19.04.10

Was gerufen wird...


kommt.


Ich sollte es endlich mal beherzigen. Warum musste ich gestern noch in einem Nebensatz darüber jammern, dass ich Schichten hasse, in denen der Mäcces wie ausgestorben ist? Sie haben uns ja sowas von überrannt.

Kurzfristig krank gewordene Leute und gefühlt die gesamte Region an einem Abend zu Gast. Aaaaaaaah. Die Schichtführerin hat noch verzweifelt Leute herbeitelefoniert, Göttin sei Dank, aber trotzdem war ich nach den gerade mal sechs Stunden gestern so tot wie sonst nach acht kaum. Und dann auch noch miese Stimmung im Team, wo sonst gerade bei Stress alle sich gegenseitig aufbauen. Gestern irgendwie nicht, da gab's eher Gezicke und Gekeife. Gaaaaanz großes Kino.

... und wenn ich noch mal im größten Chaos ca. 15 Tabletts plus den inzwischen vom Wind in alle Himmelsrichtungen verteilten Müll von der Terasse absammeln darf, weil die werten Herrschaften Gäste zu deppert sind, ihren Kram reinzubringen, krieg ich nen Anfall. Wie schwer kann es sein, ein Tablett nach drinnen zu tragen?

(Dass ich dem Post gerade das Label "Job" verpasse und mir dabei einfällt, dass das eine mögliche Schreibweise von Hiob ist, erheitert mich gerade mehr, als es sollte.)

18.04.10

Tanz-Wochenende! W00t! :D



Dochdochdoch, anderslautenden Gerüchten zum Trotz leben sowohl ich als auch das Blog noch. Aber es ist einfach erstaunlich, wie platt und wie unmotiviert zum Bloggen man sein kann, wenn man ein paar stressige Schichten beim goldenen M hinter sich hat. Wobei stressig immer noch besser ist als ein ausgestorbener Laden, durch den quasi ab und zu mal ein Tumbleweed rollt. Ich hätte dann jetzt übrigens den Probemonat überstanden. Yay?

Aber eigentlich wollte ich vom letzten Wochenende erzählen. Ist ja auch erst eine Woche her. *hust* (… Moment mal, was TUT mein Vater da draußen? Wieso montiert er die Wäschespinne jetzt wieder ab, die er gerade aufgebaut hatte? … Äh ja, weiter im Text.) Das letzte Wochenende bescherte mir nämlich endlich mal wieder eine richtig wundervolle Auszeit in Form eines Tanz-Wochenendes. Genau das, was ich gerade gebraucht habe.

Nach kurzem Hin und Her mit dem Schichtplan hatte ich – tauschbereiter Kollegin sei Dank – am Freitag ab 16:30 frei und wie der Zufall es wollte, war wenig los, was meine Schichtführerin bewog, mich schon um 16:10 in den Feierabend zu schicken. Woohoo! Eine Blitzdusche und einen kurzen Einkauf (Fahrtproviant, nicht vom goldenen M) später war ich auf dem Weg nach Südwesten und hatte eine wunderbar staufreie Fahrt. Das Navi war dieses Mal denn auch mein großer Freund und lotste mich einwandfrei. Ich hatte ja vorher gezweifelt, ob ich noch nach der Schicht fahren soll, aber im Nachhinein muss ich sagen, es war die einzig richtige Entscheidung.

Ich wurde mit den Worten „Es gibt noch Abendessen, beeil dich!“ am Burgtor begrüßt, was der passende Auftakt zum Wochenende war. Die Verpflegung hatte sich im Vergleich zum letzten Treffen unglaublich verbessert, gleichzeitig hatten wir – geprägt von den Erfahrungen beim letzten Treffen – die forumstypischen Mengen an Keksen etc. noch ein wenig gesteigert. OMG, ich will gar nicht wissen, wie viel ich an diesem Wochenende gefuttert habe. Eigentlich lässt sich das Wochenende eh in drei Worten zusammenfassen. Nein, vier. Essen, tanzen, knuddeln und lachen.

Getanzt wurde am Freitagabend erstmal in großer Runde, die dieses Mal noch zu etwa 50% aus Forumsmenschen bestand – der Rest wurde anderweitig mitgeschleppt oder stieß durch irgendwelche Umwege zu uns. Am Freitag also erstmal ein paar alte Lieblinge und neue Tänze, von denen ich einen gleich in die Lieblingsliste aufgenommen habe. Nicht, dass ich noch wirklich nen Überblick über diese Liste hätte – warum sind so viele Tänze toll? Nebenbei lassen wir die Traditionen des Tanztreffens aufleben: gegenseitiges Anschmachten diverser Klamotten, gemeinschaftliches Lästern, nackte Kerle (und inzwischen auch Frauen) und natürlich „das andere Links“.

Nach einer Nacht so gut wie ohne Schlaf schaffen wir es am Samstag trotzdem, uns in Workshops einzugruppieren. Die sind die große Neuerung des Wochenendes: Der Samstag ist unterteilt in vier Blöcke à 1,5 Stunden, bei denen man jeweils zwischen zwei Schwerpunkten wählen darf. Eine Entscheidung, die wirklich nicht einfach ist. Ich sortiere mich am Vormittag zu den komplizierten Playfords und der erneuten Einführung ins Quattrocento, was sich als gute Entscheidung herausstellt. Passend zum Mittagstief wähle ich anschließend lieber Playfords statt einer erneuten, diesmal komplexeren, Quattrocento-Einheit. So wunderschön die Tänze sind, ich brauche einfach zu viel Konzentration dafür. *gähn*

Eigentlich habe ich gerade endgültig beschlossen, für heute auch bei den einfacheren Tänzen zu bleiben, als für den letzten Block mit komplizierteren Playfords händeringend Tänzer gesucht werden, um die nötige Anzahl an Paaren voll zu machen. Hnngsja, ich komm ja schon. Eine Entscheidung, die Gold wert ist. Wir lernen nach dem Vormittags-Workshop eine zweite Runde an Tänzen, die von den Standards abweichen und dadurch einen besonderen Reiz haben. Am Kompliziertesten, „Punks Delight“ arbeiten wir wohl etwa eine Stunde, bis alle Beteiligten ihre Raumwege halbwegs kennen – aber als er läuft, ist er großartig. (Und nein, ich kann euch nicht erklären, was der Tanz mit Punks zu tun hat. Außer vielleicht, dass er so auffällig von den Gewohnheiten abweicht.)

In der Pause nach dem Abendessen findet sich das Zimmer 6 zum allgemeinen Feinmachen für den „Ball“ zusammen und befindet das Workshop-Konzept des Tages schon mal für gelungen. Ein bisschen schade, dass man die Tänze immer „nur“ lernt und dann zum nächsten übergeht, wenn man gerade anfängt, sie zu mögen. Aber sonst ist die Möglichkeit, sich sein Programm selbst zusammen zu stellen, einfach toll.

Der Samstagabend ist dann wieder der Höhepunkt des Wochenendes: Fast alle führen wunderschöne Gewandungen aus, die ständig zu „Oooooh, so eins muss ich mir auch mal nähen!“ hinreißen. Die neuen Tänze werden von den jeweiligen Workshop-Gruppen vorgeführt, zwischendurch gibt es reichlich Gelegenheit, alte Lieblinge wieder zu tanzen und in den Pausen ernsthafte Diskussionen zu vertiefen gnadenlos albern zu sein. Ich habe zunächst gemeinsam mit Limiel einen etwa fünfminütigen, tränenreichen Lachanfall über einigen Keksen, der durch Asphodeles skeptische Frage „Sind das Haschkekse?“ noch mal verlängert wird. (Nein, wodurch er ursprünglich ausgelöst wurde, weiß ich nicht mehr. Brauchen wir einen Anlass?) Wenig später erwischt mich, Juanita und Sakura dann „der Schrecken, der die Nacht durchflattert“. Unsere armen Tanzpartner haben sich wahrscheinlich schon langsam nach neuen Partnerinnen umgesehen, während wir uns mühsam wieder berappelt haben. Was Übermüdung so alles anrichten kann…

Dementsprechend schlafe ich in den fünf (?) Stunden der folgenden Nacht wie ein Stein. Warum denn nicht gleich so? Der Sonntagvormittag lässt die letzten Zweifel am Workshop-Konzept verfliegen: Es gibt noch einmal Gelegenheit, die frisch gelernten Tänze zu tanzen und dieses Mal in Ruhe zu genießen. Ich bin endgültig selig und weiterhin voller Bewunderung für unsere Tanzmeisterinnen, die es wieder ein komplettes Wochenende lang geschafft haben, uns übermüdeter, alberner Meute Tänze beizubringen. So viel Geduld und Energie ist wirklich bewundernswert!

Tja, und dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei. Kein Tanzwochenende mehr vor November. Meeeeeeeh. Na, zum Glück gibt’s andere schöne Dinge zum Freuen. (Note to self: Endlich um Urlaub kümmern!)