24.10.10

Alt, ganz alt, mittelalt(erlich)


Hach ja. Mal wieder ein Nachmittag mit schöner Musik und ... einigen Überraschungen.

Ich war nämlich auf einem, man höre und staune, Konzert mit Mittelalter- und Renaissancemusik. Nur ein paar Dörfer weiter, mitten auf dem platten Land. Das war schon mal die erste Überraschung, dass es das da so gibt.

Die zweite war der Altersschnitt des Publikums, der so zwischen 70 und 80 gelegen haben dürfte. Ich hab wirklich einen Moment gedacht, ich hätte mich in Ort oder Zeit geirrt, als ich in den Saal kam. Aber gut, da ist wohl einfach das Stammpublikum der Gaststätte, in deren Saal das stattfand, gekommen. Ist ja auch nicht schlimm. Nur im ersten Moment irritierend.

Danach gab es auf jeden Fall ein buntes Programm: Zwei Solisten, ein Chor und eine Mittelalter-Band. Wobei der Chor ein wenig aus dem Rahmen fiel, der war nämlich kurzfristig für den ursprünglich gebuchten Chor eingesprungen und hatte jetzt kein wirklich zur Epochenauswahl passendes Programm. Hat aber davon abgesehen eine gute Leistung abgeliefert und schöne Lieder gewählt.

Die beiden Solisten haben Vertonungen von Shakespeare-Sonetten bzw. Lieder aus einem spätmittelalterlichen Liederbuch gesungen. Das traf nicht hundertprozentig meinen Musikgeschmack, war aber auf jeden Fall hörenswert. Man könnte sagen "Mal was anderes", wenn das nicht für viele Leute einen so negativen Beigeschmack hätte. ;-) Damit man einen Eindruck bekommt: Zwar andere Interpretin, aber mal ein Sonett.

Mein persönliches Highlight war jedenfalls, und das ist wohl keine Überraschung, die Mittelalterband namens Drachenflug. Was soll ich sagen? Sie haben den Saal gerockt. Was bei dem oben erwähnten Altersdurchschnitt schon wirklich erstaunlich ist. (Oder hab ich einfach ein falsches Bild von alten Leuten?) Nachdem sie jedenfalls anfangs recht zögerlich waren, haben sie nach dem letzten Lied mit frenetischem Applaus und "Woohoo"-Rufen eine Zugabe gefordert. Die natürlich auch kam - und ich lag erstmal halb auf dem Tisch in dem verzweifelten Versuch, einen hysterischen Lachanfall zu unterdrücken.

Denn es kam dies hier (also, in voller 5-Mann-Besetzung und ohne die schlechte Videoqualität. *fuchtel*).



Ja. Die Forums-Leute werden mich verstehen. Für die anderen: Das Lied kenne ich weder im Original noch in der "normalen" deutschen Übersetzung, sondern nur in der Umdichtung fürs Rohan-Larp. Und die ist einfach zum Schießen. Jetzt hab ich also mal eine originalere Version gehört und muss sagen, sie war auch toll. Und hat noch mal mindestens den halben Saal zum Klatschen und Mitwippen gebracht. Hach. Einfach toll.

Ja. Das war so das letzte Sahnehäubchen für mich. Die letzte Überraschung war aber eher die Erkenntnis am Ende, dass ich vorher zwei, drei Lieder im Kopf hatte, die ich erwartet hätte - und keins kam vor. Kein Tourdion. Kein "Belle qui tiens ma vie". Keine "Phyllis im Garten". Und trotzdem ein gelungenes und zum Zeitrahmen passendes Programm. So kann's gehen.

13.10.10

Dreckswoche


Dreckswoche, die, -, n: Eine Woche wie diese.

Eigentlich wollte ich lang und episch bloggen über das, was diese Woche so passiert ist, aber ich habe gerade keinen Nerv dazu. Daher folgt hier eher eine Kurzfassung.

Die Woche begann damit, dass ich ziemlich genau um Mitternacht in der Nacht von Sonntag auf Montag mit dem Auto liegen blieb. Mitten auf der Landstraße, schön im Nirgendwo. Mit einem in Ohren und Seele schmerzenden Geräusch seitens des Autos. Nach einer dreiviertel Stunde wurde ich endlich vom ADAC gerettet und zur nächsten Werkstatt geschleppt. Man sollte allerdings nicht unerwähnt lassen, dass ich zwischendurch eine wirklich rührende Begegnung mit einem älteren Herrn hatte, der anhielt, helfen wollte und sogar anbot, gemeinsam mit mir zu warten, bis der Abschleppwagen kommt. Ich könnte doch da nicht nachts allein .* Ich hab's dann abgelehnt, aber dankbar war ich trotzdem. Dem ADAC-Menschen allerdings noch mehr, jedenfalls nachdem er sich entschlossen hat, mich mitzunehmen und ich nicht länger in der Kälte neben ihm stehen und warten musste, während er in den Motorraum gestarrt hat.

Ja. Soweit zum Start in die Woche. Sie ging - um bei der Autogeschichte zu bleiben - damit weiter, dass Ingo in der Werkstatt steht und einen komplett neuen Motor bekommt, weil der alte so sehr im Eimer ist wie nur möglich. Yay. Da gehen sie hin, meine letzten vier Monatslöhne. ... Gut. Sehen wir's positiv. Immerhin *habe* ich das Geld aufm Konto. Auch wenn ich das eigentlich gerne für Kautions- und Einrichtungsdinge verwendet hätte, wenn sich denn mal Job und Umzug auftun.

Womit wir beim nächsten Thema sind. (Was für eine Überleitung!) Die Leute aus B. haben sich dann heute mit gehöriger Verspätung hören lassen und abgesagt. Meh. Man ist's ja inzwischen gewöhnt und nachdem's so lange dauerte, hab ich's nicht mehr anders erwartet. Aber unter den hochgelobten, ach-so-geeigneten letzten 13 Kandidaten für die 4 Stellen zu sein und dann doch wieder nicht gut genug - meh.

Ansonsten noch eine schöne Erkältung, die nicht wirklich schlimm ist, aber in meinem Job einfach nervt. Irgendwann kommt immer dieser Punkt "Wenn ich heute noch EIN MAL nach hinten rennen muss, um mir die Nase zu putzen und die Hände wieder zu waschen / desinfizieren, dreh ich durch." Und dann macht man's doch wieder, man kann's ja nicht abstellen.

Und wisst ihr, was mich wundert? Ich hab gute Laune. Mit Galgenhumor-Anteil, aber durchaus auch ganz echt gute Laune. Vielleicht liegt's an der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch in T. (Wer was ahnt, wird schon richtig ahnen.) Vielleicht auch nur an ... Dingen. Jedenfalls scheint's keine Einbildung zu sein, wenn selbst mein Unterbewusstsein fröhlich-alberne Träume fabriziert.


* Unausgesprochen: Allein als Frau. Aber in der Situation wär ich nicht mal böse gewesen, wenn er's so gesagt hätte. ;-) Auch wenn ich die meiste Zeit eher genervt war, nicht panisch. Schiss hatte ich nur, als ich das Warndreieck aufgestellt hab und die Maisfelder links und rechts im Wind geraschelt haben. Das klang so dermaßen, als ob da jemand durchschleicht... *grusel*

07.10.10

Spickzettel


Manchmal hat man das Bedürfnis, seinen Kunden beim Betreten des Ladens einen Spickzettel in die Hand zu drücken. So mit ... Empfehlungen, was sie tun und lassen sollten. Darf ich natürlich nicht, deshalb gibt's ihn jetzt hier. *g*


  1. Wenn Gutscheine abgelaufen sind, sind sie abgelaufen. Sie werden nicht wieder gültig, egal, wie kreativ eure Argumente sind. (P.S.: "Bei Burgerking kann man die nen Tag später noch einlösen" ist nicht kreativ.)
  2. Wenn die Gutscheine nicht mehr gültig sind und ich euch das im Laden sage, bringt es nichts, zwei Minuten später damit durch den Drive zu fahren. Die Kollegin kennt das Verfallsdatum auch.
  3. Ihr habt meine ewige Dankbarkeit, wenn ihr eure Kinder dazu bringt, nicht alle durcheinander zu reden, wenn sie mit euch vor der Kasse stehen und ihre Happy Meals selbst bestellen. Und wenn ihr selber wartet, bis ich alles abgefragt habe, bevor ihr mit der Bestellung weitermacht. Sonst darf ich anschließend wieder zusammenpuzzeln, warum die Kasse mir sagt, ich hätte eine Beilage zu wenig für diese Anzahl Menüs.
  4. Wenn wir deinem Enkel in mühevoller Kleinarbeit aus den Rippen leihern müssen, was er ins Happy Meal will, dann ist es nicht die feine Englische, wenn du die ganze Zeit daneben stehst, genervte Kommentare murmelst und anschließend auf meine Frage "Und für Sie?" sagst, dass dir der Appetit vergangen ist, weil's Kind nicht gespurt hat. Da kann ich nämlich auch nix für.
  5. Auch McDoof-Mitarbeiter sind Menschen und machen Fehler. Es ist völlig okay, uns darauf hinzuweisen, wenn noch etwas auf dem Tablett fehlt oder das Rückgeld nicht korrekt ist. Es wäre aber toll, wenn ihr dabei nicht klingt, als hätten wir gerade ein Verbrechen begangen.
  6. Wenn ihr kein Wort Deutsch könnt, fahrt nicht ausgerechnet durch den Drive. Nicht jeder Kollege kann fließend Englisch.
  7. Wenn ihr von unserem Angebot verwirrt seid, fragt uns ruhig. Ernsthaft. Ich bin immer glücklich, wenn ich mal beraten darf, statt das Frage-Antwort-Spiel runter zu beten.
  8. Wenn ich euch im Drive abkassiere, habe ich oft schon das nächste Auto "am Ohr" und nehme die Bestellung auf. Wenn ihr noch Fragen habt, ist es völlig in Ordnung, mich trotzdem anzusprechen. NICHT in Ordnung ist es, blöde Kommentare zu brüllen und eure Musik auf Anschlag zu drehen, damit ich kein Wort mehr verstehe. (Boahey. Ewiger Zorn für die Bande neulich.)
  9. Wenn wir euch sagen, dass ein Produkt ausverkauft ist, wird das stimmen. Es wird nicht magisch wieder aufploppen, weil ihr rummeckert. (P.S. Ein gönnerhaftes "Fragen Sie doch noch mal die Kollegin, vielleicht findet die ja noch was" führt meistens nicht zur Besserung der Stimmung.)
  10. Wir dürfen kein Trinkgeld annehmen. Komplimente, Dankeschöns und nette Worte schon. [/zaunpfahl] (Danke an alle, die mir und meinen Kollegen auf diese Weise den Tag retten!)