23.07.09

Potter + Pursi = Perfect Evening


Was ist das eigentlich für ein seltsamer Sommer? Oder auch: Warum wird das Wetter immer dann schlecht, wenn es aufs Wochenende zugeht? Vorletzte Woche: Ganz erträgliches Wetter. Freitagabend: Ich stehe in Potsdam auf einer Wiese, David Garrett geigt uns was – bei ca. 15 Grad und Regen. Das Wochenende geht wechselhaft weiter, die Woche wird brütend heiß und schwül. Ich freue mich aufs Wochenende. Freitagabend: Es gewittert und regnet anschließend den halben Samstag. Die Woche wird – heißt und schwül. Und jetzt? Naht das Wochenende und es ist mal wieder Gewitter und Regen angekündigt. Erkennt jemand ein Schema?

Aber eigentlich bin ich nicht hier, um mich übers Wetter zu beschweren. Sondern um über den neuen Potter zu bloggen. Den hab ich nämlich am Montag mit Pursi gesehen.

Joah. Ich sollte vielleicht kurz vorweg sagen, mit welchen Voraussetzungen ich in den Film gegangen bin.

  1. Ich hab das Buch gelesen, als es rauskam, danach nie wieder. Das war – äh. Ich glaube, 2005. Ihr dürft euch jetzt ausrechnen, wie viel vom Inhalt ich noch wusste.
  2. Ich hatte vorher von ein paar Leuten gehört, dass dem Film völlig die Magie fehlt, die einzelnen Szenen lieblos aneinander gereiht sind und man bloß nicht zuviel erwarten sollte.
  3. Ich wollte gute, solide Popcorn-Unterhaltung. Nicht mehr, nicht weniger.

Um es zusammenzufassen: Meine Erwartungen aus Punkt 3 wurden voll erfüllt, und die Kritik aus Punkt 2 kann ich nur zum Teil nachvollziehen.

Beginnen wir mal mit dem Anfang. Pursi hat mich hinterher dran erinnert, dass das Buch mit der Konfrontation der Minister anfing. Daher nachträglich: Schade, dass das nicht vorkam, die Szene war eigentlich gut. So fand ich den Einstieg mit Harry und der … Imbissverkäuferin? Oder wie nennt man so was? Auf jeden Fall ein wenig dahinplätschernd, aber nicht schlecht. Und das mit dem Dahinplätschern änderte sich ja sehr schnell. Die Kamerafahrten (bzw. halt die Animation *fuchtel*) durch London haben mich förmlich in den Sitz gepresst. Ähnlich wie später die Szene zu Weihnachten mit dem Todesserangriff auf den Fuchsbau. Die steht zwar nicht im Buch (oder?), aber toll war sie trotzdem. *g*

Aber eigentlich war ich gerade beim Anfang und wollte noch anmerken: Ganz am Anfang war ja die Fotoreporter-Szene vom Ende von „Order of the Phoenix“. Nicht schlecht, aber – irgendwie zu viel Ähnlichkeit mit der Szene am Ende von „Goblet of Fire“, wo Harry mit dem toten Cedric zum Startpunkt am Labyrinth zurückkehrt. Aber hey, geschenkt.

Anschließend kam jedenfalls die „Unbreakable Vow“-Szene mit Snape und Bellatrix – ein frühes Highlight. Alan Rickmann und Helena Bonham Carter in einer Szene. W00t! Ich muss eindeutig mal mehr Filme sehen, wo die Schauspieler beteiligt sind. Also, jeweils einer. Mehr mit beiden gibt’s wohl kaum. (Abgesehen von Sweeney Todd, den ich schon kenne.) Cissa allerdings finde ich persönlich fehlbesetzt. Was aber auch daran liegen könnte, dass ich mich zu sehr an Makanis Version von ihr gewöhnt habe. (Die übrigens auch ein tolles Bild der Szene gezeichnet hat: Hier fast ganz unten. *anstarr*)

Die Handlung kommt dann halt in Gang, wie üblich läuft das Schuljahr ab und der geneigte Zuschauer erlebt die Sorgen und Nöte der Protagonisten. In für unseren Geschmack teils etwas zu epischer Breite, aber andererseits sorgt das – neben ein paar anderen Szenen – dafür, dass man den Schauspielern zumindest ab und zu noch die Teenies abnimmt, die sie darstellen sollen. Abgesehen von Malfoy. Zum einen hat der keine wirklichen Teenie-Szenen (Slytherin halt, nech?), zum anderen würden die das auch nicht mehr retten. Tom Felton sieht erwachsen aus. Punkt. Beeilt euch mit dem siebten Film, bevor bei den anderen auch alles zu spät ist in der Hinsicht.

Was mir dabei aufgefallen ist: Wenn ich mich ans Buch noch so halbwegs erinnere, dann nahm da die Suche nach den Horkruxen relativ viel Platz ein. Und die verschiedensten, teilweise ziemlich langgezogen Erinnerungen von Tom Riddle, die mich meistens eher gelangweilt haben. Im Film spielt das beinahe nur eine Nebenrolle. Erzählt wird hauptsächlich von Beziehungschaos und ein bisschen Schulkram. Durchaus nett gemacht. Die Szene mit Harry und Hermine auf der Treppe, nachdem Ron was mit Lav-Lav angefangen hat, fand ich jedenfalls einfach nur – aaaawwww. „It feels like this.“ Und es gibt wieder Quidditch. Die Szenen waren toll, auch vom Soundtrack her.

Apropos Soundtrack: Okay, es ist häufig eine Verwurstung altbekannter Themen und wirkte ab und zu etwas lieblos. Aber andererseits hätte man es auch vermisst, wenn die Themen nicht aufgetaucht wären – und gerade die eben gelobten Quidditch-Szenen brachten ein „Woohoo, das Thema!“ für mich.

Zur Kritik oben: Naja, die Übergänge zwischen den einzelnen Szenen waren ab und zu etwas abrupt. Und einiges hätte man raffen können. Sowohl beim Beziehungschaos als auch, wenn Malfoy zum gefühlt 50. Mal emo durch die Gänge schleicht. Aber wirklich gestört hat’s mich jetzt nicht. Und anderes hätte man ganz weglassen können, die Aragog-Szene zum Beispiel. Aber das sind so Kleinigkeiten, das macht den Film jetzt wirklich nicht schlecht. Und selbst ein paar Filmfehler sind zu verschmerzen: Oder wie sind Dumbledore und Harry vom Felsen in die Höhle gekommen, ohne nass zu werden? (Wobei. Jetzt wo ich drüber nachdenke, bin ich mir nicht mehr sicher, ob sie sich im Buch per Magie getrocknet haben. Trotzdem.)

Überhaupt, der Schluss. Die Szene in der Höhle war einfach nur fantastisch. Die Spannung die ganze Zeit über. Die Interaktion zwischen Dumbledore und Harry, als Dumbledore den Trank austrinkt. Großartig in Szene gesetzt. Und dann das Auftauchen der Inferi. Ich wusste ja, was kommt. Ich wusste genau, was kommt. Und halte meine Popcorn Tüte in der Hand. Weil ich mich ja nicht erschrecken werde. Ich weiß ja, was kommt. Ja. Dreimal darf man raten, wer sich das restliche Popcorn übergekippt hat.

Die Szene auf dem Turm war dann irgendwie zu plötzlich. Zu hektisch. Zu schnell. Und Harry bleibt tatenlos, obwohl er nicht wie im Buch unter einem Schockzauber von Dumbledore steht. Unlogisch, anyone? Und insgesamt war beim Kampf ums Schloss zu viel gekürzt, Malfoy führt – wenn mich nicht alles täuscht – eigentlich ein viel längeres Gespräch mit Dumbledore und das „Severus, please“ ging beinahe unter. Schade. Die „Zeremonie“ im Anschluss, bei der alle die Zauberstäbe zum Himmel recken, war dagegen wieder grandios. Gänsehaut und Kloß im Hals. Derartige Szenen wirken bei mir irgendwie immer. *schnief*

Joah. Gute, solide Popcorn-Unterhaltung. Genau wie erwartet. Und über den Abspann konnten wir auch noch gut lästern. Credits für „male inferi“ und „female inferi“? Da war ein Unterschied? Spul mal wer zurück. *pfnihi* In ungefähr dieser Stimmung begeben wir uns also nach draußen und landen spontan noch in einem Australischen Pub um die Ecke. Hui, nette Cocktails haben die da. Nach einem bin ich ziemlich beschickert und wir machen uns auf zur U-Bahn. Zur letzten. Whoops.

19.07.09

These [s]boots[/s] feet are made for walking...

Nachdem vorgestern Abend ein Gewitter über Berlin (wie wohl auch über den Rest von Deutschland) hereingebrochen ist und Temperatur wie auch Luftfeuchtigkeit wieder auf ein erträgliches Maß gebracht hat, fand ich, das sei der perfekte Zeitpunkt, um aus lauter Vorfreude auf September mal ein wenig zu wandern. Ein Ziel war schnell gefunden: Der Wuhletal-Wanderweg von Ahrensfelde nach Köpenick, also quasi am Ostrand von Berlin lang.

Also habe ich mich heute Nachmittag (zugegeben: später als geplant) in die U-Bahn gesetzt und nach einigem Umsteigen und etwa einer Dreiviertelstunde war ich – um zwanzig vor vier – auch schon am Ziel: In Ahrensfelde.


Die Gegend sah auf den ersten Blick weder besonders bewanderbar noch sonst irgendwie einladend aus, aber man will ja nicht gleich piensig sein.

Also zog ich den Flyer aus der Tasche, studierte ihn und folgte dann der Havemannstraße, wie mir geheißen. Als nächste Anweisung war notiert, ich sollte die Kemberger Straße überqueren. Blöd nur, dass die Flämingstraße (Flaming Flemming. *kicher* - Sorry, Insider.) die erste Querstraße war. Zum Glück war eine Bushaltestelle mit Wartehäuschen in der Nähe. Für die, die es nicht wissen: Berliner Buswartehäuschen haben in aller Regel einen Stadtplan(ausschnitt), der für hilflose Touristen und Neu-Berliner großartig Orientierung bietet. Dieser zeigte mir dann, dass ich durchaus auf dem richtigen Weg war, nur musste ich vor der Kemberger Straße halt noch ein paar andere überqueren. Jau. Wäre schön, wenn der Flyer einem das auch gesagt hätte. Nu gut, kurze Zeit später war es soweit, ich überquerte die Kemberger Straße und ließ damit die Stadt hinter mir.
Yay Wanderweg. Los geht’s!

… Ob ihr’s glaubt oder nicht: Genau in dem Moment, wo ich diese Fotos mache, wird aus dem „wir lassen gelegentlich mal nen Tropfen vom Himmel fallen“ ein wirklicher Regen. Kein Platzregen, nichts Dramatisches, halt ein langsamer, gemütlicher Landregen. Der mich, was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen kann, einen Großteil der Strecke begleiten wird. Ich hole dann mal den Schirm raus und wandere weiter durch Natur und Idylle. Hach. Lange nicht gehabt, so was.

Nach einer Weile komme ich zu einer Abzweigung, die auf die Ahrensfelder Berge führt. Mein Flyer verheißt mir eine großartige Aussicht. Ich rechne diese Aussage gegen den Regen und den zu späten Wanderbeginn auf und streiche den Schlenker. Weiter im Programm. Kurze Zeit später wechselt der Weg von Schotter zu Betonplatten, die von jetzt an dominieren werden. Deh. Wer hat sich denn das ausgedacht?


Nach einer Weile komme ich nach Hellersdorf. Hier stehen die Häuser (sprich: hässlichen Plattenbauten) wieder relativ dicht am Weg. Vor ihnen laufen kilometerlang Gasrohre entlang, die reichlich mit Graffiti verziert sind. Ich glaube mich vage zu erinnern, dass ein Berliner Stadtviertel mit derartigen Rohren mal Kulisse für einen Film war, der das Wort „Alaska“ im Titel trug. Vielleicht wurde der hier gedreht? Ich nehme mir vor, zuhause mal zu recherchieren. [Edit: Die Recherche ergab, dass ich alaska.de meine - und dass er laut IMDB in Hohenschönhausen gedreht wurde, nicht in Hellersdorf.]

Na, wenigstens auf der anderen Seite geht die Natur-Idylle weiter. Die teilweise seltsame Blüten treibt: Was sind das für Schnecken auf dem Bild unten und warum werden sie so dermaßen von abgemähtem Gras angezogen? Ich bin an ein paar Haufen vorbeigekommen, und auf jedem saßen dicht an dicht diese Viehcher!
Nach etwa eineinhalb Stunden geht der Weg in einen Sandweg über und kurz danach bin ich mir ziemlich sicher, dass das nicht mehr der offizielle Wanderweg sein kann.

Aber was soll’s, die Grobrichtung stimmt und spätestens wenn die nächste Straße zu überqueren ist, werde ich auf der anderen Seite wohl den Weg wieder finden. So ist es denn auch, aber die nächste Straße bedeutet auch schon den U- und S-Bahnhof Wuhletal, der den Übergang zwischen der nördlichen und der südlichen Etappe markiert. Ich nutze kurz das Klo, dann überlege ich, ob ich trotz Regen die zweite Etappe laufen will. Und trotz des langsam einsetzenden „Boah, ich werde morgen Muskelkater haben“-Gefühls. … Ja, will ich. Für die erste habe ich etwa zwei Stunden gebraucht, also werde ich wohl circa um halb acht in Köpenick sein. Gut.
Also geht es weiter, erstmal wieder auf Schotter, nach kurzer Zeit leider wieder auf Beton.

Aber weiterhin mit schöner Landschaft rundrum. Hier wachsen jetzt neben dem Wiesen-Zeug auch mehr Bäume und Sträucher. Teils mit Früchten, die essbar aussehen. Ich tippe zuerst auf noch unreife Mirabellen, bis ich am dritten oder vierten Baum reifere Früchte sehe, die sich rötlich färben. Meine botanischen Kenntnisse sind nicht groß, aber sie sagen mir, dass Mirabellen nicht rot sind. Ich verzichte lieber mal aufs Probieren und habe einen weiteren Punkt für die „zuhause recherchieren“-Liste. [Edit: Meine botanischen Kenntnisse sind noch geringer als bisher vermutet. Mirabellen können sehr wohl rötlich sein. ... Ich muss da noch mal lang und probieren. Definitiv.]

Etwa einen halben Kilometer weiter überquere ich eine weitere Straße, gehe ein Stück weiter – und bin gelinde irritiert. Breite Asphaltstraßen mit Namen. WTF? Hab ich mich jetzt schon wieder verlaufen? Das kann doch nicht mehr der Wanderweg…
Doch, er kann. Wie etwa drei- bis vierhundert Meter weiter ein Schild zeigt. Ja denn. Zum Glück ändert sich die Beschaffenheit schnell wieder und es geht weiter durch – noch mehr Idylle und Natur. Yay.
Langsam bekomme ich Hunger und esse mich in relativ schneller Folge durch Ei, Apfel und die mitgebrachten Beeren mit Sahne. Letztere hatte ich leicht überschlagen und durch Wärme und Bewegung im Rucksack hat sie sich endgültig in ihre Bestandteile getrennt. Na, gibt’s die Beeren halt mit Buttercreme. *mampf*

Langsam wird es später und die Füße werden schwerer. Nach … zu diesem Zeitpunkt irgendwas zwischen zehn und zwölf Kilometer, die flach wie ein Pfannkuchen waren. Okay, ich sollte dringend mal an meiner Wander-Kondition arbeiten, sonst wird das mit dem Eifelsteig nichts. Aber heute Abend, nehme ich mir vor, setze ich mich erstmal nur noch in die Ecke. Und esse den Kartoffelsalat, den ich vorhin noch vorbereitet habe. Und hinterher vielleicht noch ein Schälchen Tiramisu? Du hast keins im Haus. In etwa diesem Moment stößt der Wanderweg wieder auf Zivilisation. In Form eines Penny-Discount-Markts. Ich entere ihn mal kurz, um festzustellen, dass sie kein Tiramisu verkaufen. Mist. Als Kompensation kaufe ich eine Mango. Man muss das nicht verstehen.

… Ja, und dann war es schließlich nach ziemlich genau drei Stunden und fünfzig Minuten oder auch nach 15,5 Kilometern so weit: Ich war in Köpenick. Ein Touri-Hinweisschild mit einem Bild des Hauptmanns weist mir den Weg zur Altstadt. 1,5 Kilometer. Och nö, heute nicht mehr. Ich steig dann lieber da drüben in die S-Bahn.
Ein bisschen fahren noch, zweimal umsteigen, und gegen Viertel nach acht bin ich zu Hause. Und merke, dass ich mir eine Blase gelaufen habe. Die mir beim Wandern nicht aufgefallen ist, wohl aber beim Umsteigen auf dem Heimweg. Böh?

Sonstige Erkenntnis des Tages: Kunst lautert da, wo man sie nicht erwartet. Im Zweifelsfalle zwischen Plattenbauten.

Okay, ob ich einen Mann mit ausgestrecktem rechtem Arm für Kunst halten will, darüber meditiere ich noch mal...

... Und noch ein letztes Edit: Heute scheint natürlich die Sonne. Es war ja so klar. Aber ich habe keinen Muskelkater. Woohoo!

15.07.09

Kehrtwende marsch!

Ui. Also. UI. Ich glaube, ich habe gerade eine neue Urlaubsplanung entworfen. Eine neue, vollkommen irre Urlaubsplanung.

29. August, abends oder 30. August sehr früh morgens: Ab in Grobrichtung Trier. Ob Zug oder Auto, überleg ich mir noch. Sachen bei jemandem (tm) einlagern.
30. August, Nachmittag / Abend: Burgenfest Manderscheid mit Spectaculatius und den Streunern genießen.
31. August bis 03. September: Den Eifelsteig von Manderscheid bis Trier wandern, oder umgekehrt. Hoffentlich mit Begleitung.
03./o4. bis 06. September: EDEN-Treffen im Schwarzwald mitnehmen, wenn's denn stattfindet. Wenn nicht, Leute in Trier treffen und / oder noch ne Etappe dranhängen.

... Mh. Stressig. Aber toll. Und Verbindung aus Wandern, Forums-Leute treffen, Trierer Leute treffen und MA-Markt. Mh. Ich muss überlegen. Und planen. Und Leute motivieren.

13.07.09

„… also wir sind ja immer in den Harz gefahren.“

Hey, dachte ich mir, und warum eigentlich auch nicht. Denn nachdem ich meinen Urlaub für zwei Monate halbe Stelle und vier Monate volle Stelle zusammengeklaubt und ein paar Einzeltage für diverse Wochenenden und eventülle sonst wo stattfindende Bewerbungsgespräche abgezogen hatte, war klar: Das Fernziel „West Highland Way wandern“ bleibt noch ne Weile Fernziel, und für circa fünf Tage nach Schottland lohnt nicht so wirklich. Alles blöd und so, aber andererseits: Wandern kann man auch hier.

Daher mal die ultimative Umfrage: Hätte wer Lust, Laune und Zeit, mit mir den Harzer Hexenstieg abzuwandern, vorzugsweise im September?

P.S. Boah, macht paint Fotos hässlich. Aber ich hab hier grad nix anderes, und ich wollte doch. *fuchtel*

09.07.09

Frei-Zeit, Frei-Zeiheiheiheiheit…


… ist das einzige, was zählt. *schmetter* Nachdem ich’s jetzt mehreren Menschen versprochen habe, will ich doch endlich mal über meine Aktivitäten der letzten Woche bloggen. Ich beginne nämlich so langsam mal, neben der Arbeit mehr zu tun als stumpf ins Feuer auf den Fernseher zu starren.

So war ich letzte Woche erstmal im Kino, genauer gesagt im Freiluftkino Hasenheide, und schaute mir „Into the Wild“ an. Mal wieder. Also, im Freiluftkino war ich zum ersten Mal, aber den Film hab ich durchaus schon mal gesehen. Aber ich finde ihn einfach immer wieder wunderschön. Andy, mit dem ich neulich per Mail drüber diskutierte, brachte mich zwar zu dem Eingeständnis, dass der Protagonist eigentlich einen Darwin-Award verdient hätte. Aber. Die Bilder! Die Musik! Deren Zusammenspiel! Der Film strahlt einfach eine unglaubliche Schönheit aus. Und enthält, zumindest in meinen Augen, wahnsinnig viel Weisheit und Wahrheit und … ach, ich find ihn einfach toll. Und im Freiluftkino, zwischen den Bäumen, auf großer Leinwand – das war einfach noch mal richtig schön. Bis auf die verflixt harten Plastik-Bänke, auf denen man drei Stunden sitzen musste. Nächstes Mal nehm ich mir ein Kissen mit…

Am Freitagabend ging’s dann mit etwas aktiverer Freizeitgestaltung weiter. Auf dem Forums-Wochenende neulich hatte ich ja wiederentdeckt, wie toll eigentlich Volleyball ist. Also hab ich mir dann mal einen Verein in der Nähe gesucht, der das anbietet. Genauer gesagt, bietet er der Gruppen drei: Anfänger, Fortgeschrittene und Freizeit. Ich habe vor längerer Zeit mal gespielt, aber das war, nun ja, vor längerer Zeit. Und auch damals nicht sehr ambitioniert. Also entschied ich mich mal für die Freizeitgruppe. Und die Geschichte nahm ihren Lauf.

Ich komme gegen sieben Uhr abends, bei immer noch etwa 25 Grad, an der Sporthalle an. Sie ist verschlossen und dunkel. Ich erinnere mich vage, das in der Mail irgendwas von „fängt Viertel nach an“ stand und gehe auf gut Glück eine Viertelstunde spazieren. Als ich zurückkomme, ist die Halle immer noch verschlossen und dunkel. Ich schwinge mich auf mein Rad. Im Wegfahren sehe ich vor einem Seiteneingang einige Leute stehen. Letzter Versuch. Ich frage nach der Volleyball-Gruppe. „Bist du genau richtig hier.“ … Jau. Bin ich dann wohl. Bei einer Gruppe Türken. Also, Türkinnen und Türken. Aber halt. *fuchtel* Äh. Hi?

Ich laufe mal einer der Frauen nach, ziehe mich um, mache mich mit den Leuten warm – dann gehen die Trennwände der Dreifachhalle runter und ich spiele mit der Gruppe Volleyball. Gute zwei Stunden. Fünf gegen fünf. Stelle fest, dass ein VHS-Kurs Türkisch zur Vorbereitung ratsam gewesen wäre, weil sich meine Mitspieler nur ab und zu mal was Deutsches zurufen. Sie sind nett, so nicht – aber ich versteh halt gern, was die Leute um mich rum reden. Als die Trennwände wieder hochgehen, bin ich völlig fertig – und bemerke, dass nach dem Runterlassen der Abtrennung auf den anderen Feldern auch noch Leute angekommen sind. Die untereinander Deutsch sprechen. Aber zu dem Zeitpunkt ist’s auch egal. Das Niveau war eh ein Stück zu hoch, ich schau mir noch mal die Anfängergruppe an, kthx. Wenn man nach einigen Jahren Pause die spärlichen Schmetter-Fähigkeiten völlig verlernt hat, sollte man erstmal auffrischen Aber schön war’s, das geb ich zu.

Samstagnachmittag kam dann das Kontrastprogramm: Carmina Burana für Chor und Schlagzeugensemble im evangelischen Johannisstift. Ich bin mal wieder auf die letzte Minute angekommen, aber sie haben mir noch eine Karte verkauft. Dann singt erstmal der Kinder- und Jugendchor zur Einstimmung, der ein paar Gospels und Filmmusik aus „Sister Act“ und „Les Choristes“ vorträgt, und das sehr großartig. Und dann das eigentliche Konzert. Boah, die Leute haben gerockt. Richtig großartig. Oh, und das Schlagzeugensemble mit dem niedlichen jungen Mann genau in meinem Blickfeld auch. Ach, war eh komplett toll. Am Ende gab’s so lange Standing Ovations, bis sie sich zu ner Zugabe haben hinreißen lassen. Hehe.

… Ich will auch mal wieder nen Chor. Aber irgendwie trau ich mich grad nicht so richtig, wo hinzugehen. Ich bin doch nur noch bis Oktober da. Das ist doch nur noch so kurz. Zumal jetzt viele Sommerpause machen. Das lohnt doch gar nicht. Ah, vielleicht mach ich’s trotzdem noch. Und sonst spätestens, wenn ich weiß, wie’s ab November weitergeht.