28.12.11

Jahresrückblick 2011

*staub wegpust* Noch jemand da?

Die Weihnachtstage sind vorbei (schööön war’s, sehr gemütlich bei meinen Eltern), ich bin nach zwei kurzen Arbeitstagen schon fast wieder auf dem Weg zum Silvestertreffen. Vorher ist aber noch ein bisschen Zeit und Luft, um ein wenig zu sortieren. Das noch drei Tage fehlen bis zum endgültigen Jahresende, stört mich dabei nicht weiter. 2011 hat für mich ja auch schon am 22. November 2010 angefangen, quasi.

Seitdem ist für mich die Zeitrechnung „nach Mäcces“ angebrochen. 2011 war daher für mich ein Jahr von neuen Anfängen, Entwicklungen und Umbrüchen. Zuerst kamen, noch Ende 2010, der Umzug nach Berlin und der Anfang meines Volontariats. 2011 stand damit erstmal sehr unter dem Mantra des „Mal sehen, ob ich nächstes Jahr noch hier bin“. Seit September habe ich dafür die Bestätigung und kann endlich längerfristig planen. Das erste Mal seit dem Studium. Ganz dran gewöhnt habe ich mich immer noch nicht, glaube ich. Kneift mich mal wer?

Mit dem Umzug und geregelten Arbeitszeiten (Hallelujah!) kamen endlich wieder Hobbies in Form von Sport. Auch das zum ersten Mal seit dem Studium. War am Anfang ganz schön spürbar, dass ich drei Jahre nix gemacht hatte. Aber es war auch ein großartiges Gefühl, endlich wieder damit anzufangen, in Form von Irish Dance und i33-Fechten. Am liebsten würd ich mir noch mehr dazuholen, vor allem Yoga reizt mich und Chorsingen. Aber dann wäre mir die Woche definitiv zu verplant.

Das war dieses Jahr auch das einzige Manko: Trotz geregelter Arbeitszeiten bin ich gerade im Sommer ziemlich auf dem Zahnfleisch gegangen, als auf Arbeit viel zu tun war und gleichzeitig das Sondertraining beim Tanzen mehr wurde. Und zu viele Wochenenden verplant waren. Ich hoffe, dass ich es nächstes Jahr besser hinkriege, mir Pausen einzubauen und einfach mal abzuschalten. Auch mal „Nein“ zu sagen, obwohl dieses oder jenes noch schön wäre oder sich wer drüber freuen würde. Und die Auszeiten, die da sind, bewusster zu nutzen, statt sie irgendwie vorüberziehen zu lassen. Gleichzeitig hoffe ich, dass ich nächstes Jahr ein paar Bücher mehr lesen kann, mal öfter ins Kino komme oder mal wieder ein paar Handarbeiten machen kann. Mal sehen, ob die Energie und Zeit im Alltag das tatsächlich hergeben werden.

Vom großteils selbst verschuldeten Zeitmangel abgesehen war das Jahr aber definitiv positiv. Größter Einbruch war von außen betrachtet sicherlich der Tod meines Großvaters, der aber alles andere als unerwartet kam und für alle Beteiligten – vor allem für ihn – eine Erlösung war. Größtes Highlight war der Urlaub in Schottland, der hier ja schon ausführlich gewürdigt wurde. Schottland, User und eine überfällige Auszeit waren eine geniale Kombination. Dazu kamen im Lauf des Jahres die unglaublich entspannte Pampa-Woche im Juni und einige großartige Wochenenden, Nachmittage und Abende mit Tanz und Musik diverser Art und vielen netten Menschen. Bei vielen davon freue ich mich schon auf die Wiederholung im nächsten Jahr.

So gehe ich positiv ins neue Jahr und hoffe, dass es mir ähnlich viel Glück und schöne Momente beschert, dazu vielleicht etwas mehr Ruhe, zumindest innerlich. Zuerst wird es sicher noch mal aufregend werden, ich plane momentan einen Umzug bzw. bin auf Wohnungssuche – zum Glück aber ohne Termindruck. Mal sehen, wohin (innerhalb von Berlin) es mich verschlägt!


Edit: Ich habe gerade den Jahresrückblick 2009 noch einmal gelesen (für 2010 gab's ja keinen hier) und mit dem jetzigen verglichen. Schon krass, wie unterschiedlich die Jahre waren und wie unterschiedlich auch meine Gefühle ihnen gegenüber sind bzw. waren, obwohl beide viele Veränderungen gebracht haben und sehr positiv waren. Irgendwie habe ich momentan (sprich: dieses Jahr) ein viel größeres Bedürfnis nach Stabilität, Ruhe und "Einkuscheln", nach Geborgenheit. Vielleicht, weil 2009 und 2010 zusammengenommen doch ein bisschen viel Unruhe waren? Oder werd ich einfach alt? *g* Was ich aber auf jeden Fall mitnehme für 2012: Wieder mehr Kultur. Himmel, ich lebe in fucking BERLIN. Wieso war ich dieses Jahr kein einziges Mal in der Oper, im klassischen Konzert oder im Theater? Auf keinem einzigen Straßenkünstler-Festival? Das wird sich nächstes Jahr wieder ändern, definitiv.

12.10.11

*pieps*

Anekdoten ausm Leben.

Ich liege heute morgen friedlich schlafend im Bett, als es neben mir piepst. Ich kämpfe mich vom Tief- in den Halbschlaf und komme gedanklich genau so weit: "Ich liege im Bett, es ist dunkel, ich bin müde und will weiterschlafen. Und neben mir piepst es."

Logische Schlussfolgerung: Irgendein Vollpfosten versucht mitten in der Nacht, mich anzurufen. Ich grummele also gedanklich vor mich hin, dass er das lange versuchen kann und ich bestimmt nicht mitten in der Nacht ans Handy gehen werde. Was fällt dem eigentlich ein, noch vorm (eh viel zu frühen) Weckerklingeln bei mir anzurufen?

Das war dann der Moment, wo mir die Erkenntnis dämmerte: Es war nicht mein Handy, das piepste.

Es war der Wecker.

Hnngs.

05.10.11

Hop, vor, rück, vor, brush, cut - dings. Ach, auch egal.

„Während des Tanzens auf dem Wettkampf denkt man an exakt gar nichts,“ schrieb das Centi neulich. Da muss ich ihr nu leider widersprechen. Man denkt an ne Menge. Nur dummerweise an völlig unbrauchbaren Kram. Wobei ich ja auch nicht von Wettkampf sprechen kann, sondern nur von Auftritt. Aber ich glaube, in der Hinsicht ist das vergleichbar.

Meine Herren.

Montagabend gegen 19 Uhr an der Tanzschule gewesen. Rumstehen, hibbeln, quatschen, warten, hibbeln, nicht zu viel trinken. Stunde später. Langsam sind alle da und wir beginnen mal, uns warm zu machen. Aufm Vorplatz. Weil wir da grad stehen. Noch ne halbe Stunde später. Wir sind warm, Trainer kommt an. Timing! *g*

Also haben wir uns kurz in den kleinen Saal gequetscht, sind den Tanz (war ja nur einer, als kurze Showeinlage zwischendurch während einer Tanzparty) noch mal durchgehüpft und wieder raus. Haben noch kurz sortiert, wer wie wann auf- und abgeht. Dann noch schnell nen Schluck Wasser und los. „Denkt ans Lächeln!“

Wir stehen hinter einem albernen Glitzervorhang, Trainer macht ne Ansage. „Noch nie so viele „meiner“ Tänzer auf einmal auf der Bühne, bla, blub“. Trainer schweigt, Publikum applaudiert. Raus in den Saal, immer hinter Y. her. Rechtzeitig stoppen, umdrehen und in die Mitte gucken. Oh, Musik. Sollt ich wohl tanzen. Meine Füße tun das eh schon. Tanze im Kreis auf Mittänzerinnen zu, die genau so nervös und konzentriert aussehen, wie ich mich fühle. Sollten wir nicht Lächeln? Ich mach mal den Anfang, oder versuch’s zumindest.

Umdrehen. Y. kommt auf mich zu. Langsam wird das Lächeln echter. Y. lächelt zurück. Alles wird gut, bestimmt. Und Point und Back. Uuund – Arme hoch. Yay, alle Hände sind da, wo sie sein sollen. Hop-2-3-4-5… Sage mal, war die Musik beim Training auch so schnell? *hetz* Da hat doch wer dran gedreht…

Zurück zum Außenkreis… ah, da ist Y. *hände grapsch* Moment. Nach dem Außenkreis müssten die Skips kommen und dann der Schluss. Aber das würde ja heißen, dass wir fast durch sind. Wir haben doch grad erst angefangen! Moment. Nix „Moment.“. Skips und Schluss. Y. zieht mich mit, meine Füße tanzen eh auf Autopilot. Schnell zur Reihe – ups, etwas weit. Egal. Dann dieser komische Schlängel-Schritt, bei dem ich jedes Mal mit dem falschen Fuß – genau. Hnnngs. Weiter jetzt, weiter, weiter, weiter, ich muss einmal quer durch den Raum kommen mit dem blöden Ding.

Jemand in weißem Shirt kommt auf mich zu und strahlt mich an – oh, T. Du bist’s. T. hat mich auch schon im Arm und wirbelt mit mir im Kreis. Woooaah, meinst du nicht, das ist ein bisschen viel Schwung? Nicht. Auch gut. Immerhin scheinen die Fortgeschrittenen mit dem Hardshoe gut reingekommen zu sein. Sind wir nicht bald fertig mit Wirbeln? Na endlich. Abgang. Jetzt nicht torkeln. Raus, raus, alle raus durch die Seitentür in den kleinen Saal. NaTÜRlich steht Publikum im Weg, immerhin nur einzelne Leute.

Weiterlaufen, noch mal rum, wieder hinter den Vorhang. Die Fortgeschrittenen tanzen immer noch. So Ausdauer möcht ich mal haben. Wir linsen durch den Vorhang. Trainer steht im Publikum und lächelt. Yay. Musik schweigt, Tänzer stehen still, raus, raus, alle wieder raus, verbeugen. Lächeln nicht vergessen.

Dann endgültig raus, jetzt ist Zeit zum Feiern. Fortgeschrittene kommen keuchend wieder zu Atem, Trainer strahlt. Scheint wohl ganz gut gewesen zu sein. Yay us!


… Aber ja. Wer meint, dass man während des Tanzes auch nur *EIN Mal* daran denkt, die Füße vernünftig zu kreuzen, die Arme ruhig zu halten oder auf den Turnout zu achten – nee. Is nicht. Das fällt einem alles hinterher wieder ein, wenn man dann denkt „Hab ich eigentlich?“ Tja. Hab ich? Mal sehen, was die Videos zeigen werden. *g*

11.09.11

The Town We Didn't Love So Well

Und dann ist es da, das Urlaubsende. Um 7 Uhr klingelt der Wecker, nach gemeinsamem Packen und Aufräumen machen wir uns gegen halb zehn auf den Weg. Tschüss, Cottage und Küste und Castle. *wink*

Heute sind die Autos etwas ungleicher aufgeteilt: Nimiel und Tim starten gleich durch nach Edinburgh, um die Stadt noch etwas zu erkunden, bevor sie morgen nach London fliegen. Der Rest setzt Meta und mich in Glasgow ab, bevor er auch nach Edinburgh weiterfährt. Glasgow deswegen, weil’s sonntags keine Flüge von Edinburgh nach Berlin gibt. Curse you, Ryanair.

Auf dem Weg machen wir noch ein paar Fotostopps im Glen Coe und eine Mittagspause am Loch Lomond, wo wir ungefähr zwanzig Minuten brauchen, bis wir nach langem Im-Kreis-Fahren einen Parkplatz finden. Offenbar ist gerade halb Schottland auf Wochenend-Ausflug…


Wasserfall im Glen Coe

Loch Lomond :ohrwurm:

Gegen halb drei sind wir in Glasgow, das Navi kämpft ein wenig mit den übereinander liegenden Straßen-Ebenen, aber letzten Endes finden wir das Hostel. Ein heruntergekommenes Haus in einer ebensolchen Straße. Vor der Tür ein Hund, drinnen ein Mann mit Kopfverband. Sehr … vertrauenserweckend. Das Hostel entspricht diesem ersten Eindruck ziemlich genau und verteilt auf seine drei Etagen genau drei Duschen und zwei Toiletten – von denen natürlich genau auf unserer Etage keine. Halleluja. Außerdem ist unser Zimmer winzig, enthält keine Möbel außerdem Betten (dafür wär auch kein Platz) und liegt hinter einem 15er(?)-Zimmer, durch das wir jedes Mal durchlaufen, wenn wir rein oder raus wollen. Meine Schlüssel passen auch eher so nach der „Mal ja, mal nein“-Logik. Yay?

Wir verlassen das Gebäude eher fluchtartig und bummeln durch die Stadt, um festzustellen, dass die auch nicht viel besser ist. Für Architektur-Interessierte sicher interessant, weil wilder Stilmix. Aber sonst? Immerhin, die Kathedrale ist hübsch. Laut Beschilderung die einzige auf schottischem Festland, die es aus dem Mittelalter unbeschadet durch die Gründung der anglikanischen Kirche geschafft hat. Anschließend geben wir uns noch das älteste Haus Glasgows, das wir hauptsächlich dazu nutzen, um aus dem Fenster die Hochzeitsgesellschaft im Innenhof zu bestaunen. Damen mit Hütchen und Herren im Kilt. Thii!

Die Kathedrale und ein paar witzige Laternen.

Abends landen wir erstmal im Irish Pub, was in Schottland ja auch irgendwie ironisch ist. Immerhin kann man da aber gemütlich sitzen und die Leute auf der Straße beobachten. Und lästern, viel davon. Großartig. Auf dem Weg zurück zum Hostel drehen wir noch eine Schleife durch die Nachbarstraßen, weil – eigentlich wollen wir ja noch gar nicht zurück in dieses seltsame Hostel. Zu unserem Glück entdecken wir den nächsten Pub, The Griffin. Dort versacken wir noch einmal gepflegt und unterhalten uns zwischendrin mit einem Paar mittleren Alters, das begeistert von einer Tango-Show kommt. Nach zwei Cider und einem Whiskey habe ich allerdings das Gefühl, dass sich die Hälfte meines Englisch-Wissens gerade auf Nimmerwiedersehen verabschiedet hat. Ich konnte doch mal Vergangenheitsformen, Himmel noch eins! Meta hingegen spricht nach dem mittlerweile siebten oder achten Guinness hemmungslos und fließend Englisch, oder redet zumindest ohne Punkt und Komma auf die beiden ein. Irgendwas mache ich falsch.

Gegen elf machen wir uns doch auf den Weg zum Hostel, ein wenig Schlaf sollte ja doch drin sein. Hätten wir uns allerdings auch sparen können, vor dem Eingang (und unserem Zimmerfenster) macht der Rest der Gäste die Nacht zum Tag. Hnngs.

Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass das Frühstück, das man in einer Nische neben der Rezeption in sich reinschaufeln kann, ziemlich genau dem sonstigen Hostel-Eindruck entspricht. Und verzichten lieber. Weg hier, ab in den Bus zum Flughafen. Der fährt Schleifen durch ganz Glasgow, was uns aber nicht unlieb ist. Wir haben eh noch Zeit tot zu schlagen. Sogar mehr als geplant, wie wir am Flughafen sehen: Verspätung. Erwähnte ich das wachsende Hnnngs? Irgendwann fliegen wir dann aber endlich. Dieses Mal deutlich weniger entspannt als am Anfang des Urlaubs, aber am Ende landen wir heil und ganz in Berlin, wo wir von tief hängenden Wolken und Regen empfangen werden. Kann ich bitte wieder zurück? Sonne und Highlands und so? Miieh.

"Ende vom Lied" ist jedenfalls die Erkenntnis, dass ich auf jeden Fall noch mal nen schottischen Fernwanderweg laufen will, bevor ich mich zu alt und bequem dazu fühle. Wenn's geht ohne Zelt, um das Gepäck nicht zu riesig werden zu lassen. Aber dann - ja. Entweder den West Highland Way, weil die Landschaft echt schön ist. Leider ist der halt auch sehr überlaufen, zumindest in der Sommersaison. Oder halt was anderes in der Gegend, ein paar schöne haben meine Wanderführer ja schon drin. Hmmmm...

Erinnerungen an Schottland.
Hinten: meine Lieblings-Stirfry-Sauce von Wagamama; drei Fläschchen Vanille-Essenz, die mir Nimiel empfohlen hat; Whiskey-Fudge; Lady-Grey-Tee; ein Sonnenhut.
Mitte: Ein Kirsch-Flapjack; zwei Packungen Frucht-Zeug in Joghurt-Hülle; ein paar Teesorten und Karamell-Bonbons.
Vorne: Ein auf alt getrimmtes Fotoalbum, das ich mit Larp-, Tanz- und Mittelalterfotos bestücken werde.

Tag 9: Erkenntnisse einer Reisegruppe

Heute geht es noch mal zur Nordseite der Halbinsel zum Tioram Castle, das dort auf einer kleinen Erhebung im Meer steht, bei Ebbe aber zu Fuß zu erreichen ist. Wir bestaunen neben dem Blick aufs Castle erstmal die diversen und Warnschilder. OMG, bloß nicht in die Nähe der Ruine gehen, das Ding könnte bei einem zu scharfen Blick einstürzen. Was diverse Touris nicht davon abhält, drumrum zu laufen und zu gucken. Uns auch nicht.

Castle, Komma, ruinöses.

Castle-Ruine von innen, todesmutig fotografiert von Alca

Nachdem wir das Castle also von allen Seiten bestaunt haben und noch ein bisschen am Strand rumgetrödelt haben, machen wir uns auf die heutige Wanderung. Plan ist, an der Küste lang zu wandern und dann zu einem Rundweg abzubiegen, der von einem Steinhaufen markiert sein soll. Die restliche Beschreibung ist eher … vage, und das ist noch beschönigend. Mal sehen, ob wir das finden.

Der Weg an der Küste ist großartig. Es geht einige Meter über dem Wasser entlang, gerne tatsächlich genau an der Abbruchkante. Alternativ einige Meter davon entfernt über Stock und Stein und halb zugewachsene Pfade. Ich liebe ja solche Wege und bin völlig hin und weg. Den anderen scheint es ebenso zu gehen. Whee!

User am Abgrund, fotografiert von Meta (oben) und mir


Nach einer Weile kommen wir tatsächlich an einen Steinhaufen, neben dem ein winziger, kaum erkennbarer Pfad ins Moor abbiegt. Das leider nach dem Regen gestern ziemlich, nun ja, moorig ist. Nach einem kurzen Test ist klar: Da kommen wir nur nass und dreckig durch. Was an sich nicht schlimm wäre, aber heute ist der letzte Tag und nasse, dreckige Klamotten für den Heim- bzw. Weiterflug zu packen ist Nervkram, der nicht sein muss. Wir wandern den Küstenpfad noch ein Stück weiter und drehen dann einfach um. Der Weg ist so klasse, den kann man ruhig hin und zurück laufen.

(Foto von Alca)

Auf dem Rückweg gönnen wir uns in einem kleinen Lädchen noch ein Eis, dann beginnt das große Packen. Ich schaffe es nur mit viel Mühe und Gefluche, meinen Kram wieder in den Koffer zu quetschen – warum auch immer. Sooo viel hab ich doch jetzt auch nicht geshoppt im Urlaub. Ich meine – wann und wo denn auch? Ich erkenne, dass ich beim nächsten Mal vielleicht einfach weniger mitnehmen sollte. Etwa die Hälfte der Oberteile nehme ich ungetragen mit zurück… Irgendwann bin ich jedenfalls glücklich fertig und klettere mit Alca noch ein wenig an der Küste herum. Die Flut kommt heute um einiges höher als an den anderen Tagen und wir sind fasziniert von der Stelle, an der sich das steigende Salzwasser und der Bachlauf treffen. Plötzlich wimmelt es dort von Getier im Wasser: Krebse, Garnelen, Mini-Plattfische. Wo kommt ihr denn plötzlich alle her?

Heute Abend gibt es ausnahmsweise nichts Überbackenes, wir grillen. Allerdings unter anderem Käse. *g* Dabei trifft uns leider recht schnell die Erkenntnis des Urlaubs: Steinkohle eignet sich echt nicht zum Grillen. Leider gibt der Schuppen im Garten nichts anderes her. Hngs. Satt werden wir trotzdem alle und die Beilagen schmecken sogar lecker. :ugly: Gegen Ende findet der Grillabend ein abruptes Ende, als Midges die Herren am Grill überfallen. Wo auch immer die jetzt plötzlich herkommen, nachdem sie den ganzen Urlaub nicht zu sehen waren. Jetzt sind es umso mehr und wir verbarrikadieren uns für den Rest des Abends im Cottage.

Was bisher sonst noch geschah

Die letzten zweieinhalb Urlaubstage kommen noch, ich sitz schon dran. ;-) Vorher aber mal kurz ein Überblick, was mich die letzten zwei Wochen abgehalten hat bzw. halt sonst noch so passiert ist.

  • Training, mehr Training, und noch ein bisschen Sondertraining
  • Gestern der erste von drei Auftritten, den wir nach einer ordnungsgemäß grottigen Generalprobe echt gut hinbekommen haben [/eigenlob]*
  • Unterschrift unterm Anschluss-Arbeitsvertrag. Unbefristet! :D Planungssicherheit! :D
  • Stoffmärkte diverser Art – ich hab endlich fast alles fürs nächste historische Kleid zusammen und kann anfangen mit Schneidern. Yay!
  • Angefangen, „A Game of Thrones“ zu gucken. OMG. Die Verfilmung ist tatsächlich noch gelungener, als ich zu hoffen gewagt habe. :fangirl:


*Erkenntnis des Tages: Der Vorteil beim Ceili ist, dass man jemanden an der Hand hat, der im Zweifelsfall stützen kann. Zum Beispiel, wenn man nach dem Sprung halb auf dem Sockel der Absperrung (Straßenfest…) landet und das Bein mal von einer Sekunde zur nächsten taub und kraftlos wird. Ein Hoch auf Y., die mich die nächsten Schritte einfach mitgeschleift hat. Ohne sie hätte ich da sehr dekorativ aufm Asphalt gesessen.

28.08.11

Tag 8: Aaaargh, ein Castle!

Nach dem Frühstück halten wir Kriegsrat und beschließen, dass wir am nächsten Tag keine Bootstour machen werden, weil der Preis doch zu heftig ist, wenn die meisten eher in „Joah, kann man machen“-Laune sind. Heute geht es noch einmal zum Einkaufen, allerdings nicht nach Fort William, sondern nach Oban. Ähnliche Entfernung, aber mal was Neues. *g* Das Wetter ist nach dem nächtlichen Regen noch wolkenverhangen, aber immerhin trocken.

Wir fahren mal wieder durch Idylle und vor allem viel am Wasser entlang. Und an einem Cottage namens „Lothlorien“. Das wär ja mal was für uns gewesen… Auf dem Weg nach Oban halten wir dann noch am Castle Stalker, das man leider nicht besichtigen kann. Von einem View Point angucken schon, was für hübsche Fotos sorgt.

Castle im Wasser

Ein Touri-Schild bestätigt dann Alcas Behauptung, dass es sich bei der Burg um das „Castle Aaaaargh“ aus Monty Pythons „Ritter der Kokosnuss“ handelt. Kähä.

In Oban kurven wir ein Weilchen herum, bis sich Parkplätze finden, die Stadt ist ziemlich überlaufen. Dann teilen wir uns in zwei Grüppchen, weil einige eher zur Stadt wollen und andere zum Hafen. Und stellen schnell fest, dass wir auf diese Weise den üblichen Kreis einmal durch die Innenstadt nur in entgegengesetzter Richtung laufen. Well.

Oban, fotografiert von Alca

Tim, Nimiel und ich bummeln durch ein paar Geschäfte, schauen uns eine etwas eigenwillige, aber durchaus hübsche Kirche an und landen dann in einem Schokoladen-Laden. In dem wir prompt den Rest der Gruppe wiedertreffen. Wie … unglaublich überraschend und untypisch.

Die Kirche, fotografiert von Nimiel

Gegen Ende der Runde schaue ich noch kurz in die Touri-Info, werfe einen Blick auf die dort hängende Karte und bemerke, dass wir es in den anderthalb Stunden Oban-Gebummel wohl auch zum Kilchurn Castle geschafft hätten. Hngs. Hätt ich das mal früher. *fuchtel* Aber gut, Oban war auch nett, wenn auch alles andere als spektakulär. Jetzt ist’s halt zu spät, wir gehen noch einkaufen und machen uns dann auf den Rückweg. Der Abend bringt Tortellini-Erbsen-Auflauf unterm Käse sowie unspektakuläres Abhängen. (So langsam erreiche ich Eragon-Qualitäten. Jeder Eintrag endet mit Essen und Schlafen. :ugly:)

Tag 7: Erwähnte ich die Landschaft?

Mittwoch. Mitt-Tag des Urlaubs. Ist wirklich schon die halbe Woche um? Ich bin nicht einverstanden. Sir und Alca fahren nach dem Frühstück noch kurz los, um nach weiteren Fähr- und Schifftstouren-Infos zu schauen, der Rest macht sich einen gemütlichen Vormittag.

Heute lassen wir die Autos ansonsten stehen und wandern vom Cottage aus, erst die paar hundert Meter zum Glenborrodale Castle, dann hoch in die Hügel. Genau gesagt zum...

Spook Hill. :ugly:

Die Strecke führt erstmal durch den Wald, wo wir von Bremsen attackiert werden. Yay. „Die sind bestimmt gleich weg, wenn wir aus dem Wald raus sind.“ – „Ja, dafür kommen dann die Midges.“ Kommen sie zum Glück nicht. Nachdem wir den Wald hinter uns gelassen haben, wird die Wanderung angenehmer. Kaum noch Bremsen, und die drückende Schwüle aus dem Wald-Abschnitt wird vom Wind vertrieben. Dafür geht es ziemlich gut bergauf, was uns einigermaßen aus der Puste bringt. Selten so stille User erlebt. ;-)

Zur Entschädigung gibt es aber traumschöne Ausblicke über Hügel und Moor hinunter zu der Bucht, an der unser Cottage liegt. Hachedihach. Kann man eigentlich vor Schmachten sterben? Wenn ja, bin ich gerade gefährlich nahe dran.

Traumhafte Landschaft mit und ohne User (unteres Foto von Alca)

Auf dem Gipfel angekommen, machen wir eine kurze Pause und ich kanalisiere meine Begeisterung mal kurz in ein paar Pseudo-Steppschritte. Wasn? Ein Stück weiter geben die Hügel den Blick frei auf ein kleines Loch, das völlig verlassen und idyllisch daliegt. Samt passender Ruine. Soooo großartig. Ich nötige Alca zu ein paar Jump-Photos, die mir aber kläglich mislingen. Egal. Hüpfendes Schildmehdchen vor schottischer Landschaft, das passt schon.

Loch Laga und ein hüpfendes Schildmehdchen

Am Loch machen wir noch eine kurze Pause, dann geht es langsam wieder bergab und dann an der Straße lang zurück zum Cottage.

Rohirrisch anmutende Landschaft mit grün-goldenem Gras *schmacht*
Wieder zurück, fallen wir ziemlich totgespielt in die Couchgarnitur. Hatte ich mal gedacht, ich hätte seit Januar Kondition aufgebaut? Ahahaha. No. Nach einer gemütlichen Abhäng- und Spinnpause raffe ich mich trotzdem noch mal auf und gehe mit Kari und Alca an die Küste, wo wir heute tatsächlich genau den Scheitelpunkt der Flut erwischen und fasziniert beobachten. Als wir dann gerade mit dem Abendessen (Pizza, wie immer unglaublich lecker) fertig sind und das gemütliche Abend-Abhängen beginnt, fällt das Zitat des Tages. „Da steht ein Reh im Garten.“ Und alle so: „Ja klar.“ Und gucken doch. „Oh, da steht wirklich ein Reh!“ Oder vermutlich eher eine Hirschkuh. Mitten im Garten. Und schaut zum Fenster rein. Genial. Leider verschwindet sie zu schnell, um ein Foto zu machen. Später am Abend setzt Regen ein, wir sind fertig und gehen früh ins Bett.

27.08.11

Tag 6: The Mighty Atlantic

Langsam wird der Urlaub zum Urlaub: Ich wache tatsächlich erst kurz nach acht auf. Himmlisch! Imke, die gestern früh schlafen gegangen ist, weil’s ihr nicht so gut ging, guckt mich erstaunt an: „Wie lange habt ihr denn gestern noch gemacht?“ Ääääh. So bis elf, vielleicht halb zwölf? Wir werden alt… Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Most Westerly Point, dem westlichsten Punkt des schottischen Festlands, der praktischerweise auf unserer Halbinsel liegt.

Die Landschaft auf der Fahrt ist wie immer ein Traum, auch wenn langsam ein leichter Gewöhnungseffekt eintritt. Um den auszugleichen, gibt es heute Flauscheschafe und Kühe direkt an der Straße. Teilweise auch drauf, was weniger toll ist, aber hey. Wir haben’s nicht eilig. Schon gar nicht, wenn man immer damit rechnen muss, dass einem auf der Mini-Straße ein OMGWTF-LKW entgegenkommt. Eeep.

Nach etwa einer halben Stunde (?) sind wir am westlichsten Punkt und sehen den Atlantik vor uns – geschmückt mit einigen schottischen Inseln. Das Wasser ist erstaunlich ruhig und glatt. Andererseits: Woher sollte es aufgewühlt sein? Wir haben schönstes Sommerwetter. Wir klettern ein bisschen auf den Felsen rund um den Leuchtturm und den Souvenir-Shop herum und squeen das Meer an.


Atlantik und begeisterte User (Tim und ich), unteres Foto von Nimiel

Nachdem wir es dann geschafft haben uns und vor allem unseren Quoten-Bergbewohner Alca vom Wasser loszureißen, beginnen wir unsere Wanderung heute mal mit einem Spaziergang am Strand. Wenn man nicht wüsste, dass man gerade eine Fleecejacke trägt, könnte der Anblick fast karibisch sein.


Schottische Karibik, fotografiert von Nimiel

Als ich allerdings mit nackten Füßen durchs Wasser laufe, lande ich schnell wieder in der Realität. Hübsch frisch! Die Einheimischen hält das aber offenbar nicht vom Schwimmen ab – wobei sich einige auch in Neoprenanzüge geworfen haben. Besser is das. Wir biegen ab Richtung Festland (andere Richtung wär auch doof, ne?) und finden uns nach wenigen Schritten wieder zwischen Farn, Felsen, Heidekraut, Gräsern und Schafen. Die Landschaft hier erinnert irgendwie an Rohan, stellen wir einstimmig fest. Und ist wunderschön dabei. Was ich vermutlich schon erwähnte. Unterwegs hängt Wolle an einer verkrüppelt wachsenden Birke. "Guck mal, da hängt Wolle im Baum!" - Antwort, mehrstimmig: "Dann ist's Baumwolle!" Manchmal - ja.


Landschaft made of awesome. Mit Wachschaf, das bestimmt bei Sir Richfield gelernt hat.


Die übrigen acht Gefährten sechs User

Hach

Unsere heutige Route setzt sich aus zwei Wegen zusammen, der Weg dazwischen verläuft leider auf einer Straße, die uns prompt das zweite „OMGWTF-LKW-Erlebnis“ des Tages beschert. So schnell und weit ist vermutlich selten eine Gruppe Touris in die Böschung gesprungen – das niemand auf einem Baum saß, ist echt alles. Aber lieber so als im Weg stehen…

Nachdem wir auf der Straße erstmal zu weit laufen, weil Alca die Wegbeschreibung nicht gelesen hat die Karte ungenau ist, genau, nachdem wir das also getan haben, drehen wir um, laufen zur Abzweigung zurück und finden uns wieder auf einem Trampelpfad durch wunderhübsche Landschaft. Hachedihach und so. Ganz am Ende kommen wir aus den Hügeln wieder nach unten und müssen dann noch einige Bäche und ein Stück Sumpflandschaft überwinden, was uns mehr oder minder gut gelingt. Am Ende sind wir aber alle heil wieder auf der Straße – auf der gerade ein Grüppchen Schafe läuft. Die treiben wir erstmal munter vor uns her, bis auf einer Seite kein Zaun mehr ist und sie flüchten können. Eigentlich schade.

Rush hour in Scotland

Am Parkplatz genießen wir noch den Blick auf zwei echt schicke Oldtimer (von denen gab’s in der Gegend eh viele. Und schicke!) und fahren dann Richtung Heimat. Auf dem Weg halten wir noch kurz am Fährhafen an und stellen fest, dass die Fähre zur Insel Mull einen ziemlich happigen Preis hat. Na, mal sehen.

Ein letzter Blick auf die Küste, inklusive pitoresker Ruine, die wahrscheinlich nur für die Touris da hingesetzt wurde. :ugly:

Schicke alte Autos

Als wir wieder am Cottage sind, gibt es Kartoffel-Brokkoli-Dinge unterm Käse. (Warum kennt Word „Kartoffel-Brokkoli-Dinge“, aber nicht „Neoprenanzüge“ oder „Fleecejacke“? Strange.) Außerdem gibt es Nachtisch, nämlich Schoko- und Zitronenmousse, von denen letzteres wegen seines Nachgeschmacks auf „Seifenmousse“ umgetauft wird. Die Schoko-Variante ist aber echt lecker. Es folgen der übliche kurze Kletterausflug zur Küste, ein gemütlicher Abend und eine Marder-Sichtung gegen Mitternacht – wie üblich genau dann, als wir gerade schon auf dem Weg ins Bett sind.

17.08.11

Tag 5: Immer schön die Treppen rauf runter

Der nächste Morgen knüpft an die „Oh guck mal, Tiere!“-Serie des Vortags an: Auf dem Tisch im Garten hockt ein Rotkehlchen. „Oh guck mal, das sieht aber ganz schön kugelig aus. Wird wohl kalt sein.“ Das Wetter-Kehlchen ist erfunden und ersetzt uns für den Rest der Woche gegen gestreute Brotkrümel das Thermometer. Thiii! Die kühle Temperatur hält an diesem Tag nicht lange an, die Sonne strahlt und sorgt für sommerliche Wärme bis Hitze.

Wir brauchen neue Lebensmittel, also geht es heute nach Fort William. Dieses Mal über eine direktere Route mit kurzer Fähre. (Wobei „kurz“ wirklich kurz ist: Die Überfahrt dauert vielleicht zwei bis drei Minuten.) Viel schneller sind wir trotzdem nicht, aber gefühlt ist es kürzer.

User auf der Fähre (Foto von Meta)

Nachdem wir kurz durch den Ort gebummelt sind und die Touri-Info sowie einen Outdoor-Laden abgegrast haben, fahren wir zum Glen Nevis Visitor Center und überlegen dort vor den diversen Karten und Broschüren, wo und wie wir wandern wollen. Das tun wir so lange und ausgiebig, dass wir auf die Angestellte offenbar hilfsbedürftig wirken. Sie empfiehlt uns, den Weg, den wir ins Auge gefasst haben, lieber in umgekehrter Richtung zu wandern wie eingezeichnet. Er sei an einer Stelle recht steil und das wäre für den Aufstieg blöd. Wir bedanken uns und wandern los.


Berge mit und ohne User (Foto oben von Nimiel)



Die Landschaft ist idyllisch, es geht auf einem Weg à la "alte Römerstraße" am Fuß des Ben Nevis entlang und nur mäßig bergauf. Wenn wir alles einsammeln würden, was so in der Landschaft liegt, hätten wir nach zwei Meilen eine halbe Wandergarderobe zusammen. Meine Güte. Ich mein, ich bin ja selbst verpeilt. Aber auf derart kurzem Weg eine Sonnenbrille, zwei Handschuhe und ein Shirt zu finden (und war da nicht noch was? Sandalen oder so?) – das ist schon krass. Nebenbei stehen immer mal wieder Schilder in der Landschaft, die daran erinnern, alles bei sich zu haben, das man brauchen könnte. Und zur Vorsicht mahnen. Wir grinsen ein wenig darüber, aber hey – die Leute von der Bergrettung werden schon wissen, wie viele schlecht vorbereitete Touris sie jedes Jahr vom Berg holen müssen.

Wir wandern jedenfalls nur ein Stück an den Ausläufern entlang, dann geht es wieder nach unten. Steil. Mit improvisierten Treppen. Ürgs. Wenn das unser Aufstieg gewesen wäre… Wir überlegen, der Dame im Visitor Center einen Blumenstrauß zu spendieren. Nur dass man hier keinen finden wird. Auf etwa halbem Weg werden wir aus unseren Gedanken gerissen, denn uns kommt ein ca. 70-jähriger Mann entgegen. Joggend. W.T.F.?!

Mal zur Illustration: der Abstieg (Foto von Meta)

Abwärts geht der Weg aber ganz gut und den Rest der Strecke (leider teils auf breiter, ebener Schotterpiste) bringen wir auch zügig hinter uns. Es folgt noch der geplante Einkauf, dann geht es wieder zurück. Abends bezieht es sich etwas und nieselt leicht, wodurch der Sonnenuntergang während unseres üblichen Strand-Gekletters einfach nur grandios aussieht und gleichzeitig einen knalligen Regenbogen über das (leider gerade fast verebbte) Loch zaubert. Ich bin hin und weg.

Alca und Kari beim Ebenfalls-Hin-Und-Weg-Sein


Der Marder lässt uns heute im Stich, obwohl wir beim Einkauf extra Studentenfutter für ihn mitgebracht haben. Erst als alle aufgegeben haben und ins Bett gegangen sind, huscht er auf die Terasse – und direkt vor die Kamera von Alca, der gerade noch was aus dem Wohnzimmer holen will.

Thiii!

10.08.11

Tag 4: Wo sich Hirsche und Marder gute Nacht sagen. Oh, und Raptoren.

Endlich habe ich wieder deutlich besser geschlafen und bin wunderbar entspannt. Draußen strahlt die Sonne vom Himmel, Urlaubsstimmung, yay!

Wir gehen mal ein bisschen die Umgebung erkunden. Was erstmal damit endet, dass wir genau die Ausfahrt runter und über die Straße kommen, bevor wir auch schon in die Botanik abbiegen. Was muss die Küste auch so verführerisch vor der Haustür liegen? Den Vormittag über sind wir damit beschäftigt, auf Felsen rumzuklettern und Krebspanzer in diversen Stadien der Zerstörung zu finden.

(Foto von Alca)

Als wir dann endlich dazu kommen, mal der Straße zu folgen, stoßen wir nach kurzer Zeit auf eine Abzweigung. Privat. Betreten auf eigene Gefahr. Ah, wird schon passen. Am Ende eines kurzen Trampelpfads verbergen sich ein Bootsanleger und eine Holzplattform mit Tisch und Stühlen, die nach „romantisches Abendessen am Wasser“ schreit. Thii.



Etwas weiter die Straße lang stoßen wir auf einen ausgewiesenen Wanderweg, der uns hoch auf die Hügel führt. Und dann wieder runter in ein Sumpfgebiet, das nach endlosem Matsch aussieht. Hm. Vielleicht doch die Abzweigung weiter vorne? Wir versuchen es und finden uns in mannshohem Farn. Ob sich da Raptoren drin verstecken? Bestimmt. Kurze Zeit später stehen wir an einem steilen Abstieg, der wieder in das Sumpfgebiet führt. Hmpf. Dann eben zurück. Wir laufen noch ein wenig an der Straße lang, dann kehren wir endgültig um.


Der Rest des Nachmittags vergeht mit Abhängen und weiterem Rumgekletter an der Küste in Begleitung von Nimiel, Meta und Alca. Inzwischen ist endgültig Ebbe, was den Aktionsradius großzügig ausdehnt. Yay!

Abends gibt es Gemüsereis, der wie die Nudeln am Vortag großzügig mit Käse bestreut wird. Angesichts dessen einigen wir uns darauf, den Käse ab jetzt schon bei der Zubereitung hinzuzufügen. Die Frage nach dem Abendessen lautet ab jetzt: Was gibt’s heute unterm Käse? Nach dem Essen steigt der Cider-Pegel, das Niveau nimmt im gleichen Maße ab. Außerdem gibt es natürlich den üblichen Schlagabtausch zwischen Nordlichtern und Alpenbewohner. „Wieso ist denn das so lange hell?“ – „Weil wir im Norden sind.“ – „Ach stimmt, hier gibt’s ja schon fast Polartag.“ – „Naja, ganz so weit sind wir ja nun auch wieder nicht. Da müssten wir überm nördlichen Wendekreis sein.“ – „Überm Nerd-lichen Wendekreis? Passt doch zu uns.“ Ja, geschrieben tut das irgendwie weh. Aber live war’s witzig.

Nebenbei stelle ich fest, das Fudge sehr großartig schmecken kann, wenn man gutes erwischt. Und dass die „Dandelion & Burdock“-Limo riecht wie Ricola-Bonbons in flüssig. Schmecken tut sie allerdings nicht schlecht, kräuterig und vor allem nach Anis. Ich mag’s. Zwischendurch gehen wir – es ist ja lange hell – noch einmal runter ans Wasser. Und überraschen dort zwei Hirschkühe, die auch gerade einen Abendspaziergang machen.


Eine der beiden - die zweite war etwas kamerascheu.

Was sich wunderbar einreiht, denn im Cottage hängt ein Zettel, der uns anweist, leckere Dinge auf die Terrasse zu legen, dann würde ein Marder vorbeischauen. Was wir natürlich prompt ausprobieren müssen. Zuerst läuft nur (was heißt eigentlich „nur“?) ein Igel vorbei, aber gegen halb zwölf, als wir gerade aufgeben wollen, wuselt wirklich ein Marder (Pine Martin – Baummarder?) auf die Terasse. Den hingelegten Apfel mag er allerdings nicht. Verwöhntes Vieh.

06.08.11

Tag 3: Aufbruch in die Pampa

Die Klassenfahrt ist weg, die Nacht wird ruhiger – aber geschlafen habe ich trotzdem schlecht. Wir hängen noch ein wenig am Grassmarket ab und ich entdecke in einem Kiosk wunderbar altmodische Limonaden, von denen ich „Victorian Lemonade“ und „Dandelion and Burdock“ mitnehme. Um mir im Anschluss erstmal von einem meiner Mitreisenden per Smartphone rausfinden zu lassen, was Burdock heißt. Klette. Nun ja, wir sind gespannt.

Wir bummeln noch mal in Richtung Hollyrood House (Zweites Mal Edinburgh, zweites Mal nicht geschafft. Gute Ausrede für einen dritten Besuch, finde ich.) und gehen anschließend die Koffer holen. Damit geht es dann zur Europcar-Filiale im Bahnhof. Wir stellen mal knapp fest: Dass Edinburgh aus Hügeln besteht, ist echt anstrengend, wenn man mit Gepäck unterwegs ist. Immerhin läuft beim Auto-Abholen alles sehr schnell und unkompliziert und ehe wir uns versehen, haben wir einen Opel Insignia und einen VW Passat, beide mit nicht gerade wenig Schnickschnack ausgestattet. Wroooum wrooooum! Ich bin ja echt nicht für Autos zu begeistern, aber diese zwei Schätzchen haben schon was für sich.

Für den Rest des Tages bin ich dösender Rückbank-Sitzer und bewundere vor allem Nimiel, die uns heil durch den Stadtverkehr aus Edinburgh bringt, bevor sie an Tim übergibt. Und beschmachte die Landschaft, die stetig hübscher wird. Als wir gegen Ende der Fahrstrecke ins Glen Coe kommen, sterbe ich halb vor innerlichem Thii. Es. Ist. So. Dermaßen. Schön.
Sucht das Schildmehdchen. ;)
(Bilder von Alca und Nimiel)
Es folgt ein Zwischenstopp in Fort William, der letzten Stadt vor der nur mit kleinen Dörfchen ausgestatteten Halbinseln Ardnamurchan. Einmal Lebensmittel fürs Wochenende gebunkert, dann geht es auf zur letzten Etappe. Das Navi prophezeit uns für die ca. 40 Meilen etwa anderthalb Stunden Fahrzeit. Ich erkläre es für bekloppt. Das ist über Land, kein Stadtverkehr!



Das Navi hat Recht. Es geht über größtenteils einspurige Straßen mit Ausweichbuchten, außerdem mit vielen Kurven und Hügeln, und es dauert ziemlich exakt anderthalb Stunden. Aber es sieht gut dabei aus. Hachedihach. Landschaft! So viel Landschaft! Küste und Berge und Moor und Felsen und – hach. Und ein Schild, das vor kreuzenden Elefanten warnt. WTF?! Leider ist niemand schnell genug mit der Kamera.

Das Haus entpuppt sich als wirklich schön mit genügend großer Küche, Blick aufs Meer und Kamin. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Für viel mehr als den reicht unsere Energie heute auch nicht mehr – nach dem Abendessen fallen wir ziemlich schnell ins Bett.

Don Boromir, äh, die Dun Borodil Lodge

die Männer beim Abhängen

das obere Wohnzimmer - von uns kaum genutzt

die Mädels beim Kochen (nein, die Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern war nicht immer so)

die Aussicht *schmacht*