22.11.10

Berlin, Berlin! Ich fahre nach Berlin!

Und zwar in drei Wochen. Überstürzte Umzüge waren ja schon immer meine Spezialität. Und die meiner Arbeitgeber. :noch-mehr-ugly:

Jedenfalls hat das letzte Vorstellungsgespräch tatsächlich Erfolg gehabt, auch wenn ich zwischendurch ja arge Zweifel hatte. Und jetzt hat mich die Hauptstadt für ein Jahr wieder, wenn auch im eher unpolitischen Bereich. Volontariat in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit eines ... Unternehmens im sozialen Bereich, nennen wir es mal. *fuchtel*

Ich freu mich jedenfalls nen Keks, dass der Urlaub mit diesem Ausblick endet. Nur noch zwei Wochen, dann hab ich meine letzte Urlaubswoche des Jahres und kann anschließend in Berlin anfangen. Das ist mal Timing. Nur noch zwei Wochen am Grill stehen. Nur noch zwei Wochen "Guten Tag, ihre Bestellung bitte". Nur noch zwei Wochen Schichtdienst. Nur noch zwei Wochen mit den großartigen Kollegen.

Tja. Mehr zum Urlaub dann später, jetzt geh ich erstmal feiern. Und den Rest Urlaub genießen.

24.10.10

Alt, ganz alt, mittelalt(erlich)


Hach ja. Mal wieder ein Nachmittag mit schöner Musik und ... einigen Überraschungen.

Ich war nämlich auf einem, man höre und staune, Konzert mit Mittelalter- und Renaissancemusik. Nur ein paar Dörfer weiter, mitten auf dem platten Land. Das war schon mal die erste Überraschung, dass es das da so gibt.

Die zweite war der Altersschnitt des Publikums, der so zwischen 70 und 80 gelegen haben dürfte. Ich hab wirklich einen Moment gedacht, ich hätte mich in Ort oder Zeit geirrt, als ich in den Saal kam. Aber gut, da ist wohl einfach das Stammpublikum der Gaststätte, in deren Saal das stattfand, gekommen. Ist ja auch nicht schlimm. Nur im ersten Moment irritierend.

Danach gab es auf jeden Fall ein buntes Programm: Zwei Solisten, ein Chor und eine Mittelalter-Band. Wobei der Chor ein wenig aus dem Rahmen fiel, der war nämlich kurzfristig für den ursprünglich gebuchten Chor eingesprungen und hatte jetzt kein wirklich zur Epochenauswahl passendes Programm. Hat aber davon abgesehen eine gute Leistung abgeliefert und schöne Lieder gewählt.

Die beiden Solisten haben Vertonungen von Shakespeare-Sonetten bzw. Lieder aus einem spätmittelalterlichen Liederbuch gesungen. Das traf nicht hundertprozentig meinen Musikgeschmack, war aber auf jeden Fall hörenswert. Man könnte sagen "Mal was anderes", wenn das nicht für viele Leute einen so negativen Beigeschmack hätte. ;-) Damit man einen Eindruck bekommt: Zwar andere Interpretin, aber mal ein Sonett.

Mein persönliches Highlight war jedenfalls, und das ist wohl keine Überraschung, die Mittelalterband namens Drachenflug. Was soll ich sagen? Sie haben den Saal gerockt. Was bei dem oben erwähnten Altersdurchschnitt schon wirklich erstaunlich ist. (Oder hab ich einfach ein falsches Bild von alten Leuten?) Nachdem sie jedenfalls anfangs recht zögerlich waren, haben sie nach dem letzten Lied mit frenetischem Applaus und "Woohoo"-Rufen eine Zugabe gefordert. Die natürlich auch kam - und ich lag erstmal halb auf dem Tisch in dem verzweifelten Versuch, einen hysterischen Lachanfall zu unterdrücken.

Denn es kam dies hier (also, in voller 5-Mann-Besetzung und ohne die schlechte Videoqualität. *fuchtel*).



Ja. Die Forums-Leute werden mich verstehen. Für die anderen: Das Lied kenne ich weder im Original noch in der "normalen" deutschen Übersetzung, sondern nur in der Umdichtung fürs Rohan-Larp. Und die ist einfach zum Schießen. Jetzt hab ich also mal eine originalere Version gehört und muss sagen, sie war auch toll. Und hat noch mal mindestens den halben Saal zum Klatschen und Mitwippen gebracht. Hach. Einfach toll.

Ja. Das war so das letzte Sahnehäubchen für mich. Die letzte Überraschung war aber eher die Erkenntnis am Ende, dass ich vorher zwei, drei Lieder im Kopf hatte, die ich erwartet hätte - und keins kam vor. Kein Tourdion. Kein "Belle qui tiens ma vie". Keine "Phyllis im Garten". Und trotzdem ein gelungenes und zum Zeitrahmen passendes Programm. So kann's gehen.

13.10.10

Dreckswoche


Dreckswoche, die, -, n: Eine Woche wie diese.

Eigentlich wollte ich lang und episch bloggen über das, was diese Woche so passiert ist, aber ich habe gerade keinen Nerv dazu. Daher folgt hier eher eine Kurzfassung.

Die Woche begann damit, dass ich ziemlich genau um Mitternacht in der Nacht von Sonntag auf Montag mit dem Auto liegen blieb. Mitten auf der Landstraße, schön im Nirgendwo. Mit einem in Ohren und Seele schmerzenden Geräusch seitens des Autos. Nach einer dreiviertel Stunde wurde ich endlich vom ADAC gerettet und zur nächsten Werkstatt geschleppt. Man sollte allerdings nicht unerwähnt lassen, dass ich zwischendurch eine wirklich rührende Begegnung mit einem älteren Herrn hatte, der anhielt, helfen wollte und sogar anbot, gemeinsam mit mir zu warten, bis der Abschleppwagen kommt. Ich könnte doch da nicht nachts allein .* Ich hab's dann abgelehnt, aber dankbar war ich trotzdem. Dem ADAC-Menschen allerdings noch mehr, jedenfalls nachdem er sich entschlossen hat, mich mitzunehmen und ich nicht länger in der Kälte neben ihm stehen und warten musste, während er in den Motorraum gestarrt hat.

Ja. Soweit zum Start in die Woche. Sie ging - um bei der Autogeschichte zu bleiben - damit weiter, dass Ingo in der Werkstatt steht und einen komplett neuen Motor bekommt, weil der alte so sehr im Eimer ist wie nur möglich. Yay. Da gehen sie hin, meine letzten vier Monatslöhne. ... Gut. Sehen wir's positiv. Immerhin *habe* ich das Geld aufm Konto. Auch wenn ich das eigentlich gerne für Kautions- und Einrichtungsdinge verwendet hätte, wenn sich denn mal Job und Umzug auftun.

Womit wir beim nächsten Thema sind. (Was für eine Überleitung!) Die Leute aus B. haben sich dann heute mit gehöriger Verspätung hören lassen und abgesagt. Meh. Man ist's ja inzwischen gewöhnt und nachdem's so lange dauerte, hab ich's nicht mehr anders erwartet. Aber unter den hochgelobten, ach-so-geeigneten letzten 13 Kandidaten für die 4 Stellen zu sein und dann doch wieder nicht gut genug - meh.

Ansonsten noch eine schöne Erkältung, die nicht wirklich schlimm ist, aber in meinem Job einfach nervt. Irgendwann kommt immer dieser Punkt "Wenn ich heute noch EIN MAL nach hinten rennen muss, um mir die Nase zu putzen und die Hände wieder zu waschen / desinfizieren, dreh ich durch." Und dann macht man's doch wieder, man kann's ja nicht abstellen.

Und wisst ihr, was mich wundert? Ich hab gute Laune. Mit Galgenhumor-Anteil, aber durchaus auch ganz echt gute Laune. Vielleicht liegt's an der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch in T. (Wer was ahnt, wird schon richtig ahnen.) Vielleicht auch nur an ... Dingen. Jedenfalls scheint's keine Einbildung zu sein, wenn selbst mein Unterbewusstsein fröhlich-alberne Träume fabriziert.


* Unausgesprochen: Allein als Frau. Aber in der Situation wär ich nicht mal böse gewesen, wenn er's so gesagt hätte. ;-) Auch wenn ich die meiste Zeit eher genervt war, nicht panisch. Schiss hatte ich nur, als ich das Warndreieck aufgestellt hab und die Maisfelder links und rechts im Wind geraschelt haben. Das klang so dermaßen, als ob da jemand durchschleicht... *grusel*

07.10.10

Spickzettel


Manchmal hat man das Bedürfnis, seinen Kunden beim Betreten des Ladens einen Spickzettel in die Hand zu drücken. So mit ... Empfehlungen, was sie tun und lassen sollten. Darf ich natürlich nicht, deshalb gibt's ihn jetzt hier. *g*


  1. Wenn Gutscheine abgelaufen sind, sind sie abgelaufen. Sie werden nicht wieder gültig, egal, wie kreativ eure Argumente sind. (P.S.: "Bei Burgerking kann man die nen Tag später noch einlösen" ist nicht kreativ.)
  2. Wenn die Gutscheine nicht mehr gültig sind und ich euch das im Laden sage, bringt es nichts, zwei Minuten später damit durch den Drive zu fahren. Die Kollegin kennt das Verfallsdatum auch.
  3. Ihr habt meine ewige Dankbarkeit, wenn ihr eure Kinder dazu bringt, nicht alle durcheinander zu reden, wenn sie mit euch vor der Kasse stehen und ihre Happy Meals selbst bestellen. Und wenn ihr selber wartet, bis ich alles abgefragt habe, bevor ihr mit der Bestellung weitermacht. Sonst darf ich anschließend wieder zusammenpuzzeln, warum die Kasse mir sagt, ich hätte eine Beilage zu wenig für diese Anzahl Menüs.
  4. Wenn wir deinem Enkel in mühevoller Kleinarbeit aus den Rippen leihern müssen, was er ins Happy Meal will, dann ist es nicht die feine Englische, wenn du die ganze Zeit daneben stehst, genervte Kommentare murmelst und anschließend auf meine Frage "Und für Sie?" sagst, dass dir der Appetit vergangen ist, weil's Kind nicht gespurt hat. Da kann ich nämlich auch nix für.
  5. Auch McDoof-Mitarbeiter sind Menschen und machen Fehler. Es ist völlig okay, uns darauf hinzuweisen, wenn noch etwas auf dem Tablett fehlt oder das Rückgeld nicht korrekt ist. Es wäre aber toll, wenn ihr dabei nicht klingt, als hätten wir gerade ein Verbrechen begangen.
  6. Wenn ihr kein Wort Deutsch könnt, fahrt nicht ausgerechnet durch den Drive. Nicht jeder Kollege kann fließend Englisch.
  7. Wenn ihr von unserem Angebot verwirrt seid, fragt uns ruhig. Ernsthaft. Ich bin immer glücklich, wenn ich mal beraten darf, statt das Frage-Antwort-Spiel runter zu beten.
  8. Wenn ich euch im Drive abkassiere, habe ich oft schon das nächste Auto "am Ohr" und nehme die Bestellung auf. Wenn ihr noch Fragen habt, ist es völlig in Ordnung, mich trotzdem anzusprechen. NICHT in Ordnung ist es, blöde Kommentare zu brüllen und eure Musik auf Anschlag zu drehen, damit ich kein Wort mehr verstehe. (Boahey. Ewiger Zorn für die Bande neulich.)
  9. Wenn wir euch sagen, dass ein Produkt ausverkauft ist, wird das stimmen. Es wird nicht magisch wieder aufploppen, weil ihr rummeckert. (P.S. Ein gönnerhaftes "Fragen Sie doch noch mal die Kollegin, vielleicht findet die ja noch was" führt meistens nicht zur Besserung der Stimmung.)
  10. Wir dürfen kein Trinkgeld annehmen. Komplimente, Dankeschöns und nette Worte schon. [/zaunpfahl] (Danke an alle, die mir und meinen Kollegen auf diese Weise den Tag retten!)

07.09.10

Tage wie dieser

AAAALTEEER. Bin ich platt. Ich blogge ja normalerweise nicht über die Arbeit, weil's meist eh nur ne Variation von "heute war viel los / wenig los / bla" wäre und das ist langweilig. Aber heute... Oh boy.

Zweiter Tag der grandiosen Coupon-Aktion. Zweiter Tag, an dem ich seit langem mal wieder auf MFY eingeteilt bin. Also McRib, McChicken, Wraps, Nuggets und so Kram für unsere werten Kunden Gäste zusammenstelle, gemeinsam mit ner zweiten Kraft. Was normalerweise zwar ab und an stressig wird, aber gut zu schaffen ist. Nur enthalten ca. 80% der Coupons ne Packung Nuggets, was dazu führt, dass man eigentlich jemanden hinstellen könnte, der von morgens bis abends nur die frittiert und einpackt. Haben wir aber nicht. Heute Mittag im größten Chaos hat sich eine unserer Schichtführerinnen mal erbarmt und etwa ne halbe Stunde diese Aufgabe übernommen. Woraufhin wir restlichen zwei Leute mit den Nicht-Nugget-Dingen gerade so hinterher gekommen sind. Rest des Tages ging's dann irgendwie. Aber trotzdem - so platt war ich lange nicht mehr nach der Arbeit wie in den letzten zwei Tagen.

Heute gab's dann noch ein besonderes Bonbon: verstopfte Abflüsse in der Küche. Klempner da. Haben abgepumpt und gesäubert und Dinge getan, woraufhin es im Kassenbereich stank wie neben einem Klärwerk. Wäääääääh. *schüttel*

Und dann - ich stehe gerade für ne Pausenvertretung ne halbe Stunde an der Kasse und kriege das Drama live mit - haben sie uns das Wasser abgestellt. Nicht lange, aber. Kein Wasser. In einem Schnellrestaurant. Keine Getränke zapfen - hoffen, dass die auf Vorrat gezapften Becher reichen. Kein Kaffeemaschinen-Betrieb. (Hat die Drive-Kraft völlig verpeilt und in den wenigen Minuten drei Kaffees und nen Tee verkauft. Die Kollegin am Runner war kurz vor der Explosion, weil sie ständig den Kunden erklären durfte, dass der eben bestellte und bezahlte Kram nicht verfügbar ist.) Keine Klospülung. Kein Wasser halt. Man glaubt ja gar nicht, wie nervig ein paar Minuten ohne sein können.


Jau. Und von dieser Schicht (trotz allem mit erstaunlich guter Stimmung in der gesamten Crew) kam ich dann nach Hause und wurde davon begrüßt, dass irgendwelche Vollpfosten uns gerade die Papier-Mülltonne in Brand gesteckt hatten. Gaaaaaaaah. Gemeinsam mit meinem Vater ein paar Eimer Wasser reingekippt und damit noch mal Glück gehabt. Hirnamputierte Schwachmaten, echt mal.

Schoki. Bett. Jetzt und in dieser Reihenfolge.

21.08.10

Belle qui tient ma vie

Mwoah. Ich habe gerade Gänsehaut auf den Armen und Tränen in den Augen. Musik nimmt mich ja nun bekanntermaßen schnell mit, aber so heftig hat's lange keine Aufnahme mehr geschafft. Miiiiiiieh. So schön.

*hüstel* Geht schon wieder. Aber ich hatte halt "Belle qui tient ma vie" im Kopf und erinnerte mich, dass ich immer noch nach ner mehrstimmigen Aufnahme suchen wollte. Also schaute ich mal kurz auf Youtube vorbei und - ja. Zum einen habe ich den Sound bzw. die Geschwindigkeit gefunden, die ich eigentlich gesucht habe, nämlich von diesen unscheinbar aussehenden, aber engelsgleich singenden Herrschaften:



Und dann dachte ich "mit noch mehr Leuten klingt das bestimmt auch toll", klickte ein paar Aufnahmen durch und landete bei dieser. Die eigentlich zu schnell ist, aber dafür Gänsehaut ohne Ende macht. Zumindest bei mir.



Hachhachedihach. Hach.

07.07.10

Robin Hood - ganz ohne Strumpfhosen

„Guck dir „Robin Hood“ an“, hat F. gesagt. „Der ist toll“, hat sie gesagt. Und da F. meinen Filmgeschmack im Allgemeinen ziemlich gut einschätzen kann, hab ich mich dann mal brav ins Kino gesetzt. Und was soll ich sagen: Sie hatte Recht. So was von.

Ich war ja schon so’n wenig skeptisch, weil – schon wieder ne Verfilmung des immer gleichen Stoffs. Aber sie konzentrieren sich auf die Jahre, bevor Robin zur Legende wurde, und es ist ein richtig, richtig guter historischer Film dabei rausgekommen. (Ja gut, man hätte es ahnen können, als man den Namen Ridley Scott hörte.) Ich bin ja immer so ein Mensch, der gerade von historischen und Fantasy-Filmen vor allem eins erwartet: Dass sie mich umhauen, in sich reinsaugen, mich dazu bringen, mitzufiebern, ohne nachzudenken. „Robin Hood“ hat das zumindest in längeren Passagen geschafft. Und wenn ich gedacht habe, war es meistens ein verzücktes „Das Kleid! DAS KLEID!“ oder „Boah, großartig gemacht mit der Musik!“ Und schon war ich wieder drin im Film.

Wobei wir ja auch gleich bei einem meiner Lieblingsthemen in Sachen Film sind. Musik. Ich weiß ja gar nicht, ob Sie’s schon wussten [/hoffmann], aber Filme funktionieren für mich wahnsinnig stark über Musik. Gebt mir einen Film mit Musik, die ich nicht mag, und er muss schon wirklich, wirklich gut sein, damit ich ihn trotzdem mag. „Good Night and Good Luck“ ist so ein Fall. Auf der anderen Seite kann ein gelungener Musikeinsatz auch ziemlich schwache Filme retten. „Pirates of the Caribbean: At World’s End“ wäre ein gelungenes Beispiel.

Jedenfalls. Bei „Robin Hood“ ist die Musik … sicherlich nicht wahnsinnig innovativ eingesetzt, aber dafür trifft sie genau meinen Nerv. Ich weeeeiß, die Idee, brennende Gebäude mit getragener Musik zu unterlegen, ist jetzt nicht wahnsinnig neu. Man denke zum Beispiel an brennende Dörfer in Rohan, unterlegt von „The King of the Golden Hall“. Aber zumindest bei mir wirkt die Kombination einfach und lässt mich mitleiden. Genau wie eine durch die Lande galoppierende Armee, untermalt von bombastischem Soundtrack, mit jedes Mal wieder mitreißt. Ich bin so einfach gestrickt. Lasst mich halt. Wobei ich inzwischen teils die falschen Assoziationen habe. Zum Beispiel das „The King! The KING!“ aus dem „The Other Boleyn Girl“-Trailer. Oder mir eine Mischung aus Kichern und „Für Rohan!“ verkneifen musste, als sich die Armeen an diesem White Horse Hill treffen. Aber da kann der Film ja nu nichts für.

Musikalisch hatte er also schon mal alle Sympathien auf seiner Seite. Und dann auch noch Ausstattung, Kamera und Darsteller. Endlich mal wieder ein Historienfilm, der mich einfach nur erschlägt in seiner Bildgewalt. Gut, dass ich Mittelalter-Klamotten anschmachte, ist jetzt ne spezielle Marotte von mir. Aber der Film ist denke ich auch sonst ein optischer Genuss. Sogar Cate Blanchett, bei der’s für mich immer seeeeehr auf’s Buch ankommt, war dieses Mal passend. Dass sie als einzige (?) verheiratete Frau die Haare fast ständig wallend offen trägt, ist zwar irgendwie blöd, aber ich kann drüber hinweg sehen. Das muss wohl so, filmkonventionsmäßig. Genau wie die Tatsache, dass sie mit dem Waldkindergarten in eine Entscheidungsschlacht eingreift. Deeeeeeeh, aber gut, ich guck halt auf den Rest des Geschehens.

Und das war, ich erwähnte es, einfach toll anzusehen. Diese Szene mit den englischen Bogenschützen auf der Klippe – Woah. Aber nicht nur die Schlachten waren toll in Szene gesetzt. (Nein, ich werde keine Diskussion darüber anfangen, ob man etwas so verwerfliches wie das Niedermetzeln von Menschen ästhetisch toll finden darf. Das wäre ein anderer Eintrag.) Auch zum Beispiel die nächtliche Getreide-Aussaat fand ich sowohl von der Musik als auch von den Bildern einen riesigen Gänsehaut-Moment. Und die Szenen mit feiernden oder arbeitenden Dorfbewohnern und Massenszenen am Hof sind für mich ja eh toll. So viel Ambiente! Ich brauche dringend mal wieder einen guten Mittelaltermarkt. Oder noch besser ein LARP. Und ich will eine Fortsetzung für diesen Film. Wo kann ich unterschreiben?

24.06.10

Kultursommer in der Provinz

Bevor ich ins lange Wochenende entschwinde (einmal schlafen und arbeiten noch und dann geht’s loooooos!), muss ich noch mal bloggen, um euch von der Fußball-WM von meinen kulturellen Highlights der Woche zu berichten.

Am Montag war ich nämlich im Kino und am Dienstag im Konzert. Und heute dann auf der Couch vorm Fernseher. Nicht, weil sich’s so gehört, aber ich brauchte mal nen Couch-Abend zwischendrin und dann war’s halt so. Aber davon will ich nicht erzählen.

Sondern erstmal von „Das Bildnis des Dorian Gray“. Hach, was haben wir letztes Jahr alle gehärmt und gejammert, dass der Film in Deutschland nicht startete. Jetzt dann also doch noch und nach längerem Gehibbel war’s dann auch soweit, dass man dafür nicht mehr extra nach Hamburg reisen musste. Damit war klar, dass ich ihn sehen würde. Hab ich dann auch. Montagabend, um 18 Uhr, mit exakt drei Leuten (inklusive mir) im Kino. Ich glaube, das war neuer Rekord. Bisher waren’s jeweils fünf oder sechs bei „Die Frau des Zeitreisenden“ und bei „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“. Aber ich schweife schon wieder ab.

Vorweg muss ich noch gestehen, dass ich die literarische Vorlage nur aus einer Zusammenfassung für Englisch-Schüler kenne. Aber das hole ich noch nach. Nur als Hinweis, warum ich keine Vergleiche anstellen kann. Gelohnt hat sich Dorian Gray auf jeden Fall und ich kann und werde nie verstehen, warum so wenig Leute da drin saßen. Jaaaa, unter der Woche. Früh. Gutes Wetter. ABER! Klassiker-Verfilmung! Und dann optisch so grandios! Ausstattung! Kostüme! Darsteller! *hustbenbarneshust* Das einzige, was ein wenig abfiel, war der Soundtrack. Aber nicht so schlimm, dass es mich gestört hätte. Ein rundum gelungener, viktorianischer Schauerroman. In Filmform. Nicht gut für meine Nerven, aber großartig. Und Ben Barnes ist einfach perfekt in der Rolle. Colin Firth hätte ich für seine wohl nicht gecastet, aber er macht sich da auch richtig gut. Und ich muss Emily noch erwähnen, toll gespielt von Rebecca Hall. Endlich mal ein starker Frauencharakter in dem Film, soooo viel besser als Dorians rumjammernde Jugendliebe. *find*

Ansonsten schwelgt der Film einfach in Bildern. Diese Kameraeinstellung etwa, wie Dorian auf dem Friedhof steht – wow. Die Liebesszenen Sexszenen, let’s face it, hatten dagegen leider was von einem Softporno. Aber okay, das gleicht der Rest des Films locker aus. Und die Kostüme hatte ich eh schon erwähnt, oder? Hach. Männer in solchen Klamotten müsste es heute auch viel öfter geben.


Aber bevor ich völlig ins Schwärmen gerate, leite ich lieber mal über zu gestern. Da gab’s ein Konzert von Chor, Junior-Chor, Bläser- und Streicherklasse sowie Bigband meines ehemaligen Gymnasiums. Nacheinander, nicht alle gleichzeitig. Hingegangen bin ich hauptsächlich wegen des „großen“ Chors, weil ich den als ziemlich gut in Erinnerung hatte. Am meisten gerockt hat (neben der Schülerband in der Pause) die Bläserklasse.

Begonnen haben allerdings die Streicher und die haben’s, im wahrsten Sinne des Wortes, ziemlich vergeigt. Schöne Stücke ausgesucht und größtenteils auch gut vorgetragen, aber irgendwer hatte entweder sein Instrument nicht gut gestimmt oder lag beharrlich nen Halbton oder so daneben. Meine armen Ohren. Spätestens, als sie sich ausgerechnet an „May it be“ versucht haben, war’s für mich nicht mehr schön. Das Streichquartett von vier besonders motivierten Schülern war allerdings toll und den Abschluss mit dem „Fluch der Karibik“-Thema haben sie auch (alle!) sauber und mitreißend gespielt und mich wieder versöhnt.

Der Junior-Chor hat anschließend vier Lieder geträllert und seine Sache auch ordentlich gemacht. Ab und an mal kurze Fehler von einzelnen Sängern, aber mitreißend und alles in allem ne tolle Leistung. Danach kam dann die Bläserklasse und die hat einfach nur gerockt. Erst Beatles, dann ein paar andere Stücke, darunter glaube ich eher klassisches und eher jazziges, und zum Schluss wieder Beatles. Und das dermaßen mitreißend, dass es einen fast vom Stuhl reißt. Mich jedenfalls, und die Leute um mich rum wirkten auch begeistert. Auch der Schlagzeuger war einfach gut, da war einfach Tempo und Energie dahinter. Hach. Sogar "Smooth" von Santana zwischendrin fand ich komplett großartig, und ich hätte nicht gedacht, dass ich das Lied jemals wieder hören mag, nachdem wir im Sport mal ne Choreografie dazu erarbeiten mussten und damit totgedudelt wurden.

Außerdem wird noch der Schulpreis verliehen (Huch, der Schulleiter ist auch alt geworden…) und mit einem ruhigen Kanon werden wir in die Pause entlassen. Dort empfangen uns etwas härtere Töne, weil eine Schüler-Band spielt. Die allerdings versteht was von dem, was sie da tut, und heizt richtig gut ein, ohne mit Exzessen zu nerven. Beinahe vergeht mir die Lust, wieder in den Saal zu gehen. Aber nur beinahe, schließlich kommt gleich der „große“ Chor!

Kommt er nicht, weil erstmal noch die Bigband dran ist. Die hatte ich irgendwie gar nicht auf dem Zettel, aber sie spielt Stücke unter dem Motto „Kult“ (Bluesbrothers, Simpsons und Muppet-Show waren dabei) und macht ihre Sache dermaßen gut, dass ich kaum glauben kann, dass das die gleiche Bigband ist, die in meiner Schulzeit irgendwie immer das gleiche Lied zu spielen schien. Da hat sich offenbar was getan in der Leitung, Hut ab!

Und dann ist es doch endlich soweit, der Chor ist dran. Er singt ein paar Stücke und die Abiturienten singen einzeln und in kleinen Gruppen Solo-Stücke zum Abschied. Und ich sitze da – und bin größtenteils enttäuscht. Nicht von den Leistungen der Sänger. Sondern vom Arrangement der Stücke. Wenn man etwa zwei Drittel bis drei Viertel des Chors Begleitung singen lässt und dabei die eigentliche Melodie samt Text untergeht – das geht einfach gar nicht. Und die Stücke, in denen die Aufteilung nicht so ist, ändern auch nicht viel. Die werden nämlich meist einstimmig gesungen. Nicht schlecht, aber ein so großer Chor hätte sooooo viel mehr Potential, wenn man andere Stücke / Arrangements nehmen und ihn mehrstimmig schwelgen lassen würde. In meinen Augen, pardon, Ohren, wird hier echt viel verschenkt. Am meisten begeistert mich noch das Abschieds-Duett zweier Abiturienten, die „Come what may“ singen. Und der Auftritt der Chor-Herren, die „Chachacha aufm Dach“ präsentieren.

Insgesamt auf jeden Fall ein schöner Abend, aber sehr anders als erwartet. Aber das muss ja nicht schlecht sein.

19.06.10

Ich lache vor Glück. Ist das Betrug, Emmi?


Hach hachedi hach. With a sprinkle of thiii.

Oh Himmel, ich glaube, ich lese momentan eindeutig zu viele Frauen- und Liebesromane. Aber wenn sie halt alle so toll sind! Und teils echt überraschend gut. Wobei. Ich hätte es eh wissen müssen, als ich die Namen "Alexandra Potter" und "Liane Moriarty" gesehen habe. Ist ja nicht so, dass ich von den Autorinnen noch nichts gekannt hätte.

Auf jeden Fall habe ich also "Ein Geschenk des Himmels" gelesen. Der deutsche Titel ist ziemlich strunzblöd, aber es war halt von Frau Moriarty und nachdem ich "Drei Wünsche frei" vor ner Weile toll fand, musste ich es lesen. Tadaa - ja, es war wieder mal echt gut geschrieben. Wieder ein Frauenroman, wieder Figuren mit mehreren "Schichten" und jede Menge Geheimnisse. Okay, die große Auflösung am Ende hab ich mir vorher ziemlich zusammenreimen können. Aber schön war's trotzdem.

Dann entdeckte ich durch Zufall in der Bücherei meines Vertrauens "Who's that girl". Wenn ihr es auch irgendwo seht: Lesen! Jaaaaa, auch ein Frauenroman und eigentlich viel zu vorhersagbar. Rosamunde Pilcher in modern. Aber Alexandra Potters Sprache ist einfach toll, gerade auf Englisch. Ich hab mich teils einfach nur weggeschmissen. Und in diesem Fall war die Story zwar auch ziiiemlich abgedreht, um nicht zu sagen hahnebüchen, aber die Auflösung sorgte wenigstens nicht ganz so sehr für ein großes "WTF?" wie bei "Ein Mann wie Mr. Darcy". (Mr Darcy! Eigentlich könnte ich die BBC-Verfilmung mal wieder gucken...)

Und da die Phase damit offenbar immer noch nicht ausgestanden war, hab ich als nächstes noch an nur zwei Abenden "Gut gegen Nordwind" von Daniel Glattauer durchgelesen. Von dem wusste ich bisher nur, dass evagwen es ganz toll fand. Aber das war ja schon mal ne Aussage. Und es war dann auch wirklich sehr, sehr toll. Bis auf das Ende. Da hätte ich das Buch am liebsten in die Ecke geworfen. Neee, geht gar nicht. Aber es gibt ja nen Folgeband... ;)

Und jetzt liegt zur Abwechslung mal wieder ein Nicht-Frauenroman auf meinem Nachttisch, jawohl. "Die Tribute von Panem". Jugendbuch und soeben ausgezeichnet mit dem Buxtehuder Bullen, Jugendbuchpreis aus der Nachbarstadt, aber von internationalem Rang. Ich bin gespannt.

06.05.10

Meh. :( - eine Kurzmitteilung.



Ich bedanke mich bei allen Daumendrückern der letzten Tage und verkünde dann mal, dass ihr eure Hände wieder anderweitig in Gebrauch nehmen könnt. Heute Morgen hab ich (bzw. meine Mutter, ich selbst hab nach der Spätschicht noch geschlafen) den Anruf bekommen, dass man sich anderweitig entschieden hätte. Meh.

Das Gespräch war nett, der Job wäre toll gewesen, die Altstadt hat mich in spontane Verliebtheit ausbrechen lassen - aber 's hat halt nicht geklappt. Ich hoffe dann mal, dass es bis zur nächsten Chance nicht wieder Monate dauert und dass das Angebot dann ähnlich toll ist.

Und zu eurer Beruhigung: Ich weiß noch, dass ich den einen oder anderen Eintrag angedeutet bzw. versprochen hatte. Ich raff mich hoffentlich die nächsten Tage mal auf.

01.05.10

Walpurgis

Der Mond scheint voll und klar,
taucht die Welt in bleiches Licht.
Nebel - sonderbar -
verschleiern Sein und Sinne.

Magisch strahlt der Ort,
zieht uns an mit seiner Macht.
Ich muss fort - es ist Walpurgisnacht!

(Schandmaul: Walpurgisnacht)


Mal wieder mit leichter Verspätung wünsche ich euch einen wunderbaren Start in den Mai! Ich hab die Walpurgisnacht bis kurz nach zwei mit ner Nachtschicht verbracht und bin anschließend gänzlich unzeremoniell ins Bett gefallen, aber auf der Heimfahrt hat mich ein zauberhafter Sternenhimmel mit gleißend hellem Fast-Vollmond begleitet. War wohl ganz gut, dass ich keine Kamera dabei hatte, sonst wäre ich alle zwei Minuten rechts rangefahren und hätte geknipst. *g* Das Bild oben ist aus dem letzten Sommer, da war plötzlich diese grandiose Mond-Wolken-Kombi vorm Küchenfenster und ich konnte nicht widerstehen. Und jetzt werd ich mal sehen, dass ich noch ein wenig rauskomme, bevor es wieder regnet, jawohl.

Mögen die nächsten Wochen für euch eine Zeit der Blüte sein, in der Pläne und Wünsche reifen und gedeihen, um dann Früchte zu tragen!

19.04.10

Was gerufen wird...


kommt.


Ich sollte es endlich mal beherzigen. Warum musste ich gestern noch in einem Nebensatz darüber jammern, dass ich Schichten hasse, in denen der Mäcces wie ausgestorben ist? Sie haben uns ja sowas von überrannt.

Kurzfristig krank gewordene Leute und gefühlt die gesamte Region an einem Abend zu Gast. Aaaaaaaah. Die Schichtführerin hat noch verzweifelt Leute herbeitelefoniert, Göttin sei Dank, aber trotzdem war ich nach den gerade mal sechs Stunden gestern so tot wie sonst nach acht kaum. Und dann auch noch miese Stimmung im Team, wo sonst gerade bei Stress alle sich gegenseitig aufbauen. Gestern irgendwie nicht, da gab's eher Gezicke und Gekeife. Gaaaaanz großes Kino.

... und wenn ich noch mal im größten Chaos ca. 15 Tabletts plus den inzwischen vom Wind in alle Himmelsrichtungen verteilten Müll von der Terasse absammeln darf, weil die werten Herrschaften Gäste zu deppert sind, ihren Kram reinzubringen, krieg ich nen Anfall. Wie schwer kann es sein, ein Tablett nach drinnen zu tragen?

(Dass ich dem Post gerade das Label "Job" verpasse und mir dabei einfällt, dass das eine mögliche Schreibweise von Hiob ist, erheitert mich gerade mehr, als es sollte.)

18.04.10

Tanz-Wochenende! W00t! :D



Dochdochdoch, anderslautenden Gerüchten zum Trotz leben sowohl ich als auch das Blog noch. Aber es ist einfach erstaunlich, wie platt und wie unmotiviert zum Bloggen man sein kann, wenn man ein paar stressige Schichten beim goldenen M hinter sich hat. Wobei stressig immer noch besser ist als ein ausgestorbener Laden, durch den quasi ab und zu mal ein Tumbleweed rollt. Ich hätte dann jetzt übrigens den Probemonat überstanden. Yay?

Aber eigentlich wollte ich vom letzten Wochenende erzählen. Ist ja auch erst eine Woche her. *hust* (… Moment mal, was TUT mein Vater da draußen? Wieso montiert er die Wäschespinne jetzt wieder ab, die er gerade aufgebaut hatte? … Äh ja, weiter im Text.) Das letzte Wochenende bescherte mir nämlich endlich mal wieder eine richtig wundervolle Auszeit in Form eines Tanz-Wochenendes. Genau das, was ich gerade gebraucht habe.

Nach kurzem Hin und Her mit dem Schichtplan hatte ich – tauschbereiter Kollegin sei Dank – am Freitag ab 16:30 frei und wie der Zufall es wollte, war wenig los, was meine Schichtführerin bewog, mich schon um 16:10 in den Feierabend zu schicken. Woohoo! Eine Blitzdusche und einen kurzen Einkauf (Fahrtproviant, nicht vom goldenen M) später war ich auf dem Weg nach Südwesten und hatte eine wunderbar staufreie Fahrt. Das Navi war dieses Mal denn auch mein großer Freund und lotste mich einwandfrei. Ich hatte ja vorher gezweifelt, ob ich noch nach der Schicht fahren soll, aber im Nachhinein muss ich sagen, es war die einzig richtige Entscheidung.

Ich wurde mit den Worten „Es gibt noch Abendessen, beeil dich!“ am Burgtor begrüßt, was der passende Auftakt zum Wochenende war. Die Verpflegung hatte sich im Vergleich zum letzten Treffen unglaublich verbessert, gleichzeitig hatten wir – geprägt von den Erfahrungen beim letzten Treffen – die forumstypischen Mengen an Keksen etc. noch ein wenig gesteigert. OMG, ich will gar nicht wissen, wie viel ich an diesem Wochenende gefuttert habe. Eigentlich lässt sich das Wochenende eh in drei Worten zusammenfassen. Nein, vier. Essen, tanzen, knuddeln und lachen.

Getanzt wurde am Freitagabend erstmal in großer Runde, die dieses Mal noch zu etwa 50% aus Forumsmenschen bestand – der Rest wurde anderweitig mitgeschleppt oder stieß durch irgendwelche Umwege zu uns. Am Freitag also erstmal ein paar alte Lieblinge und neue Tänze, von denen ich einen gleich in die Lieblingsliste aufgenommen habe. Nicht, dass ich noch wirklich nen Überblick über diese Liste hätte – warum sind so viele Tänze toll? Nebenbei lassen wir die Traditionen des Tanztreffens aufleben: gegenseitiges Anschmachten diverser Klamotten, gemeinschaftliches Lästern, nackte Kerle (und inzwischen auch Frauen) und natürlich „das andere Links“.

Nach einer Nacht so gut wie ohne Schlaf schaffen wir es am Samstag trotzdem, uns in Workshops einzugruppieren. Die sind die große Neuerung des Wochenendes: Der Samstag ist unterteilt in vier Blöcke à 1,5 Stunden, bei denen man jeweils zwischen zwei Schwerpunkten wählen darf. Eine Entscheidung, die wirklich nicht einfach ist. Ich sortiere mich am Vormittag zu den komplizierten Playfords und der erneuten Einführung ins Quattrocento, was sich als gute Entscheidung herausstellt. Passend zum Mittagstief wähle ich anschließend lieber Playfords statt einer erneuten, diesmal komplexeren, Quattrocento-Einheit. So wunderschön die Tänze sind, ich brauche einfach zu viel Konzentration dafür. *gähn*

Eigentlich habe ich gerade endgültig beschlossen, für heute auch bei den einfacheren Tänzen zu bleiben, als für den letzten Block mit komplizierteren Playfords händeringend Tänzer gesucht werden, um die nötige Anzahl an Paaren voll zu machen. Hnngsja, ich komm ja schon. Eine Entscheidung, die Gold wert ist. Wir lernen nach dem Vormittags-Workshop eine zweite Runde an Tänzen, die von den Standards abweichen und dadurch einen besonderen Reiz haben. Am Kompliziertesten, „Punks Delight“ arbeiten wir wohl etwa eine Stunde, bis alle Beteiligten ihre Raumwege halbwegs kennen – aber als er läuft, ist er großartig. (Und nein, ich kann euch nicht erklären, was der Tanz mit Punks zu tun hat. Außer vielleicht, dass er so auffällig von den Gewohnheiten abweicht.)

In der Pause nach dem Abendessen findet sich das Zimmer 6 zum allgemeinen Feinmachen für den „Ball“ zusammen und befindet das Workshop-Konzept des Tages schon mal für gelungen. Ein bisschen schade, dass man die Tänze immer „nur“ lernt und dann zum nächsten übergeht, wenn man gerade anfängt, sie zu mögen. Aber sonst ist die Möglichkeit, sich sein Programm selbst zusammen zu stellen, einfach toll.

Der Samstagabend ist dann wieder der Höhepunkt des Wochenendes: Fast alle führen wunderschöne Gewandungen aus, die ständig zu „Oooooh, so eins muss ich mir auch mal nähen!“ hinreißen. Die neuen Tänze werden von den jeweiligen Workshop-Gruppen vorgeführt, zwischendurch gibt es reichlich Gelegenheit, alte Lieblinge wieder zu tanzen und in den Pausen ernsthafte Diskussionen zu vertiefen gnadenlos albern zu sein. Ich habe zunächst gemeinsam mit Limiel einen etwa fünfminütigen, tränenreichen Lachanfall über einigen Keksen, der durch Asphodeles skeptische Frage „Sind das Haschkekse?“ noch mal verlängert wird. (Nein, wodurch er ursprünglich ausgelöst wurde, weiß ich nicht mehr. Brauchen wir einen Anlass?) Wenig später erwischt mich, Juanita und Sakura dann „der Schrecken, der die Nacht durchflattert“. Unsere armen Tanzpartner haben sich wahrscheinlich schon langsam nach neuen Partnerinnen umgesehen, während wir uns mühsam wieder berappelt haben. Was Übermüdung so alles anrichten kann…

Dementsprechend schlafe ich in den fünf (?) Stunden der folgenden Nacht wie ein Stein. Warum denn nicht gleich so? Der Sonntagvormittag lässt die letzten Zweifel am Workshop-Konzept verfliegen: Es gibt noch einmal Gelegenheit, die frisch gelernten Tänze zu tanzen und dieses Mal in Ruhe zu genießen. Ich bin endgültig selig und weiterhin voller Bewunderung für unsere Tanzmeisterinnen, die es wieder ein komplettes Wochenende lang geschafft haben, uns übermüdeter, alberner Meute Tänze beizubringen. So viel Geduld und Energie ist wirklich bewundernswert!

Tja, und dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei. Kein Tanzwochenende mehr vor November. Meeeeeeeh. Na, zum Glück gibt’s andere schöne Dinge zum Freuen. (Note to self: Endlich um Urlaub kümmern!)

22.03.10

Früüüühling!

Nachdem ich's ja mal wieder nicht rechtzeitig geschafft habe, weil das Wochenende so voll war: Ich hoffe, ihr hattet einen wunderschönen Frühlingsanfang. Bei uns ist das Wetter beinahe tagesgenau umgeschlagen und endlich blüht es überall, nicht nur ein paar einzelne Schneeglöckchen. Da konnte ich natürlich mal wieder nicht anders und bin mit der Kamera los.

Als erstes gab's ein paar Krokusse bei uns im Garten:

...dann eine Mischung von Frühlingsblumen beim Nachbarn...


... und zum Schluss die erste Hummel des Jahres:



Thiii!

Ich wünsche euch sonnige Tage und Wärme von innen und außen.


15.03.10

Mittelalterliche Saunanacht



Ich hatte euch ja einen Erlebnisbericht versprochen. Denn, so höret und staunet, ich war dann am Samstag tatsächlich zur „Mittelalterlichen Saunanacht“. Einfach, weil der Name so skurril war, dass ich mir das einfach mal ansehen musste. Gleichzeitig war es das erste Mal seit … ungefähr 20 Jahren, dass ich eine Sauna betreten habe, aber das nur am Rande. (Nicht, weil mich der letzte Besuch traumatisiert hätte oder so. Ich bin einfach nicht drauf gekommen, quasi. *erklärfuchtel*)

Tja, wie soll ich sagen – wenn man einfach verdrängt, dass das ganze mittelalterlich sein sollte, war’s echt schön. Im Vorraum gab’s massenweise Kerzen und pseudo-mittelalterliche Deko – denkt an Truhen, Felle, Schilde, alte Kerzenhalter etc. Im Hintergrund lief wunderschöne Musik von Loreena McKennitt, ab und an durchmischt mit ein bisschen irischem und schottischem Folk. Hach. So viel Liebe für diese Auswahl. In der Sauna dann duftende Aufgüsse. Ich war zuerst ein wenig verpeilt und hab die Zeiten verpasst, aber irgendwann hab ich’s dann mal geschafft und den Heuduft erwischt. Der hatte nicht viel von Heu, war aber sonst toll. Leicht süßlich und sehr intensiv. Alles in allem war's jedenfalls schön und sehr entspannend.

Jau. Die Versuche, das ganze dann noch ein wenig mittelalterlicher zu gestalten, waren eher liebenswürdig-skurril. Zum einen naTÜRlich eine Tanztruppe, die in einem Nebenraum auftrat. So die Art von Tanz, über die wir bei jedem Markt lästern. Jetzt hatten sie auch noch der Veranstaltung einen Gefallen getan und ihre Kostüme von 1001 Nacht zu GroMi (so in der Art) geändert. Relativ hochgeschlossen. Die Kombination mit orientalisch (in Ermangelung eines ebenso passenden, politisch korrekten Wortes) angehauchter Sackpfeifen-Musik und Hüftschwung war dann doch eher unpassend. (Bitte nicht falsch verstehen – ich hab vollsten Respekt vor den Mädels, die da in feuchtwarmer Luft Tänze hingelegt haben. Nur kann ich das immer nicht ernsthaft unter „Mittelalter“ einordnen und der Versuch, es so zu gestalten, trifft einfach bei mir eher das Komikzentrum als alles andere.)

Die andere Anleihe bei MA-Märkten war, dass von Zeit zu Zeit jemand in Gewandung durch den Vorraum lief und Kirschbier anbot. Gebt mir ein W, ein T und ein F. Ich meine – vom Nachhausefahren ganz abgesehen ist eine Sauna so ziemlich der letzte Ort der Welt, an dem ich Alkohol trinken will. Aber hey, sie hatten regen Zuspruch.

22.02.10

Musik, die an die Seele rührt




OMG. Ich hab ja immer behauptet, reine Frauenchöre nicht zu mögen, weil das Gesamt-"Bild" dann zu hoch für meinen Geschmack ist und so Zeug. Ich wurde dann gerade mal eines Besseren belehrt. Und zwar habe ich - jaaaa, ich geb's zu, durch die Volksbank-Werbung - Scala & Kolacny Brothers entdeckt. Groß. Einfach nur groß.




Schaut es euch an. Hört es euch an. Ich klicke mich gerade durch ihre Sachen und hänge jetzt bei ihrer Version von "Denkmal". Da hör ich ja schon das Original gerne, und das als Chor-Version - hach. Kann ich auch mal wieder so singen, bittedanke?


P.S. Und wer erkennt, woraus der Post-Titel ist, bekommt Huld und Jubel. ;)

15.02.10

Wisibla in Listenform


Ein nettes MeMe, gefunden vor etwa ner Woche bei Nimiel. (Erklärung für alle, die nicht aus der GH sind: „Wisibla“ ist die übliche Bezeichnung des Threads „Was ich schon immer alle wissen lassen wollte“ (offizielle Abkürzung WISIAWLW))

  1. „Schildmehdchen“ ist eine Mischung meines üblichen Online-Namens shieldmaiden mit meiner ab und zu vorhandenen Mehdchenhaftigkeit (sic).
  2. Der Februar war für mich bisher ein Monat der Absagen: 6 in den letzten 10 Tagen.
  3. Für die Insider: Ja, auch eine aus K. war dabei.
  4. Ja, das ist frustrierend.
  5. Nein, ich will nicht weiter drüber reden.
  6. Wo ich schon keinen Job hab, hab ich wenigstens den Jahresurlaub schon verplant.
  7. Wenn alles gut geht, bin ich ne Woche auf einem fränkischen Bauernhof und ne gute Woche in der Nähe von Inverness.
  8. Und beides mit Forumsleuten.
  9. Auf beides freu ich mich jetzt schon wie blöde.
  10. Da fällt mir ein, ich wollte mich noch fürs nächste Tanz-Treffen anmelden.
  11. Momentan brettchenwebe ich gerade mal wieder.
  12. Mal sehen, ob ich die Borten rechtzeitig fertig und angenäht kriege, um noch die „fertige“ Wintergewandung im Schnee fotografieren zu können.
  13. Die Anführungszeichen deswegen, weil ich ja doch immer wieder was zum Verändern finde.
  14. Es gibt mich quasi nicht ohne Ohrwurm. Irgendeine Melodie hab ich so ziemlich immer im Kopf.
  15. Zum Glück meistens eine, die ich mag.
  16. Meine Haare sind ziemlich dick und irgendwie formlos. Und vor allem VIELE.
  17. Aber ich mag sie.
  18. Eigentlich mag ich so ziemlich alles an mir.
  19. Außer meine Füße, aber Füße mag ich eh bei niemandem wirklich.
  20. Die sind wie Latzhosen oder Gummistiefel: Praktisch, aber nicht schön.
  21. Was mir momentan in diesem blöden Schwebezustand wirklich fehlt (abgesehen von einer regelmäßigen, sinnvollen und bezahlten Tätigkeit), sind Möglichkeiten zum Tanzen und Chorsingen.
  22. Ich spiele gerade in Gedanken damit, irgendwann auf einen (schon konkreten, nicht irgendeinen) völlig anderen Beruf umzuschulen.
  23. Den ich noch niemandem verraten werde, spart euch die Fragen.
  24. Ich glaube, wenn meine Eltern das wüssten, würden sie schreiend im Kreis rennen.
  25. Oder sagen: Ich hab’s ja gewusst.
  26. Aber erstmal will ich jetzt sowieso ein paar Jahre von meinem Studium profitieren. Und dann mal sehen, vielleicht will ich davon ja gar nicht mehr weg.
  27. Wenn ich Mitte des nächsten Monats nicht im Umzugschaos stecke oder krank bin, werd ich mir die Mittelalter-Sauna geben.
  28. Einfach, weil das so komplett hirnrissig klingt.
  29. Im Garten hier bei meinen Eltern habe ich schon Amseln, Drosseln, Krähen, Elstern, Rotkehlchen, Gimpel, Buchfinken und Meisen beobachtet.
  30. Und natürlich Tauben.
  31. Mein wohl größter modischer Fehltritt ever war eine knallorange Karottenjeans.
  32. Das war mit etwa 12 oder 13 Jahren.
  33. Wenn es was gibt, was ich gar nicht kann, dann ist es das Spielen von Musikinstrumenten.
  34. Was mich nicht daran hindert, immer wieder mal mit einem anzufangen, das dann nach kurzer Zeit in der Ecke landet, weil mir die Geduld fehlt.
  35. Ich glaube, das ist der Grund, warum ich mit Chorsingen angefangen habe: Weil es die einzige Art von Musikerzeugung ist, die ich kann.
  36. Bis auf wenige Ausnahmen hasse ich es, Leute anzurufen. Ich habe immer die Befürchtung, ich würde stören.
  37. Ich rege mich immer wieder darüber auf, dass es so gut wie keine Röcke zu kaufen gibt, die an mir nicht bescheuert aussehen.
  38. Entweder rutschen sie runter oder sie machen meine Beine noch kürzer.
  39. Wahlweise auch beides.
  40. Ich bin in der Bücherei meines Heimatortes angemeldet, seit ich drei Jahre alt bin.
  41. Ich will gar nicht wissen, wie sehr sich im dortigen Verzeichnis meine verschiedenen Schmacht- und sonstigen Phasen widerspiegeln.
  42. Ich habe in meiner Teenie-Zeit nie für eine Band, einen Sänger, Schauspieler oder so wirklich geschwärmt.
  43. Stattdessen für Old Shatterhand und diverse andere Buch-Charaktere.
  44. Eigentlich darf man so was echt keinem erzählen.
  45. Ich bin das Gegenteil von „nah am Wasser gebaut“.
  46. Ich heule nie bei Filmen oder Büchern und auch sonst sehr selten.
  47. Außer natürlich über völlig unwichtige Kleinigkeiten, wenn gerade meine Hormone verrückt spielen.
  48. Ich finde Dreadlocks unglaublich toll, werde aber selber wohl drauf verzichten.
  49. Und was ich schon immer alle Mädels wissen lassen wollte: Regelmäßiger Sport hilft gegen PMS.
  50. It really does.

02.02.10

Frohes Imbolc!

Euch allen ein frohes Vorfrühlings-Fest! Auch wenn man es noch kaum bemerkt, unter dem Schnee erwacht schon der Frühling und wartet darauf, dass die längeren Tage auch zu helleren Tagen werden.

Die beiden hier warten auch:

30.01.10

Walking in a winter wonderland

So viel also zu den Frühlingsgefühlen. Wir haben Neuschnee. Für norddeutsche Verhältnisse sogar relativ viel davon, genug, um wieder die Langlauf-Skier aus dem Keller zu holen. Und um bei wunderbarstem Winterwetter mit der Kamera loszuspazieren.

Ein verschneites altes Bauernhaus. Seit ich ungefähr 12 bin, träume ich davon, das Haus samt verwildertem Garten zu besitzen. *g* Mag mir jemand ne Million schenken? Plus ne zweite für die notwendigen Arbeiten am Haus?


Blümchen beim Haus gegenüber.


Wuschelhund passt auf.


Die verschneite Brücke über den Bach.


Aussicht über die Weideflächen zum Waldrand.




Der Weg durch den Wald. ... Und morgen wieder auf Skiern! :D!


Das Haus wär auch nicht schlecht. Und schon renoviert.

28.01.10

Let the Sunshine in!

Yeah! Der erste Sonnenschein seit ... okay, seit vorgestern, aber DER war der erste seit Beginn des Monats. Hachedihach. Ich glaub, ich muss gleich mal mit der Kamera raus und sehen, dass ich Schneereste im Sonnenlicht vor die Linse krieg.

Außerdem stelle ich gerade fest, dass gewisse Menschen ein Talent haben, meine eigenen Gedanken zu Papier bzw. Mail zu bekommen, nur deutlicher formuliert. Manchmal ist sowas echt nützlich. (Wer sich angesprochen fühlen mag, wird schon Recht damit haben.)

Und dann, weil's so schön passt und meine gute Laune gerade so trifft: Let the Sunshine in!

09.01.10

Ich stehe da und schaue mich um. Was sehe ich?



Quasi der Jahresrück- und Ausblick, Teil 2, weil mir gerade danach ist. Um ehrlich zu sein, hat es nämlich deswegen länger gedauert mit dem Eintrag (bzw. den Einträgen), weil es mir dieses Mal ziemlich schwer fällt, das Jahr 2009 in Worte zu fassen und zu bewerten. Ein Schlagwort ist ziemlich schnell da: Jahr der Veränderungen und Umbrüche. Ich habe allein in vier verschiedenen Wohnungen gewohnt. Aber über diesen Fakt hinaus ist das Jahr seltsam schwer zu greifen. Ein wenig gebessert hat sich das erst, als ich mir vorgestern endlich mal Zeit genommen habe, mich in Ruhe hinzusetzen und es mit Stift und Papier in der Nähe mal Revue passieren zu lassen. Die alten Neujahrsvorsätze und Pläne anzusehen und mir vor Augen zu führen, was ich umgesetzt habe. Was nicht. Was sich völlig anders ergeben hat als erwartet. Und mich zu fragen, mit welchen Teilen ich zufrieden bin.

Am Ende bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dieser Jahreswechsel so etwas wie die Umkehrung des letzten ist: Als 2009 begann, hatte ich vieles nicht umgesetzt, das ich mich für 2008 vorgenommen hatte, aber insgesamt war ich trotzdem zufrieden mit dem vergangenen Jahr und hatte das Gefühl, für 2009 gut aufgestellt zu sein. Umgekehrt hatte ich für 2009 zwar viele Unsicherheiten, aber alle lagen erstmal in einem vertrauten Rahmen, mit dem ich planen konnte. Inzwischen liegen die Dinge anders. Ich habe, wenn ich zurückblicke, viel geschafft und umgesetzt. Einiges ist völlig anders gekommen als geplant, aber die Grundlinien sind ziemlich gut gelaufen. Trotzdem fühle ich mich mit dem Jahresabschluss 2009 nicht hundertprozentig wohl, ohne dass ich festmachen könnte, woran es liegt. Ich habe eben geschrieben, dass das Jahr vor allem mit positiven Ereignissen in Erinnerung bleibt. Das stimmt, wenn ich mir den Eintrag von eben ansehe. Aber gleichzeitig hatte ich bei den ersten Versuchen, auf 2009 zurück und auf 2010 nach vorn zu schauen, kein komplett gutes Gefühl. Und es fällt mir schwerer, Pläne zu schmieden und Vorsätze zu fassen, weil ich kaum absehen kann, wohin die Reise 2010 geht. (Ein paar hab ich trotzdem, aber die kommen - wie immer - nicht ins Blog.)

Vielleicht bin ich einfach zu sehr Ordnungs- und Planungsmensch , vielleicht liegt das leichte Unbehagen aber auch daran, dass ich zum ersten Mal seit längerer Zeit - wenn nicht überhaupt - völlig selbst dafür verantwortlich bin, wie 2010 läuft. Die vorgegebenen Strukturen von Studienplänen und Semester-Abläufen sind endgültig Geschichte. Bisher war die Zeit seit dem inoffiziellen Ende meines Studiums - also den mündlichen Prüfungen - so hektisch, dass mir das erst jetzt wirklich bewusst wird. Da ist plötzlich niemand mehr, der vorgibt, was als nächstes kommt - und momentan finde ich das noch eher beunruhigend. Aber das wird sich ändern. Es ändert sich jetzt schon. Und ich bin sehr gespannt, wo es hinführen wird.


... Und dann möchte ich noch etwas nachschieben, das mir gerade aufgefallen ist, als ich so aufs Jahr 2009 zurückgeblickt habe. Wie einige von euch wissen, ist Samhain / Halloween der Jahreswechsel fürs Neuheidenpack. Der Punkt, um Sachen abzuschließen und neu zu beginnen. Da macht es schon stutzig, dass genau zum Ende Oktober meine offizielle Uni-Entlassung war. Und mein Arbeitsvertrag in Berlin ausgelaufen ist. Zufall? Vielleicht. Aber gestutzt hab ich schon, als es mir aufgefallen ist. Die Zeit für Abschluss und Neubeginn, eh? Dann mal los.

Jahresrückblick 2009



Neujahrsvorsatz Nr. 1: Endlich keine konkreten Zeitangaben mehr ins Blog schreiben, wann der nächste Eintrag kommt. Hmpf. Nun gut, stellen wir uns alle halt vor, es wäre Neujahr oder allerhöchstens der Tag danach, und ich würde einen Jahresrückblick schreiben.

2009 war vor allem das Jahr der - geplanten wie ungeplanten - Veränderungen. Ein Jahr für Neues. Die Uni-Zeit ist zuende gegangen, ich habe meinen ersten Job gefunden und inzwischen ist der auch schon wieder Geschichte. Ich bin in einem Jahr so oft umgezogen wie ... naja, nicht ganz wie bisher in meinem Leben, aber fast. Ich habe vieles neu ausprobiert, neue Freunde gefunden und alte Leidenschaften wiederentdeckt.

Als Top-Ten-Liste, aber ohne wertende Reihenfolge: Die Ereignisse, die das Jahr geprägt haben und an die ich mich vor allem erinnere, wenn ich an 2009 denke:

1. Magister-Abschluss
2. Das Praktikum und der Job im MdB-Büro
3. Urlaub in und um Trier
4. Berliner Kulturleben
5. WG mit Kollegin und ihrer Tochter
6. Rohan-Larp, Pampatreffen, MA-Märkte und Tanzwochenenden
7. Wieder bei den Eltern einziehen
8. Jobsuche gegen Jahresende
9. Kollegen, User und andere Bekanntschaften in Berlin
10. neue und alte Hobbies

Einen Teil davon konntet ihr hier im Blog ja live mitverfolgen, sozusagen. Auf die ersten beiden Punkte bin ich auch immer noch stolz. Die Abschluss-Sachen an der Uni und das Praktikum bzw. den Start in den Job gleichzeitig um die Ohren zu haben, hat mir im ersten halben Jahr 2009 ziemlich viel Stress bereitet, aber mit dem Ergebnis bin ich echt zufrieden. Danach hab ich allerdings erstmal nur der nächsten Auszeit entgegen gefiebert, die ja auch nicht lange auf sich warten ließ: Das Pampa-Treffen mit den Forumsleuten, das einfach nur großartig war. Schade, dass ich bei der Wiederholung nicht dabei sein konnte. Aber im Sommer dann hoffentlich wieder.

Sowieso: Das Jahr hatte viel Stress, aber auch immer wieder schöne Ruhepausen und Inseln. Immer wieder mal ein Wochenende, das weit weg vom Alltag war. Das erste war das Rohan-Larp im Frühling, das ich zwischen die Magisterarbeit und das Lernen für die mündlichen Prüfungen geschoben habe und das da goldrichtig lag. Ich kann immer noch nicht im geringsten schauspielern und hab glaube ich einige Leute zur Verzweiflung getrieben, aber es hat einfach Spaß gemacht. Die größte und wichtigste Ruhepause war allerdings der Urlaub in und um Trier. Auch der lief - typisch für dieses Jahr - andes ab als geplant, aber er war toll und unglaublich erholsam. Der erste Urlaub seit Beginn des Studiums und das erste Mal 2009, dass ich länger als zwei Tage keinen Gedanken an Uni oder Arbeit hatte. Danke noch mal an Erin und Arek für eine wunderbare Zeit!

Wobei ich nicht so tun will, als sei Berlin nur Stress gewesen. Ich habe wunderbare Kollegen gehabt, allen voran T, Lieblingskollegin made of awesome. Und J., bei der ich mich für den Anfang einquartiert habe und dann fürs komplette halbe Jahr geblieben bin. Wir sind nicht wahnsinnig warm miteinander geworden und haben eher nebeneinander gelebt, aber sie hat mir eine nervige Wohnungssuche und den ... je nach Zählung dritten oder vierten Umzug in einem Jahr erspart. Und ich bin um zwei Erfahrungen reicher: Leben in einer WG und Leben mit einem Kleinkind. *g* Und auch sonst war Berlin schon sehr toll. Es gab Treffen mit Usern, es gab tolle Kinoabende, es gab die Möglichkeit, Irish Step auszuprobieren, Volleyball wiederzuentdecken und bei den sympathischen Leuten von "Canto ergo sum" mitzusingen.

Und natürlich gab es Kultur ohne Ende. Von der klassischen Hochkultur bis hin zu Straßenkünstlern und Freiluft-Kinos. Meine Highlights waren die Alte Nationalgalerie, das Straßenkünstler-Festival am Mariannenplatz, "Die Dreigroschenoper" im Berliner Ensemble, "Die Zauberflöte" in der Deutschen Oper, "The Dark Knight" im Freiluftkino Kreuzberg, die Carmina-Burana-Aufführung in Spandau und "Shakespeares gesammelte Werke (in 90 Minuten)" auf der Vagantenbühne. Und noch ziemlich viele andere, aber ich lass es mal dabei.

Alles in allem ein ziemlich chaotisches, vollgestopftes Jahr, in dem sich viel verändert hat und wenig nach Plan gelaufen ist. Endgültig bewerten lässt es sich wahrscheinlich erst mit mehr Abstand, aber jetzt beim Rückblick fällt mir nicht nur unglaublich viel ein, das dieses Jahr für mich geprägt hat, sondern vor allem überwiegend Positives. Entweder fang ich also jetzt schon an, das vergangene Jahr zu verklären, oder es war ein ziemlich gutes Jahr. *g*