten sechs User

Hach

Unsere heutige Route setzt sich aus zwei Wegen zusammen, der Weg dazwischen verläuft leider auf einer Straße, die uns prompt das zweite „OMGWTF-LKW-Erlebnis“ des Tages beschert. So schnell und weit ist vermutlich selten eine Gruppe Touris in die Böschung gesprungen – das niemand auf einem Baum saß, ist echt alles. Aber lieber so als im Weg stehen…

Nachdem wir auf der Straße erstmal zu weit laufen, weil Alca die Wegbeschreibung nicht gelesen hat die Karte ungenau ist, genau, nachdem wir das also getan haben, drehen wir um, laufen zur Abzweigung zurück und finden uns wieder auf einem Trampelpfad durch wunderhübsche Landschaft. Hachedihach und so. Ganz am Ende kommen wir aus den Hügeln wieder nach unten und müssen dann noch einige Bäche und ein Stück Sumpflandschaft überwinden, was uns mehr oder minder gut gelingt. Am Ende sind wir aber alle heil wieder auf der Straße – auf der gerade ein Grüppchen Schafe läuft. Die treiben wir erstmal munter vor uns her, bis auf einer Seite kein Zaun mehr ist und sie flüchten können. Eigentlich schade.

Rush hour in Scotland

Am Parkplatz genießen wir noch den Blick auf zwei echt schicke Oldtimer (von denen gab’s in der Gegend eh viele. Und schicke!) und fahren dann Richtung Heimat. Auf dem Weg halten wir noch kurz am Fährhafen an und stellen fest, dass die Fähre zur Insel Mull einen ziemlich happigen Preis hat. Na, mal sehen.

Ein letzter Blick auf die Küste, inklusive pitoresker Ruine, die wahrscheinlich nur für die Touris da hingesetzt wurde. :ugly:

Schicke alte Autos

Als wir wieder am Cottage sind, gibt es Kartoffel-Brokkoli-Dinge unterm Käse. (Warum kennt Word „Kartoffel-Brokkoli-Dinge“, aber nicht „Neoprenanzüge“ oder „Fleecejacke“? Strange.) Außerdem gibt es Nachtisch, nämlich Schoko- und Zitronenmousse, von denen letzteres wegen seines Nachgeschmacks auf „Seifenmousse“ umgetauft wird. Die Schoko-Variante ist aber echt lecker. Es folgen der übliche kurze Kletterausflug zur Küste, ein gemütlicher Abend und eine Marder-Sichtung gegen Mitternacht – wie üblich genau dann, als wir gerade schon auf dem Weg ins Bett sind.

17.08.11

Tag 5: Immer schön die Treppen rauf runter

Der nächste Morgen knüpft an die „Oh guck mal, Tiere!“-Serie des Vortags an: Auf dem Tisch im Garten hockt ein Rotkehlchen. „Oh guck mal, das sieht aber ganz schön kugelig aus. Wird wohl kalt sein.“ Das Wetter-Kehlchen ist erfunden und ersetzt uns für den Rest der Woche gegen gestreute Brotkrümel das Thermometer. Thiii! Die kühle Temperatur hält an diesem Tag nicht lange an, die Sonne strahlt und sorgt für sommerliche Wärme bis Hitze.

Wir brauchen neue Lebensmittel, also geht es heute nach Fort William. Dieses Mal über eine direktere Route mit kurzer Fähre. (Wobei „kurz“ wirklich kurz ist: Die Überfahrt dauert vielleicht zwei bis drei Minuten.) Viel schneller sind wir trotzdem nicht, aber gefühlt ist es kürzer.

User auf der Fähre (Foto von Meta)

Nachdem wir kurz durch den Ort gebummelt sind und die Touri-Info sowie einen Outdoor-Laden abgegrast haben, fahren wir zum Glen Nevis Visitor Center und überlegen dort vor den diversen Karten und Broschüren, wo und wie wir wandern wollen. Das tun wir so lange und ausgiebig, dass wir auf die Angestellte offenbar hilfsbedürftig wirken. Sie empfiehlt uns, den Weg, den wir ins Auge gefasst haben, lieber in umgekehrter Richtung zu wandern wie eingezeichnet. Er sei an einer Stelle recht steil und das wäre für den Aufstieg blöd. Wir bedanken uns und wandern los.


Berge mit und ohne User (Foto oben von Nimiel)



Die Landschaft ist idyllisch, es geht auf einem Weg à la "alte Römerstraße" am Fuß des Ben Nevis entlang und nur mäßig bergauf. Wenn wir alles einsammeln würden, was so in der Landschaft liegt, hätten wir nach zwei Meilen eine halbe Wandergarderobe zusammen. Meine Güte. Ich mein, ich bin ja selbst verpeilt. Aber auf derart kurzem Weg eine Sonnenbrille, zwei Handschuhe und ein Shirt zu finden (und war da nicht noch was? Sandalen oder so?) – das ist schon krass. Nebenbei stehen immer mal wieder Schilder in der Landschaft, die daran erinnern, alles bei sich zu haben, das man brauchen könnte. Und zur Vorsicht mahnen. Wir grinsen ein wenig darüber, aber hey – die Leute von der Bergrettung werden schon wissen, wie viele schlecht vorbereitete Touris sie jedes Jahr vom Berg holen müssen.

Wir wandern jedenfalls nur ein Stück an den Ausläufern entlang, dann geht es wieder nach unten. Steil. Mit improvisierten Treppen. Ürgs. Wenn das unser Aufstieg gewesen wäre… Wir überlegen, der Dame im Visitor Center einen Blumenstrauß zu spendieren. Nur dass man hier keinen finden wird. Auf etwa halbem Weg werden wir aus unseren Gedanken gerissen, denn uns kommt ein ca. 70-jähriger Mann entgegen. Joggend. W.T.F.?!

Mal zur Illustration: der Abstieg (Foto von Meta)

Abwärts geht der Weg aber ganz gut und den Rest der Strecke (leider teils auf breiter, ebener Schotterpiste) bringen wir auch zügig hinter uns. Es folgt noch der geplante Einkauf, dann geht es wieder zurück. Abends bezieht es sich etwas und nieselt leicht, wodurch der Sonnenuntergang während unseres üblichen Strand-Gekletters einfach nur grandios aussieht und gleichzeitig einen knalligen Regenbogen über das (leider gerade fast verebbte) Loch zaubert. Ich bin hin und weg.

Alca und Kari beim Ebenfalls-Hin-Und-Weg-Sein


Der Marder lässt uns heute im Stich, obwohl wir beim Einkauf extra Studentenfutter für ihn mitgebracht haben. Erst als alle aufgegeben haben und ins Bett gegangen sind, huscht er auf die Terasse – und direkt vor die Kamera von Alca, der gerade noch was aus dem Wohnzimmer holen will.

Thiii!

10.08.11

Tag 4: Wo sich Hirsche und Marder gute Nacht sagen. Oh, und Raptoren.

Endlich habe ich wieder deutlich besser geschlafen und bin wunderbar entspannt. Draußen strahlt die Sonne vom Himmel, Urlaubsstimmung, yay!

Wir gehen mal ein bisschen die Umgebung erkunden. Was erstmal damit endet, dass wir genau die Ausfahrt runter und über die Straße kommen, bevor wir auch schon in die Botanik abbiegen. Was muss die Küste auch so verführerisch vor der Haustür liegen? Den Vormittag über sind wir damit beschäftigt, auf Felsen rumzuklettern und Krebspanzer in diversen Stadien der Zerstörung zu finden.

(Foto von Alca)

Als wir dann endlich dazu kommen, mal der Straße zu folgen, stoßen wir nach kurzer Zeit auf eine Abzweigung. Privat. Betreten auf eigene Gefahr. Ah, wird schon passen. Am Ende eines kurzen Trampelpfads verbergen sich ein Bootsanleger und eine Holzplattform mit Tisch und Stühlen, die nach „romantisches Abendessen am Wasser“ schreit. Thii.



Etwas weiter die Straße lang stoßen wir auf einen ausgewiesenen Wanderweg, der uns hoch auf die Hügel führt. Und dann wieder runter in ein Sumpfgebiet, das nach endlosem Matsch aussieht. Hm. Vielleicht doch die Abzweigung weiter vorne? Wir versuchen es und finden uns in mannshohem Farn. Ob sich da Raptoren drin verstecken? Bestimmt. Kurze Zeit später stehen wir an einem steilen Abstieg, der wieder in das Sumpfgebiet führt. Hmpf. Dann eben zurück. Wir laufen noch ein wenig an der Straße lang, dann kehren wir endgültig um.


Der Rest des Nachmittags vergeht mit Abhängen und weiterem Rumgekletter an der Küste in Begleitung von Nimiel, Meta und Alca. Inzwischen ist endgültig Ebbe, was den Aktionsradius großzügig ausdehnt. Yay!

Abends gibt es Gemüsereis, der wie die Nudeln am Vortag großzügig mit Käse bestreut wird. Angesichts dessen einigen wir uns darauf, den Käse ab jetzt schon bei der Zubereitung hinzuzufügen. Die Frage nach dem Abendessen lautet ab jetzt: Was gibt’s heute unterm Käse? Nach dem Essen steigt der Cider-Pegel, das Niveau nimmt im gleichen Maße ab. Außerdem gibt es natürlich den üblichen Schlagabtausch zwischen Nordlichtern und Alpenbewohner. „Wieso ist denn das so lange hell?“ – „Weil wir im Norden sind.“ – „Ach stimmt, hier gibt’s ja schon fast Polartag.“ – „Naja, ganz so weit sind wir ja nun auch wieder nicht. Da müssten wir überm nördlichen Wendekreis sein.“ – „Überm Nerd-lichen Wendekreis? Passt doch zu uns.“ Ja, geschrieben tut das irgendwie weh. Aber live war’s witzig.

Nebenbei stelle ich fest, das Fudge sehr großartig schmecken kann, wenn man gutes erwischt. Und dass die „Dandelion & Burdock“-Limo riecht wie Ricola-Bonbons in flüssig. Schmecken tut sie allerdings nicht schlecht, kräuterig und vor allem nach Anis. Ich mag’s. Zwischendurch gehen wir – es ist ja lange hell – noch einmal runter ans Wasser. Und überraschen dort zwei Hirschkühe, die auch gerade einen Abendspaziergang machen.


Eine der beiden - die zweite war etwas kamerascheu.

Was sich wunderbar einreiht, denn im Cottage hängt ein Zettel, der uns anweist, leckere Dinge auf die Terrasse zu legen, dann würde ein Marder vorbeischauen. Was wir natürlich prompt ausprobieren müssen. Zuerst läuft nur (was heißt eigentlich „nur“?) ein Igel vorbei, aber gegen halb zwölf, als wir gerade aufgeben wollen, wuselt wirklich ein Marder (Pine Martin – Baummarder?) auf die Terasse. Den hingelegten Apfel mag er allerdings nicht. Verwöhntes Vieh.

06.08.11

Tag 3: Aufbruch in die Pampa

Die Klassenfahrt ist weg, die Nacht wird ruhiger – aber geschlafen habe ich trotzdem schlecht. Wir hängen noch ein wenig am Grassmarket ab und ich entdecke in einem Kiosk wunderbar altmodische Limonaden, von denen ich „Victorian Lemonade“ und „Dandelion and Burdock“ mitnehme. Um mir im Anschluss erstmal von einem meiner Mitreisenden per Smartphone rausfinden zu lassen, was Burdock heißt. Klette. Nun ja, wir sind gespannt.

Wir bummeln noch mal in Richtung Hollyrood House (Zweites Mal Edinburgh, zweites Mal nicht geschafft. Gute Ausrede für einen dritten Besuch, finde ich.) und gehen anschließend die Koffer holen. Damit geht es dann zur Europcar-Filiale im Bahnhof. Wir stellen mal knapp fest: Dass Edinburgh aus Hügeln besteht, ist echt anstrengend, wenn man mit Gepäck unterwegs ist. Immerhin läuft beim Auto-Abholen alles sehr schnell und unkompliziert und ehe wir uns versehen, haben wir einen Opel Insignia und einen VW Passat, beide mit nicht gerade wenig Schnickschnack ausgestattet. Wroooum wrooooum! Ich bin ja echt nicht für Autos zu begeistern, aber diese zwei Schätzchen haben schon was für sich.

Für den Rest des Tages bin ich dösender Rückbank-Sitzer und bewundere vor allem Nimiel, die uns heil durch den Stadtverkehr aus Edinburgh bringt, bevor sie an Tim übergibt. Und beschmachte die Landschaft, die stetig hübscher wird. Als wir gegen Ende der Fahrstrecke ins Glen Coe kommen, sterbe ich halb vor innerlichem Thii. Es. Ist. So. Dermaßen. Schön.
Sucht das Schildmehdchen. ;)
(Bilder von Alca und Nimiel)
Es folgt ein Zwischenstopp in Fort William, der letzten Stadt vor der nur mit kleinen Dörfchen ausgestatteten Halbinseln Ardnamurchan. Einmal Lebensmittel fürs Wochenende gebunkert, dann geht es auf zur letzten Etappe. Das Navi prophezeit uns für die ca. 40 Meilen etwa anderthalb Stunden Fahrzeit. Ich erkläre es für bekloppt. Das ist über Land, kein Stadtverkehr!



Das Navi hat Recht. Es geht über größtenteils einspurige Straßen mit Ausweichbuchten, außerdem mit vielen Kurven und Hügeln, und es dauert ziemlich exakt anderthalb Stunden. Aber es sieht gut dabei aus. Hachedihach. Landschaft! So viel Landschaft! Küste und Berge und Moor und Felsen und – hach. Und ein Schild, das vor kreuzenden Elefanten warnt. WTF?! Leider ist niemand schnell genug mit der Kamera.

Das Haus entpuppt sich als wirklich schön mit genügend großer Küche, Blick aufs Meer und Kamin. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Für viel mehr als den reicht unsere Energie heute auch nicht mehr – nach dem Abendessen fallen wir ziemlich schnell ins Bett.

Don Boromir, äh, die Dun Borodil Lodge

die Männer beim Abhängen

das obere Wohnzimmer - von uns kaum genutzt

die Mädels beim Kochen (nein, die Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern war nicht immer so)

die Aussicht *schmacht*

04.08.11

Tag 2: Zwischentag

Nach einer unruhigen Nacht bin ich ab sechs Uhr wach und kann nicht mehr schlafen. Nach längerem Rumwälzen gebe ich auf und so bin ich schon kurz nach acht fertig mit dem Frühstück – die Klassenfahrt redet über die Abreise am gleichen Tag, whee! – und gehe ein bisschen spazieren.

Es ist herrlich und beinahe ein bisschen skurril, so früh unterwegs zu sein. Die Sonne scheint und ich habe die Stadt fast für mich. Die letzten Pendler hasten gerade zu ihren Bussen, die ersten Touri-Geschäfte räumen ihre Postkartenständer vor die Tür. Ich bummele ein bisschen herum, dann, als die Läden langsam öffnen, wechsele ich in die „Neustadt“ und schaue nach Schnäppchen. So ganz springt mich aber nichts an, zumal der Platz im Gepäck ja auch begrenzt ist.

Gegen 10:30 treffe ich mich mit Meta, der offenbar einen tieferen Schlaf hat und jetzt auf dem Grassmarket sein übliches Frühstück einnimmt – ein großer Kaffee und ein paar Zigaretten. Wir hängen gemeinsam ein bisschen ab und versuchen die Herkunft der Reisegruppen zu erraten und gleichzeitig das Hostel im Auge zu behalten – irgendwann müssen da ja mal gewisse Leute eintrudeln. Tim und Nimiel übersehen wir trotzdem erstmal, aber irgendwie findet sich alles. Nachdem wir kurz einen grandiosen Antiquitäten-und-Second-Hand-Laden unsicher gemacht haben (sooo großartig! Ich glaube, es gibt nichts, dass es da nicht gibt), verschwinden die beiden zum Castle. (Das mit den fürs Tattoo aufgebauten Tribünen für mich immer noch völlig seltsam und ungewohnt aussieht, by the way.)

Meta und ich warten noch auf den endgültigen Rest der Gruppe, mit dem wir durch die Straßen bummeln – inzwischen leider bei Wolken und Nieselregen. Im großen Touri-Shop am Castle finden wir neben allerlei mehr oder minder tauglichen Schwert-Repliken auch Feuer-Poi. Hallllooo. Leider sind sie etwas zu leicht für meinen Geschmack. Abends trifft man sich wieder im Frankensteins, wo es wieder reichlich leckeres Essen gibt. Falls irgendwer mal hinkommt: Lasst Platz für ein Dessert und wählt den Lemon Cheese Cake. Sooo lecker! Ein weiterer Bummel durch die Stadt mit nerdigen Stopps an jeder Ecke mit freiem W-Lan beschließt den Tag.


P.S. Doch, es gibt Fotos. Aber in Edinburgh hab ich selbst keine gemacht, und die der anderen sind auch hauptsächlich "Oh guck mal, Castle (o.ä.)!" - davon gibt's hunderte im Netz - oder "Oh guck mal, wir!" - das ist langweilig für alle anderen. *find* Daher: Fotos erst später.

02.08.11

Tag 1: Mit Sicherheit nach Edinburgh

Jau. Nur kurz als Abriss – ich hätt mal wieder früher bloggen wollen. Viel früher. Zum Beispiel über

  • das Pfingstwochenende auf Burg Satzvey (Ritterspiele, Rabenlager, User. Großartig.)
  • die Erholungswoche in der fränkischen Pampa (Pool, Poi, Wanderungen, noch mehr User. Ebenfalls Großartig.)
  • den Step-Workshop Anfang Juli (Noch nie so Schmerzen in den Schienbeinen gehabt, aber auch selten so viel Spaß. Hachedihach.)
  • den letzten Potter-Film (Würdiger Abschluss der Reihe. *schnief*)

Aber all diese Punkte sowie ein paar weniger großartige (3 Wochen Kur-Vertretung für Kollegin…) waren aber leider nicht nur toll, sondern auch echt zeitraubend und daher – gab’s keine Einträge. Überraschung, ne?

Aber jetzt dann, denn der Urlaub war so großartig, das kann man nicht unkommentiert lassen.

Es ging nämlich nach Schottland. Yay!

Zwei Jahre hab ich auf diesen Urlaub hingearbeitet und mich vorgefreut und all das, jetzt war’s soweit. Am 21.07. zu morgendlicher Uhrzeit, aber nicht zu früh, am Flughafen mit Meta getroffen, Gepäck aufgegeben und zur Sicherheitskontrolle. Routinedinge halt. Bis man dann auf die Idee kommt, Schildmehdchen sei irgendwie suspekt. Mal kurz raustreten, abtasten lassen, Metalldetektor. Schuhe ausziehen. Noch mehr Metalldetektor. Irgendwann hatten die Sicherheitsleute dann aber ein Einsehen und ich durfte meine Klamotten wieder zusammensammeln. Es folgte ein ruhiger Flug, auf dem ich fast eingeschlafen bin. Was echt was heißen will, ich bin nämlich auf Flügen per se erstmal mächtig angespannt und neige eher zur mühsam unterdrückten Panik. Aber der war irgendwie … ruhig.

Im Hostel war das Check-In dann auch ruhig und unkompliziert, obwohl wir ja nu eine etwas verwirrende Reservierung getätigt hatten. Aber das Budget Backpackers herrscht halt einfach, selbst wenn sie gerade im Umbau stecken.

Der Tag vergeht dann schnell mit gemütlichem Bummeln durch die Stadt und diversen Stopps, um mal was zu essen oder so. Man muss ja schon mal trainieren für die nächste Woche. ;-) Für Oink waren wir leider schon etwas zu spät dran, dafür gab es dann leckere Dinge im Last Drop (gebracht von einer ziemlich unfreundlichen Bedienung) und Kaffee im Black Medicine, dessen Möblierung und Namen ich einfach nur großartig finde. Abends sitzen wir dann im Frankensteins, ich genieße den ersten Cider des Urlaubs und die unglaublich leckere Knoblauch-Majonaise und fühle mich pudelwohl.

Im Hostel endet das Wohlfühlen leider, weil unser Zimmer umzingelt ist von einer deutschen Klassenfahrt, deren Teilnehmer die Nacht zum Tage machen. Ein Hoch auf Oropax!