23.03.09

Was für ein Theater!

Und dann ist es wieder mal so weit… ich muss Andy recht geben. Und zwar beim Thema Berlin. Viermal bin ich hier gewesen, immer für ein paar Tage. Nie hat mir die Stadt wirklich gefallen. Zu groß, zu laut, zu hektisch, zu städtisch, zu hässlich, zu Baustelle. Ein paar interessante Museen und Sehenswürdigkeiten, sicher, aber sonst – nee. Und jetzt: Halllooooo, Kultur. Berlin ist immer noch groß und laut und hektisch und hässlich und all das, aber: Es hat tatsächlich seine tollen Seiten. Und dazu gehört eindeutig das Kulturangebot.

Bisher hatte ich das ja eher spärlich genutzt, weil ich die MA fertig schustern musste. Dieses Wochenende bin ich dann endlich dazu gekommen, einiges nachzuholen. Den zweiten Trip ins Deutsche Historische Museum hab ich leider nicht mehr geschafft, da bin ich jetzt am Jonglieren, ob ich das irgendwo am nächsten Wochenende noch reingequetscht bekomme. Aber dafür war die Alte Nationalgalerie wunderschön. Allein das Gebäude schon toll, und die ausgestellten Bilder haben auch zu einem großen Teil meinen Geschmack getroffen. … Ja, ich bin da halt altmodisch und kitschig, zumindest meistens. Uns Samstag fiel unter dieses „meistens“. Gebt mir Renoir, Schinkel und Friedrich.

Am Abend war ich dann im Konzert und habe seitdem einen neuen Komponisten auf der Favoriten-Liste: Sibelius. Hatte bisher nur halbherzig mal ein, zwei Stücke von ihm gehört, für nett befunden, das aber nicht weiter verfolgt. Aber das Konzert von ihm, dass die eine Preisträgerin gespielt hat – WOW. Will mehr. Und das Konzerthaus ist auch einfach nur schick. Ich mag so altehrwürdige Theater- und Konzertbauten immer wieder gerne.

Und dann halt das titelgebende Theater. Ich hatte ja noch während des MA-Schreibens einen ersten Versuch in Sachen Berliner Bühnen gestartet und prompt daneben gegriffen. Antigone / Hyperion im Maxim-Gorki-Theater. All kinds of deh. Ich bin einfach kein Freund von allzu modernen Inszenierungen. Ich meine, ich verlang ja nicht, dass man die Leute in Peploi steckt. Aber … so ein bisschen dürfte die Herkunft des Stücks schon erkennbar sein. Oder sein Text. Oder die Thematik. (Okay, die von Hyperion war wohl erkennbar, das kann ich aber nicht so ganz beurteilen. Die von Antigone hab ich jedenfalls kaum erkannt.) Jedenfalls … Menschen inmitten einer Altkleidersammlung, die ständig mehr oder minder hysterisch rumschreien – das ist für mich einfach nicht Antigone. Und schön auch nicht. Geh mir doch wech mit modern.

Gestern Abend kam dann der Gegenpol: Die Dreigroschenoper vom Berliner Ensemble. Natürlich war ich mal wieder auf die letzte Minute da, und die Rache dafür folgte auf dem Fuße: nur noch ein Stehplatz frei. Oben im zweiten Rang hinter der letzten Reihe. Also drei Stunden stehen, jippieh. Ich hab den Platz genommen – und es nicht bereut. Also, schon in dem Sinne, dass ein Sitzplatz besser gewesen wäre. Aber die Aufführung war so großartig, dass sich das Stehen gelohnt hat. Tolle Schauspieler, eine zwar in den Stilmitteln auch moderne, aber zum Stück passende Inszenierung, die nicht rumexperimentiert, sondern das Alter des Stücks ruhig mal spüren lässt – einfach nur gelungen. (Wer Lust auf eine fachkundigere Rezension hat, dem sei diese hier ans Herz gelegt. Edit: gemeint war Diese.) Und natürlich lustiges Zitate-Wiederentdecken. Nicht zuletzt das derzeit ständig zitierte „Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ Ob es an der Stelle vor einem Jahr auch Szenenapplaus gegeben hätte?

Ja, doch. Ich fange langsam an, Berlin zu mögen. Zumindest Teile davon.

21.03.09

Freeeeedooooom! [/mel gibson]




Sie ist weg. Sie ist weg, sie ist weg, sie ist weg. Die Magisterarbeit. Vorgestern Morgen gedruckt und abends dann um 18:46 abgeschickt. *g* Nachdem sie mir auf die letzte Minute noch eine halbe Nachtschicht beschert hat, mit freundlicher Unterstützung von Word. Dieses nette Programm meinte nämlich, mir das Format meines Anhangs so zerschießen zu müssen, dass nichts mehr lesbar war. Aber nach zähem Ringen, viel Trickserei und noch mehr Gefluche habe ich kurz nach zwei Uhr nachts schließlich gewonnen. (Und Andy mit "Ich hab's doch immer gesagt!" und der Empfehlung eines Alternativprogramms in 3, 2, 1,...)

Jetzt ist sie weg, und ich kann nur noch hoffen, dass sie gut ankommt. Per Post, und bei den Korrektoren, so inhaltlich. Na, wir werden sehen. Zumindest die anfängliche "OMG, ich hab bestimmt was total Wichtiges vergessen"-Panik hat sich inzwischen gelegt. Stattdessen freue ich mich gerade, dass ich ein Wochenende gänzlich ohne Laptop und MA verbringen kann. Dafür mit um so mehr Berliner Kultur. Heute Nachmittag Alte Nationalgalerie, gleich geht's weiter ins Konzerthaus. Morgen kommen dann wohl das Deutsche Historische Museum, zweiter Anlauf, und abends das Deutsche Theater mit der Dreigroschenoper. Und dazu noch schönes Wetter und Vorfrühling, was will man mehr? Thiii!

Oh, und Apropos Thii, und ansonsten completely unrelated: Habt ihr gestern das Google-Bild gesehen? Habt ihr? Habt ihr? Kleine Raupe Nimmersatt? Ich fürchte, ich hab ein bisschen durchs Büro gesqueet. Aber die Kollegin auch, als sie's gesehen hat. *g*
In diesem Sinne: Einen schönen Frühlingsbeginn euch allen!


11.03.09

W00t!

Ich könnte übers Praktikum schreiben, übers Maxim Gorki Theater, die Magisterarbeit oder über Was-auch-immer, aber ich hab keinen Nerv. Aber ich muss mal kurz jubilieren:

Ich kann zum Rohan-Larp! Woohoo!



Flüge sind gebucht, Ryanair sei gepriesen, und ich freu mich nen Keks. Tihi.

07.03.09

Ablenkungsmanöver


Njärgs. Da sitze ich am Schreibtisch, sollte mit der Arbeit weiterkommen, und was mache ich? Erstelle einen Larp-Chara, obwohl ich noch nicht mal weiß, ob ich überhaupt hin kann. Weil ich mich nicht zu fragen traue. Nicht weil ich Angst habe, dass die Leute mir den Kopf abreißen, eher im Gegenteil. Die sind alle so nett und herzlich und toll und ich krieg ja mit, wie im Moment alle am Rotieren sind und es an allen Ecken und Enden brennt. Und da ist sie wieder, meine soziale Ader, die die netten Leute nicht im Stich lassen will, wo doch grad so viel zu tun ist.

Deh. Na, vielleicht find ich am Montag ja trotzdem den Mut, nachzufragen. Und solange versuch ich mal, meine Gedanken zusammenzuraffen und auf die Magisterarbeit zu fokussieren, statt auf Gythwyn. Muss gleich mal gucken, ob der Name noch frei ist. Nachdem ich von Aldis schon wieder Abstand nehmen musste… Arghs. Jetzt fang ich schon wieder an. Aus! Magisterarbeit!

Vorher allerdings möchte ich noch kurz erwähnen, dass George R. R. Martins „A Game of Thrones“ eine seltsame Anziehungskraft besitzt. Ich bin etwa auf Seite 100, es ist noch nicht wahnsinnig viel passiert – und trotzdem fällt es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen, weil es eine eigentümliche, unterschwellige Spannung besitzt, schon einiges an Intrigen angedeutet wurde, auf deren Entwicklung man gespannt ist, und die Charaktere sehr gut ausgearbeitet sind. Das kann noch interessant werden…

02.03.09

Warum in die Ferne schweifen...

wenn das Gute liegt so nah. Nein, ich bedaure nicht meinen Aufenthalt hier. Nur die Tatsache, dass ich nicht gleich das Internetcafé direkt vor der Haustür probiert habe. Die haben nämlich USB-Anschluss. Der an meinem momentanen PC ist leider kaputt, weshalb ich diesen Eintrag trotzdem life tippe. Bei 30 Cent (Gnah. Automatisch "Centi" getippt.) die Stunde geht das. Und beim nächsten Mal hab ich hoffentlich Glück und kann endlich mal so richtig ins Internet und den ganzen Kram erledigen, der sich angesammelt hat.

Also mal so als Zwischenstand: Den heiligen Gral zu finden ist ein Kinderspiel gegen das Suchen und Finden eines Internetcafés in Berlin mit USB-Anschluss. Zumindest wenn man's falsch anstellt, nicht das vor der Haustür anguckt und sich stattdessen die Hacken krumm und sich selbst ver-läuft bei der Suche nach irgendwelchen Adressen, die man in Nacht-und-Nebel-Aktionen im Büro ergoogelt hat. In hohen Schuhen bei Nieselregen und Dunkelheit. Also, das Verlaufen, nicht das Googlen.

Egal. Ist ja alles geschafft. Und nebenbei ist das Praktikum shiny. Ich kriege langsam einen Überblick über die aktuellen Themen, die Leute sind kaum älter als ich uns wirklich nett (das gute nett) und was zu tun hab ich auch. Und wenn nicht und ich mal früh gehen kann, ist das ja auch nicht schlecht.


Zu viel Berliner Kultur bin ich MA-bedingt trotzdem noch nicht gekommen, kein Theater oder so. Aber immerhin hab ich's gestern mal für etwa drei Stunden ins Deutsche Historische Museum geschafft. Um festzustellen, dass ich etwa weitere fünf bis sechs Stunden brauchen werde, weil ich mit Müh und Not und halbem Scheuklappen-das-interessiert-mich-eh-nicht-das-ignorier-ich-Verhalten ein Drittel des Museums geschafft habe. Was hat Deutschland auch so viel Geschichte?


Ansonsten: Random Aufzähling. 10 Dinge, die man tun kann, wenn abends der Kopf zu sehr qualmt, um noch an der MA weiterzuschreiben, man aber noch nicht ins Bett will:
  1. den Schal weiterstricken, den man seit Monaten auf den Nadeln hat
  2. die Haare waschen und föhnen, damit man nicht extra dafür vor halb acht aufstehen muss :nase-hoch-in-shiny-arbeitszeiten:
  3. Garn spinnen
  4. den Abwasch machen und die Schuhe putzen
  5. die Kette fürs Brettchenweben aufspannen
  6. anweben und sich fragen, warum das Muster *dieses* Mal nicht funktioniert
  7. verfluchen, dass man kein Internet hat, wo doch grad die ideale Zeit wäre, um mit Leuten in Kanada zu chatten
  8. mal wieder ein gutes Buch lesen (akute Fantasy-auf-Englisch-Phase)
  9. wiederentdecken, dass man Freecell und Hearts auf dem Laptop hat, und das nutzen
  10. Blogeinträge vorschreiben, die man jetzt wieder löschen kann