31.12.09

Bücher! Bücher! Hunderttausend Bücher!


Und noch ein Eintrag. Den mit dem Neujahrs-Vorsätze-Rückblicke-Zeug verschieb ich dann mal auf morgen, glaub ich. Aber die Bücherliste des Jahres will ich grad noch auseinander nehmen. Wenn ich schon kaum dazu gekommen bin, mal während des Lesens zu kommentieren. (Hab ich das überhaupt?) Egal. In chronologischer Reihenfolge:

Die Schwester der Königin – Landete auf der Liste, weil ich den Film anbetungswürdig fand. Und immer noch finde. Leider zieht sich das Buch im Vergleich doch ziemlich hin. Nicht richtig schlecht, aber wirklich vom Hocker gerissen hat es mich nicht, irgendwie konnte ich mich in die Figuren nicht wirklich reinversetzen.
Wertung: 2/5 Tudor-Kleidern

Die Entbehrlichen - Mein erstes Buch des Jahres. Grandios. Lest es! Dystopischer Roman, spielt in einer fiktiven Zukunft Skandinaviens, in der Menschen ohne Kinder in einem gewissen Alter in Heime gebracht werden, wo sie für medizinische Tests und schließlich als lebende Organlager benutzt werden. Durch die Selbstverständlichkeit, mit der die Ich-Erzählerin zumindest anfangs ihre Situation betrachtet, wird sie nur noch schockierender. Außer um den Wert menschlichen Lebens geht es noch um Geschlechterrollen, entwirft Holmqvist ein erstaunliches Modell radikaler Gleichstellung mit überraschenden Seiten. Aber wirklich beschreiben lässt sich das alles eh nicht, ohne den Plot zu verraten. Also: Lesen!
Wertung: 5/5 durchlesenen Nächten

Piraten – Eine nette Anekdoten- und Faktensammlung über Piraterie in diversen Jahrhunderten. Leider sowohl chronologisch als auch thematisch ziemlich ungeordnet und auch sonst hätte fähiger ein Lektor dem Buch gut getan.
Wertung: 2/5 Jolly Rogers

Gebrauchsanweisung für Berlin – Durchaus nett geschriebene Beschreibung der Stadt, in der ich dann ein gutes halbes Jahr verbracht habe. Einige Selbstverständlichkeiten und Klischees, aber im Grunde durchaus brauchbar und unterhaltsam.
Wertung: 3/5 Berliner Bären

Feuer und Stein (Hörbuch) – OMG. Das Buch war … Kitsch, aber irgendwie toll. So ein „Ja, ich hab’s gerne gelesen, aber sagt’s nicht weiter“-Buch. Das Hörbuch kürzt so gut wie sämtliche vorhandene Handlung einschließlich mehrerer Schlüsselszenen. Übertriebenes Geschmachte und Sehks bleiben unangetastet. Das Ergebnis schwankt zwischen unfreiwilliger Komik und Fremdschämen.
Wertung: 1/5 Highlandern für die Komik

The Hobbit (Hörbuch) – Äh. Ich weiß, dass ich das ausgeliehen hatte. Und angefangen habe zu hören. Aber das hab ich nicht zu Ende gehört, oder? Ich glaube, etwa beim Ringfund bin ich stehen geblieben. Aber irgendwie kann ich mich nicht erinnern. Whoops.
Wertung: entfällt

Brokeback Mountain – Zum zweiten Mal gelesen und mal wieder neue Aspekte entdeckt. Wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dafür ist es zu gut geschrieben.
Wertung: 4,5/5 Cowboyhüten

Die Kelten – Gut zusammengestellte Infos, bunt gemischt und unterhaltsam.
Wertung: 4/5 Triskeln

A Song of Ice and Fire – Mein zweites Buch des Jahres. Fantasy, die ohne die üblichen Klischee-Figuren auskommt. Ein großes Repertoire an individuellen Charakteren mit mehr als einem Charakterzug und nicht immer durchschaubaren Plänen und Allianzen, angeblich angelehnt an die englischen Rosenkriege. (Vielleicht kann ich das besser beurteilen, wenn ich mehr von Frau Gablé gelesen habe.) Auf jeden Fall mitreißend geschrieben mit echtem Suchtfaktor. Der Rest der Reihe ist inzwischen bei mir eingetroffen und wartet drauf, dass ich Zeit für ihn finde.
Wertung: 5/5 Schattenwölfe

Man hat nur sieben Leben – Reportagensammlung eines ehemaligen Stern-Reporters. Gut geschrieben, aber irgendwie konnte ich mich nicht wirklich dafür begeistern.
Wertung: 2/5 Notizblöcken

At Hope’s Edge – Fanfiction von einer meiner Lieblings-Schreiberinnen, die einfach ein Händchen für Charaktere, Emotionen und Spannungsaufbau hat. Diesmal geht es um eine Gruppe Waldläufer rund um Aragorn, die dem wachsenden Schatten immer weniger entgegenzusetzen haben. Sicherlich nicht hochliterarisch, aber mitreißend.
Wertung: 4/5 Waldläufern.

Anleitung zum Unglücklichsein – Ist ja nun ein Klassiker, da dachte ich, ich muss ihn auch mal gelesen haben. Und fand ihn blöd und irgendwie nichtssagend.
Wertung: 0/5 Psycho-Tricks

Hallo Mr. Gott, hier spricht Anna – Schön. Immer wieder schön. Zum ersten Mal gelesen mit … 11, glaube ich. Dann in der Teenie-Zeit noch mal. Und jetzt dann wieder. Jedes Mal anders gelesen, anders verstanden, andere Details im Vordergrund gesehen. Ein Buch, das ich immer wieder lesen kann. Nicht zu oft, aber immer wieder.
Wertung: 4,5/5 Kinderweisheiten

Unfinished Tales – nur zu etwa einem Drittel gelesen, weil mir klar wurde, dass ich gerade was lesen möchte, das mehr / offensichtlichere Emotionen hat. Tolkien ist toll, aber ich muss in der richtigen Stimmung sein.
Wertung: entfällt

North and South – Aaaanstrengende Hauptfigur. Irgendwann wollte ich Margaret nur noch nehmen, schütteln und anschreien. Davon abgesehen sind die einzelnen Handlungsstränge ziemlich unverbunden und man hat ab und zu das Gefühl, dass die Autorin nicht so ganz weiß, wo sie mit der Geschichte hin will. Den Film will ich trotzdem noch sehen.
Wertung: 2/5 Fabrikschloten

Jonathan Strange & Mr. Norrell – Hochgelobt als großartiges Fantasybuch. Leider kann ich mich dem nicht anschließen. Nach etwa 200 Seiten hab ich’s aufgegeben. Die Story ist im Grunde nicht schlecht, aber die Erzählweise ist dermaßen laaaaangatmig, das ging einfach nicht.
Wertung: 1/5 mysteriösen Gentlemen für die grundsätzliche Handlung

Die Frau des Zeitreisenden – Ich war vom Film begeistert und hörte, das Buch solle noch besser sein. Also hab ich’s gelesen und … schlagt mich, aber ich find den Film besser. Die Geschichte ist immer noch toll, aber Frau Niffenegger trifft mit ihrer Sprache einfach nicht das, was ich brauche, um in einem Buch zu versinken. Oder der Übersetzer hat’s vergeigt, das kann natürlich auch sein.
Wertung. 3/5 Zeitreisenden

Master and Commander – Angepriesen als „Jane-Austen-Roman für Männer“. Den Film fand ich recht gut, also war ich neugierig. War denn auch nicht schlecht, aber die Figuren blieben mir zu emotionslos, da konnte ich kaum Verbindung aufbauen. Ich glaub, ich bleib beim Film.
Wertung: 2/5 Leichtmatrosen

Das Lächeln der Fortuna – „Lies Rebecca Gablé“, hat F. gesagt. „Du wirst sie mögen“, hat sie gesagt. Sie hatte ja so Recht. Großartig geschriebener historischer Roman, in dem es zur Abwechslung mal nicht um ein junges Mädchen mit Visionen geht, das sich in einer bösen Welt behaupten muss. Sondern um historische Ereignisse im mittelalterlichen England. Glaubwürdig, spannend, gut geschrieben. Mein drittes Buch des Jahres, und von Frau Gablé liegt auch schon das nächste auf dem Nachttisch.
Wertung: 5/5 Thronräuber-Intrigen

Die Panik-Macher – Ein Buch über tatsächliche, über- und unterschätzte Risiken. Ich hatte ein leicht anderes Thema erwartet, fand das aber auch interessant. Das Buch brachte teils überraschende Erkenntnisse, rief teils aber auch ziemliches Augenrollen hervor.
Wertung: 2/5 Massenhysterien

Der Jane Austen Club (nur echt mit Deppenleerzeichen) – Noch ein Buch, das ich wegen des gleichnamigen Films gelesen habe. Der Film war belanglose, aber nette Unterhaltung. Das Buch war ebenfalls belanglos, aber nicht wirklich unterhaltsam. Ich jedenfalls wurde mit den Charakteren nicht wirklich warm.
Wertung: 2/5 Empirekleidern

Die Welt ohne uns – Bei Stina gesehen und nicht ausgeliehen, weil ich noch so viele ungelesene Bücher rumliegen hab. Um es dann ne Woche später doch aus der Bücherei zu holen. Interessante, wissenschaftlich wohl recht fundierte „Rumspinnerei“, was so passieren würde, wenn die Menschheit von jetzt auf gleich verschwände. Ab und zu ein wenig ungeordnet und redundant, aber prinzipiell eine originelle Idee, die zum Nachdenken anregt.
Wertung: 4/5 Naturphänomenen

Schottland: Western Highlands – Buch mit Informationen zu Wanderurlaub und Touren in der Gegend. Weil ich mehr Fundament fürs Rumspinnen brauche. Gute Tipps, leider nicht für genau die Region, die mich am meisten reizt. Mal sehen, was sich umsetzen lässt.
Wertung: 4/5 Rucksäcken

Das Jahrhundert der Bilder, Band II – Hat mich fast das letzte halbe Jahr begleitet und ist immer noch nicht annähernd durch, weil ich nur hin und wieder ein Kapitel lese. Greift Bilder der letzten 60 Jahre heraus, die zu Ikonen wurden, und lässt von verschiedenen Autoren erklären, warum – politisch, ästhetisch, kulturell. Einige Autoren erklären einleuchtender als andere, aber insgesamt sehr lesenswert.
Wertung: 3,5/5 Bildelementen

Naturmagie – Auch ein Buch, das lange auf dem Nachttisch liegt, weil ich immer mal wieder reinschaue und blättere. Noch bin ich mir nicht ganz schlüssig, ob ich es mag oder nicht.
Wertung: entfällt noch

Mythologie – Dieses große, rötliche, günstige Buch, vielleicht kennen’s einige. Lag schon länger bei mir rum, jetzt komm ich endlich mal zum Stöbern und bin bislang ziemlich angetan. Scheint ein guter Überblick zu sein, aber noch kann ich wenig sagen.
Wertung: entfällt noch

Gute Zeit, schlechte Zeit, keine Zeit.


Im Moment bin ich echt so der Herr Kanickel der normalen Welt. Ich meine: Ich hab keinen Job (nein, immer noch nicht, Ruhe dahinten) und müsste eigentlich mehr Zeit haben, als mir lieb ist. Und mich halb zu Tode langweilen. Eigentlich. Yeah. Well. In der Realität sieht es eher so aus, dass ich irgendwann zum Fenster gucke und mich frage, seit wann es eigentlich schon wieder dunkel ist und wer das genehmigt hat. Weil der Tag doch noch gar nicht wieder so alt sein kann.

Jedenfalls wohne ich inzwischen seit ziemlich genau einem Monat wieder bei meinen Eltern und bislang läuft alles sehr entspannt. Ich war ja doch ... skeptisch gewesen vorher. So nach fünf Jahren wieder im Kinderzimmer einziehen war jetzt nicht gerade mein Wunschtraum. Aber bislang kommen wir gut miteinander aus und für ewig wird es ja wohl auch nicht sein. Das einzig nervige bisher war eigentlich die Ämter-Rennerei am Anfang. Vor allem das Arbeitsamt. Gaaah. Also. Wenigstens war die gute Frau vom Amt (die etwa mein Alter hatte und echt nett war) ehrlich und hat selbst gesagt, dass ich wahrscheinlich besser weiß, wie ich in meinem Feld nen Job finde. Weil, Zitat, "Das ist ja jetzt nicht unser alltägliches Geschäft." Jau. Blöd nur, dass sie trotzdem verpflichtet ist, mir Auflagen zu machen und so Blödsinn. Aber gut, wird schon.

Ansonsten stört mich die Situation im Moment erstaunlich wenig. Oder vielleicht sollte ich besser sagen: Sie stört mich anders als ich vorher gedacht hätte. Ich habe gedacht, mir würde die Decke auf den Kopf fallen. Mich halb zu Tode langweilen. Ich würde mir mit meinen Eltern - vor allem mit meiner Mutter - spätestens nach zwei Wochen in den Haaren liegen. Alles nicht passiert. Ich habe Umzugskisten ausgeräumt, mein Zimmer (zum Teil) ausgemistet, alten Uni-Kram sortiert, weil ich dazu nach den Prüfungen nicht gekommen war. Meiner Mutter geholfen, allerlei Wintergemüse zu verarbeiten und Weihnachtsplätzchen gebacken. Mal wieder ein paar mehr Bücher gelesen und Filme gesehen. Bewerbungen geschrieben. Ein friedliches, gemütliches, entspanntes Weihnachtsfest mit meinen Eltern gefeiert und sogar den Verwandtschafts-Teil mit "nicken, lächeln, ignorieren" gut überstanden. Alles in allem ein angenehmer Monat.

Was mich stört, ist also weniger die äußere Situation. Eher ich selbst, quasi. Meine schwankende Haltung, Stimmung, Wahrnehmung, wie immer man es nennen will. Im einen Moment "Ah, da wird sich schon bald was ergeben", im nächsten Frust und Ungeduld. Und dazu die gut gemeinten Fragen und Tipps der näheren und weiteren Umgebung. Ob ich es nicht vielleicht in diesem und jenem Bereich versuchen wolle. (Jau, die warten auf Leute, die für was anderes ausgebildet sind.) Man hätte neulich gehört, dass dieser und jener Kniff bei Bewerbungen gut ankommt. (Ah. Ja denn.) Ob ich denn nicht mal Zeitung XY kaufen und deren Stellenanzeigen durchsehen wolle, da wäre doch sicher mehr drin als im Lokalblatt. (Weil ich ja auch sonst das Lokalblatt als Hauptquelle habe, isjaklar.) Oder einfach die Bemerkung, mit meinen Zeugnissen und all dem müsste ich doch ganz schnell was finden. Alles gut gemeint und im Grunde wirklich nett, aber wenn man mich im falschen Moment damit anspricht, nagt es an den Nerven.

Ah well. Im Grunde bin ich immer noch unverbesserliche Optimistin, zumindest die meistens. Es wird schon werden. Im Moment fang ich gerade an, mich auf Aushilfsjobs zu bewerben, um die Zeit bis dahin zu überbrücken. Damit könnte ich mich dann immerhin von der Frau im Arbeitsamt verabschieden, das würde gleich zwei Leute glücklich machen. *g*

22.12.09

Wintersonnenwende

Leicht verspätet, weil ich die Akkus für die Kamera noch laden musste und deshalb erst heute Morgen ein paar Fotos machen konnte. *g* Juliges auf dem Balkon meiner Eltern:

Die längste Nacht des Jahres ist vorüber, die Tage werden länger und heller. Die wärmende Sonne erreicht uns täglich ein paar Minuten mehr. Und auch wir tragen in diesen Tagen Licht und Wärme, Hoffnung und Freude in die Welt. Die Macht des Winters, der Kälte und der Dunkelheit ist noch nicht gebrochen, aber sie wird schwinden. Ein frohes Julfest euch allen!


... Und nach diesen Worten noch ein paar weniger poetische: You! Out of my religion! You make it look stupid.

22.10.09

Männer, Frauen, Vegetarier Filme

So ein wenig schizophren fühlt man sich schon, wenn man in ein Kino geht, zwei Karten für die „Ladys’ Night“ ne Woche später kauft, aus dem Kino geht, die Straßenseite wechselt, ein anderes Kino betritt und sich die reservierte Karte für den „Männerabend“ abholt. Aber hey, was kann ich dafür, wenn dämliche Kino-Ketten meinen, Filme nach Geschlecht vermarkten zu müssen, bei denen das ziemlich dämlich ist?

So kam es dann jedenfalls, dass ich letzte Woche erstmal im CinemaxX saß und „The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring“ sah. Leider ohne persönliche Begleitung, aber immerhin inmitten weiterer Freaks, die den Film noch mal im Kino sehen wollten. In der OV. Hachedihach. Es ist immer wieder schön, wenn mich bestimmte Szenen auch beim X-ten Sehen noch komplett packen. Und auf großer Leinwand ist der Film natürlich noch mal ne ganz andere Klasse. Ich hab so ziemlich den gesamten Prolog durch Gänsehaut gehabt. Und tatsächlich noch wieder neue Details entdeckt, die mir bisher nie aufgefallen sind. Und dank diverser Forums-Insider Kicheranfälle an Stellen unterdrückt, die per se kein bisschen komisch sind. „Where do you lead us?“ – „Into the wild“ *gigglesnort* (Das muss man nicht verstehen.)

Und diese Woche gab’s dann das angebliche Kontrastprogramm: Vorpremiere von “Die Päpstin” bzw. „Pope Joan“, schließlich wurde der auf Englisch gezeigt. Was mich gleich mal zu der Frage bringt, warum sie den Film eigentlich „Pope Joan“ genannt haben, wenn die Hauptfigur den gesamten Film durch mit „Johanna“ angesprochen wird. Aber gut. Logik. Wer braucht schon so was?

Der Film selber ist dann aber ziemlich gut. Ich hab das Buch vor relativ langer Zeit gelesen, so ungefähr mit 15. Die Schlüsselszenen, die ich in Erinnerung hatte, hab ich weitestgehend wiedergefunden, ohne dass der Film eine lieblose Aneinanderreihung dieser Szenen gewesen wäre. Logischerweise rafft er ziemlich, weil man ca. 1000 Seiten halt nur schwer in zwei Stunden Film unterbringen kann. Dadurch gerät das ganze ab und zu ein bisschen seeeeehr ins Mary-Sue-hafte. Pursi und ich hatten jedenfalls relativ synchrone Anfälle von „Jaaaa, sie ist Gottes Geschenk an die Menschheit und alle sind voll gemein zu ihr. Wir habens begriffen.“

Insgesamt ging’s aber noch und außerdem war der Film einfach optisch toll. Frühmittelalter-Gewandungen! Frühmittelalter-Gewandungen! *hüpffreu* Inspiratio-hon! Vor allem die böse Stiefmutter [/klischee] hatte tolle FrüMi-Adelsklamotten an. Der Rest der weiblichen Personen war ja meist entweder als Mann verkleidete Protagonistin oder zerlumptes Bauernvolk. Und wo wir grad schon bei der Optik sind: Gerold schadet da auch ganz und gar nicht. Wobei es schon extrem ist, wie sehr sie David Wenham wieder auf Faramir getrimmt haben. FrüMi-Klamotte und lange rotblonde Locken – jau, passt. Er darf den aufgeklärten Gentleman zwischen den tumben Klischee-Mittelaltertypen geben und sieht gut dabei aus. Damit lässt sich über die teils halt doch klischeehafte Darstellung recht gut hinweggehen. Das einzige, was mich dann noch wirklich gestört hat, war die Erzählerstimme aus dem Off, die ständig Krams erzählt hat, das man dermaßen gut hätte filmisch darstellen können, wenn man sich ein bisschen Mühe gegeben hätte und kreativ geworden wäre. Deh.

Freak die ich bin hab ich heute natürlich erstmal Dinge™ recherchieren müssen. Also nicht, ob es die Päpstin gegeben hat. Eher so … Hintergründe. Zum Beispiel, ob es im 9. Jahrhundert wirklich so dermaßen als Sünde und Teufelswerk verschrien gewesen wäre, wenn eine Frau lesen und schreiben lernt. Und mal so die Klärung der hartnäckigen Frage, ob man die Darstellung von Männerklöstern als einzigem Hort des Wissens nicht vielleicht hinterfragen sollte. Und yay, mein Halbwissen hatte mich nicht getäuscht: Ich kam zu dem Ergebnis, dass es schon im 5. Jahrhundert in Westeuropa Frauenklöster gab. In Deutschland vielleicht noch nicht sofort, aber z.B. im 8. Jahrhundert wurde St. Irminen in Trier gegründet. Und ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass da keine von den Nonnen die Bibel lesen konnte. Nicht, dass ich's beweisen könnte, aber - so intuitiv. Also dürfte das sooooo OMG Teufelswerk jetzt im 9. Jh. eigentlich nicht mehr gewesen sein. Klar, dass 'n Mädel vom Dorf sowas lernt, war sicher mehr als außergewöhnlich. Waren wohl normalerweise eher ein paar Adelstöchter, die man grad nicht mehr vorteilhaft verheiraten konnte. Aber dass ständig drauf rumgeritten wird, dass Frauen ja niemals lesen, schreiben und logisch denken könnten und dass das außerdem gegen Gottes Willen verstößt und Sünde ist - find ich dann schon strange. Den ersten Paradefall find ich zwar erst ca. 100 Jahre später mit Hrotsvit von Gandersheim, aber ich denke, da gab’s schon vorher was. Ich muss da mal mehr recherchieren.

Und da mir im Film noch sauer aufstieß, dass die Erzählerstimme was von "Papst als Oberhaupt aller Christen" (bzw. wörtlich etwa "the head of all Christianity") faselte, hab ich noch kurz recherchiert, wann sich die Kirche aufgespalten hat. Okay, die Spaltung in West und Ost, an die ich dachte, war erst im Hochmittelalter, 10. oder 11. Jh. (Hey, ich hab die Gedächtnisspanne eines durchschnittlichen Goldfischs!) Aber die Kopten haben sich schon im 5. Jh. abgespalten. Ha-HA! So viel zu „alle Christen“. ... Allerdings kam dann am Ende des Films raus, dass die Erzählerstimme einer Person aus der Zeit gehört, die der katholischen Kirche angehört. Dass die natürlich die Katholiken als einzige Christen ansieht - jau. Wohl doch kein Filmfehler, sondern film-intern logisch. Wobei das den Einsatz einer Erzählerin noch mal dämlicher macht, wenn dadurch Dinge historisch inkorrekt vermittelt werden. Gah.

Äh, ja. *hust* Das klingt jetzt, als sei der Film komplett dämlich, dabei war er echt gute Unterhaltung und hatte tolles FrüMi-Ambiete. Also, in den Szenen, in denen gerade nicht die unschönen Seiten des FrüMi mit Gewalt, Armut, Dreck und Unterdrückung gezeigt wurden. … Jetzt fang ich schon wieder mit dem Negativen an. Ich sollte wirklich mal nen Kurs belegen. „Wie rezensiere ich einen Film positiv“ oder was in der Art.

... Wahrscheinlich mach ich ihn nur schlecht, weil ich mich immer noch ärgere, dass ich vor nem Jahr Magisterarbeit geschrieben habe und mich deshalb nicht melden konnte, als sie für den Dreh in der Eifel Statisten gesucht haben. :dramarthisier: [sic]

06.10.09

Reisen bildet. Unter anderem größere Foto-Ansammlungen.

Vorwarnung: Nein, ich weiß auch nicht, warum Blogger gerade mit den Formatierungen rumjongliert. Ich bescheide mich jetzt mal damit, dass alles lesbar sein müsste.

Ich versprach einen weiteren Blogeintrag und will euch nicht schon wieder Wochen warten lassen. Daher serviere ich mal den Picspam vom Urlaub sowie ein paar Sprichwörter samt Erklärung. (Ja, ich habe mir Notizen während der Führungen gemacht. Ha-ha!)


Die ersten Sprichworterklärungen gab es im allerliebsten Kräutergarten auf der Marksburg und sie drehten sich, wer hätte es gedacht, um Heil- bzw. Hexenkräuter. Da erklärte uns die Burgführerin nämlich, dass sich die Frauen früher Tollkirschsaft in die Augen geträufelt hätten, um schöne große Pupillen zu haben – daher dann die Wendung „jemandem schöne Augen machen“. Wahlweise hätten sie das Zeug auch gleich beim Gegenüber angewandt, damit der sie nicht so genau erkennen konnte. Bei Überdosierung sei es dann halt auch schon mal passiert, dass die Liebe blind gemacht hätte. Ja, so war das nämlich.


Die nächsten Erläuterungen folgten in der Burgküche, wo uns erzählt wurde, dass man ja im Mittelalter über offenem Feuer gekocht hätte. (Ach was.) Um die Temperatur zu regulieren, konnte man den Topf höher oder tiefer hängen – erleichtert durch eine Vorrichtung mit sägezahnartigen Haken, die eingezogen oder ausgefahren wurde. Und wenn das Essen schnell fertig werden sollte, wurde eben ein Zahn (oder auch mehrere) zugelegt.


Als sie uns an den verschiedenen … Kanonen? Oder hießen die Teile noch anders? Ich bin mir sicher, sie hießen irgendwie anders. Egal. Als sie uns an den wie Kanonen aussehenden Teilen vorbeigeführt hat, hat die gute Frau uns noch kurz was über Vorder- und Hinterlader und so Kram erzählt. Und dass es bei einem von beiden leicht passieren konnte, dass der Schuss nach hinten los ging. Wenn ich mich jetzt noch besser erinnern könnte… Tja, bin ich wohl doch ein Klischee-Mehdchen. Bei Kräutern und Küche genau aufgepasst, und wenn es um Waffen geht – ladida, guckt mal, ein Vogel!


Besser gemerkt hab ich mir dann wieder die inhäusigen Erklärungen. Da standen wir dann erstmal im Schlafzimmer, das Bett hatte einen Baldachin. (:herzchen:) und uns wurde erklärt, dass man seine Wertsachen gerne mal oben drauf versteckt hat – dann hatte man was auf der hohen Kante. (Das war übrigens eine von den Redewendungen, die auf Burg Eltz noch mal vorkamen.) Normalerweise bewahrte man Geld und Gold und Glitzerdinge aber eher in kleinen, handlichen Truhen auf, die man mitnehmen konnte. Auf den Boden hat man häufig gar grimmige Hunde gemalt, die den ganzen Kram bewachen sollten. Tja, und wenn man dann auf den Hund gekommen war, dann war das ein deutliches Zeichen dafür, dass nicht mehr viel in der Truhe war.


Exkurs: Nebenbei hat die Führerin uns in dem Schlafzimmer noch erzählt, dass die Betten auf dem Mittelalter / der Frühneuzeit nicht nur deswegen oft kurz sind, weil die Menschen kleiner waren, sondern auch, weil sie im Sitzen geschlafen haben. Weil die liegende Position eine Position war, die mit dem Tod in Verbindung gebracht wurde. Fand ich sehr faszinierend und stelle mir das ziemlich unbequem vor. [/exkurs]


Weiter im Text. Wir kamen in den Speisesaal. Mit dazugehöriger Toilette, die nur von außen (im Verteidigungsfall, blablub) verschlossen werden konnte. Aber ich schweife ab. Was ich sagen wollte war, dass das Personal anno dunnemal die Speisen bei größeren Feierlichkeiten nicht alle einzeln auf den Tisch geschleppt hat, sondern einfach den gesamten Tisch hergerichtet und in den Raum getragen hat. Und wenn alle satt waren – dann wurde die Tafel aufgehoben und wieder rausgetragen.

Neben der kurzen Erklärung, dass das Wort „türmen“ für „fliehen“ daher kommt, dass man früher in letzter Not in den Bergfried, also den Turm, geflohen ist, erinnere ich mich von der Marksburg nur noch an Anekdoten aus der Folterkammer. Nämlich an eine Schandmaske in Form eines Schweinekopfes, mit der Leute zur Sau gemacht wurden, an eine Streckbank, um sie auf die Folter zu spannen und daran, dass es an die Strafe des Räderns erinnert, wenn man heute Schmerzen hat und sagt, man fühlt sich wie gerädert. Gut, die letzteren beiden sind jetzt ziemlich selbsterklärend, aber so der Vollständigkeit halber erwähne ich sie mal mit. Und beschließe ansonsten die Erzählungen von der Marksburg mit ein paar schönen Fotos.



Ein wundervolles Schild an der Brüstung, unter der die Straße verläuft. Man fragt sich schon ab und zu, für wie blöd man gehalten wird. Beziehungsweise, wie blöd andere Leute sich verhalten haben müssen, wenn so ein Schild nötig ist.

Die Burgküche! Die Burgküche! :herzchen:



Bei diesem Raum bin ich immer noch ein wenig beleidigt, dass es der einzige war, durch den wir ohne jegliche Erläuterungen durchlaufen mussten.



Von der Burg Cochem sind leider keine Sprichwörter zu berichten, daher auch nur ein wenig Picspam.











Auf der Burg Eltz gibt’s die umgekehrte Lage: Keine Bilder von drinnen, dafür noch ein paar letzte Sprichwörter und Redewendungen. Einige haben sich überschnitten, andere habe ich vermutlich vergessen, aber zwei fallen mir dank meines Notizzettels noch ein. Die eine hat mal wieder mit Waffen zu tun. Und zwar wurde ein wenig die Geschichte der Handfeuerwaffen nacherzählt, Vorderlader, Hinterlader, oh schaut mal, ein Vögelchen! Jedenfalls. Die wurden dann ja irgendwann dadurch gezündet, dass man einen in … was eigentlich? … getränkten Faden, die Lunte, und … diese Flüssigkeit, mit der er getränkt wurde, muss wohl ziemlich erbärmlich gestunken haben. Und wenn der Feind ungünstig stand, dann hat er unter Umständen, was wohl? – Genau, Lunte gerochen. Tadaa, und wieder mal mit Dreiviertelwissen Dinge erklärt.

Die nächste und letzte Redewendung gab’s dann mal wieder im Schlafzimmer, gleich nach der Erläuterung der hohen Kante. Da wurden wir nämlich darauf aufmerksam gemacht, dass das Bett erhöht auf einer Art Podest steht. Das war so, weil … äh. Ungeziefer? Nee, deswegen war der Baldachin. Äh. Egal. Jedenfalls musste man Stufen erklimmen, um ins Bett zu kommen, und daher kommt der Begriff „(jemandem) ins Bett steigen“. Jippieh.

Mit ein paar (*hust*) letzten Bildern der Burg Eltz von außen beschließe ich dann mal die Deutsch- und Geschichtsstunde.









30.09.09

Stiftung Burgentest

So, endlich komm ich mal wieder dazu, den Faden aufzunehmen… Also, die Wanderung hatte ein wenig abrupt geendet und die Suche nach einem Alternativprogramm ergab schnell eine Mischung aus semiprofessionellem Abhängen und zwischenzeitlichen Tagesausflügen. Bevorzugt solchen zu Burgen. Hand hoch, wenn das überrascht … schade, hätte ja klappen können.

Andy, Arek und ich begründen jedenfalls in den kommenden Tagen die inoffizielle Stiftung Burgentest. Erste Feststellung: Burgen haben allgemein zu knapp kalkulierte Öffnungszeiten für klischeemäßig spätaufstehende (Post-)Studenten. Kaum möglich, mehr als zwei an einem Tag zu schaffen. Aber andererseits hat man danach eh eine Überdosis und muss erstmal wieder zum Abhängen wechseln. Auf jeden Fall schaffen wir es, die Marksburg, die Reichsburg Cochem und die Burg Eltz abzuklappern. Bei Burg Pyrmont stehen Arek und ich leider nach dem Ende der Öffnungszeiten vor verschlossenen Burgtoren. Now well, dann wird die ein andermal nachgeholt.

Jedenfalls, in durchaus wertender Reihenfolge: Die Burgen.

3. Platz: Reichsburg Cochem


Eine wirklich imposante Anlage, durchaus hüpsch (sic!) über der Mosel gelegen. Um mal Wohnungsanzeigen-Sprech zu verwenden: Viel Potential. Aber. Ich mag Burgen halt lieber, wenn sie nicht im Stil des 19. Jahrhunderts eingerichtet sind. Jaaaaaa, die Einrichtung ist original und die Burg wurde halt damals groß renoviert und überhaupt. Aber. Mein persönlicher Geschmack will keine Biedermeier-Dinge in Burgen. Nix gegen Biedermeier, Biedermeier herrscht. Aber in Herrenhäusern und Schlössern, nicht in Burgen.

Nichtsdestoweniger könnte die Burg Cochem durchaus was für sich haben, selbst mit der Einrichtung. Wenn Andy und ich nicht den unmotiviertesten Burgführer diesseits des Rheins erwischt hätten. Maaaaaaan, war der Typ von sich selbst und seiner Aufgabe gelangweilt. Auswendig gelernter Text, unmotiviert runtergespult. Und dann auch noch ein dermaßen dämlicher Text. Also. Die Informationen mögen in den meisten Fällen durchaus richtig gewesen sein. (Auch wenn ich immer noch bezweifle, dass die seeeeehr nach 30-jährigem Krieg aussehenden ausgestellten Hellebarden mit „mittelalterlich“ korrekt bezeichnet waren.) Aber so zwei Sätze zu den Lebensumständen in den Raum zu werfen, zusammenhang- und übergangslos die Urheber von zwei der sechs Gemälde zu erwähnen und noch kurz irgendeine nicht weiter einzuordnende Zusatzinfo einstreuen, während man schon so halb darauf drängt, die Leute in den nächsten Raum zu scheuchen – das geht einfach gar nicht. Chance verschenkt.

2. Platz: Burg Eltz



Die zweite Burg, die ich nach der Reichsburg mit Andy besuche und die uns den Burgen-Tag rettet. Davon, dass sie imposant ist und in toller Landschaft gelegen, muss ich wohl gar nicht erst anfangen. Da sprechen die Bilder für sich.

Im Gegensatz zur Reichsburg Cochem ist die Burg mehr oder minder spätmittelalterlich eingerichtet. Und – tadaaa – die Burgführung ist tatsächlich motiviert und lebendig. Etwas zu hektisch für meinen Geschmack und die Gruppe ist, wie schon in Cochem, einfach zu groß für die häufig doch ziemlich kleinen Räume. Aber die Führerin versteht es, Geschichte in ihren Beschreibungen lebendig zu machen und Dinge verständlich zu machen. Und sie streut Erklärungen von Sprichwörtern in ihre Ausführungen ein, was den Deutsch-Freak in mir dazu bringt, mühsam Entzückenslaute zu unterdrücken. (Und ab und zu auch Gekicher, wenn sie genau das erklärt, was die Führerin auf der Marksburg – dazu gleich mehr – auch schon erklärt hatte. Gab’s da mal den Kurs „Sprichwörter, ihre Bedeutung und wie ich sie in meine Führungen einbaue“?) Auf jeden Fall ist die Führung viel zu schnell vorbei und das einzige Manko der Burg bleibt die Tatsache, dass das Fotografieren in den Räumen verboten ist.

1. Platz: Marksburg



Auf dem ersten Platz landet – trotz derzeit stattfindender Renovierungsarbeiten - demnach die Marksburg, was sie nicht zuletzt der absolut tollen Burgführerin zu verdanken hat, die uns durch die Räumlichkeiten geleitet. Eine absolut sympathische Frau, die mit Fachwissen und Humor gleichermaßen glänzt und ebenfalls einen Haufen Sprichwort-Erklärungen in ihre Erläuterungen einbaut. Fotografieren ist erlaubt, Fragen stellen auch, und als Arek in einer Vitrine Fingerhüte entdeckt und mir ein „Guck mal, Fingerhüte sind A“ zuraunt, kichert sie dermaßen wissend, dass ich nicht anders kann, als sie unter „die macht auch Mittelalter“ abzulegen.

Davon abgesehen, ist die Burg einfach großartig. Keine Ahnung, warum die nicht berühmter ist. Okay, von außen macht sie nicht so viel her wie z.B. Elz (Obwohl. Wenig jetzt auch nicht.), aber es sind ja die inneren Werte, die zählen, nech? Und die sind wirklich nicht zu verachten. Können wir die Burg mal für ein Larp anmieten, bittedanke? Schon die Küche ist schlicht toll. Alleine dieser Räuchergeruch! Ich wäre am liebsten gar nicht wieder rausgegangen. Wenn da nicht noch weitere Räume zu besichtigen gewesen wären. Und ein Kräutergarten. „Den haben wir vor ein paar Jahren nach Aufzeichnungen von Hildegard von Bingen angelegt und gegliedert.“ Boah. Küchenkräuter. Halbvergessene Obst- und Gemüsesorten. Heilkräuter. Dinge. All kinds of awesome. Meine Nummer Eins.

Soweit der Überblick über die Testergebnisse. Im folgenden Post finden Sie eine Sammlung der schönsten Bilder sowie die angesprochenen Erklärungen der Sprichwörter.

17.09.09

Eifelsteig, Tag 2: So weit die Füße tragen

Um halb acht piepst der Wecker. Yay Urlaub. Ein erstes Sondieren der Muskelkater-Front zeigt, dass selbiger zwar vorhanden ist, aber schwächer als erwartet. Verglichen damit, wie tot ich gestern ins Bett gefallen bin, geht es mir ziemlich gut. Nur die Füße tun immer noch weh. Ah, wird schon gehen. Erstmal frühstücken wir gemütlich-rustikal und holen uns bei der Wirtin noch den Tipp ab, nicht die ausgeschilderte, hässliche Umleitung über den Radweg zu laufen, sondern den ursprünglichen Eifelsteig. Der sei nämlich durchaus begehbar, nur wolle irgendein Jäger nicht, dass Leute durch sein Revier wandern. Und habe deshalb die Schilder abmontiert, aber den Weg würde man gut finden. Ja denn.

Wir decken uns noch kurz mit Proviant ein, dann geht es los, ziemlich pünktlich gegen 9 Uhr. Den ursprünglichen Weg – mal sehen, wie weit wir kommen. Wenn wir uns auch mit Schildern verlaufen, kann es ohne nicht viel schlimmer werden. Und hier am Anfang sind ja noch welche da, was auch gut ist, denn der Weg ist mal wieder eher ein halb versteckter Trampelpfad. Oder erkennt jemand einen Weg?



Neben bei geht es, welch Überraschung, mal wieder steil bergauf. Ebene Abschnitte werden nach Meinung der Planer wohl überbewertet. Aber durch den raschen Anstieg haben wir bald einen schönen Blick auf Kordel.



Nach einer ganzen Weile Kletterei wird der Weg dann doch noch relativ eben und breit, verfehlen kann man ihn hier wirklich nicht mehr. Zumal es keine nennenswerten Abzweigungen gibt. So ist es wirklich nicht schwer, auch im schilderlosen Abschnitt nicht falsch zu laufen. Nach dem Geplauder und der Alberei gestern stapfen wir heute allerdings eher schweigsam nebeneinander her. Gespräche kosten unnötig Puste und kostbare Kalorien. Die Beine sind müde und ausgerechnet heute haben wir die längste Etappe der Tour vor uns, das hebt auch nicht gerade die Stimmung. Die Morgensonne und die Ausblicke vom Weg dagegen schon.

Als wir wieder ins Tal kommen und Steig und Radweg-Umleitung zusammenstoßen, bereuen wir es trotzdem ein wenig, nicht einfach die genommen zu haben. Ein paar ebene Anfangskilometer am Fuß des Berges entlang wären vielleicht doch der bessere Start gewesen als die Kraxelei am Hang, nur um weiter oben entlang zu laufen. Wir wandern keuchend den nächsten Berg hinauf und entlang, dann sind wir in Schleidweiler, wo wir die Serie vom Vortag fortsetzen und uns prompt wieder verlaufen. Weil wir den Schildern Richtung „Wanderwege“ gefolgt sind. Ist ja auch völlig unlogisch, dass man sich daran orientiert, wenn man zum Eifelsteig will, nech? Zum Glück ist wieder mal ein älterer Herr hilfsbereit – und schickt uns diesmal in die richtige Richtung. Den Berg hoch. Eigentlich logisch. Wie sind wir eigentlich auf die Idee gekommen, nicht automatisch der Straße zu folgen, die nach oben führt?

Nach etwa einem sonnenbeschienenen Kilometer entlang einer Landstraße sind wir gegen 12 Uhr mittags am Ortsrand von Rodt. Ein Unbekannter, der einen Schrein verdient hätte, hat unter einem kleinen Baum eine Bank aufgestellt. „Bank. Schatten.“ *grunz* Zeit für eine Mittagspause. Als wir anschließend weitergehen, sagt uns ein Schild, dass wir seit unserem Aufbruch heute Morgen 10 Kilometer geschafft haben – und bis Bruch noch 19 vor uns liegen. Erste Zweifel machen sich breit.

Den Weg nach Zemmer kürzen wir ab – beinahe hätte ich geschrieben, „ohne es zu wollen“, aber das könnte man falsch verstehen. Richtig ist: Wir haben es aus Versehen getan, weil wir die Abzweigung von der direkt auf Zemmer zu führenden Landstraße nicht gesehen haben. Aber zumindest ich war nicht böse über die Abkürzung. (Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass auf der eigentlichen Strecke ein Aussichtspunkt gelegen hätte. Um den war es dann vielleicht doch schade – aber in dem Moment wäre es das nicht wert gewesen.) Langsam tun mir die Füße wieder ziemlich weh und wacher sind meine Beine auch nicht gerade geworden. Also trotten wir neben der Landstraße entlang. Ich habe „Johnny I hardly knew ya“ im Ohr und gehe im Rhythmus. Marschmusik (bzw. derartig angehauchte Lieder) hat wohl doch was für sich.

Als wir in Zemmer ankommen, ist klar: Die Tour ist zu Ende. Areks Hüftprobleme von gestern Abend haben sich verschlimmert, er kann nicht mehr weiter. Ich würde zwar vielleicht noch die Etappe schaffen, aber ich bezweifle, ob ich dann morgen noch weit kommen würde. Also geben wir auf, bevor auf unseren Gräbern zu lesen steht „Sie sind bis zum Letzten gegangen.“ Außerdem soll das hier Urlaub und Spaß sein, und das ist es so nicht mehr. Eine halbe Stunde später fährt ein Bus nach Trier, der ist unser. Sogar Felix sieht aus, als sei er froh, nicht länger am Rucksack hin und her geschaukelt zu werden.

In Trier stehen Dusche, frische Klamotten und ein Eisbecher auf dem Schonprogramm. Zwischendurch stelle ich fest, warum mir die Füße weh getan haben: Ich habe es geschafft, mir unter jedem Fußballen eine Blase zu laufen. Autsch. Ich schreibe Blasenpflaster auf den imaginären Einkaufszettel und „erholen und abhängen“ auf die ebensolche To-Do-Liste. Mit einem gemütlichen Grillabend lassen wir den Tag ausklingen.

09.09.09

Eifelsteig, Tag 1: Sag mir, wo die Schilder sind

Am nächsten Morgen kommen wir tatsächlich halbwegs früh aus den Betten und wandern los. Erin und ich verabschieden uns stilecht mich dem Frodo- / Gandalf-Zitat aus FotR. „Es ist eine gefährliche Sache, Frodo Beutlin, aus deiner Tür hinaus zu gehen; denn wenn du nicht auf deine Füße acht gibst, dann kannst du nicht wissen, wohin sie dich tragen.“

Erstmal geht es – mit freundlicher Unterstützung des Trierer ÖPNVs – zur Porta Nigra, von da an wird gewandert. Erstmal durch die Stadt, immer den Touris entgegen. Dann hoch zur FH – der erste Anstieg des Tages, der uns schon mal auf den weiteren Verlauf des Tages einstimmt. In mehrfacher Hinsicht, denn kurz nach der FH schaffen wir es dann auch, uns zum ersten Mal zu verlaufen. Weil die Ausschilderung plötzlich aufhört und der Weg sich gabelt. WTF? Geht den Eifelsteig, haben sie gesagt. Der ist gut ausgeschildert, haben sie gesagt. Ihr mich auch. Zum Glück sind hilfsbereite Jogger, Walker und Spazierengeher unterwegs, die uns den Weg weisen. Es geht – welch Überraschung – bergauf. Ich habe den Fehler gemacht, die winddichte, komplett nicht atmungsaktive Fleecejacke anzuziehen, und werde gekocht.
Als wir oben angekommen sind, geht es quasi den Bergkamm entlang bis Biewer, mit durchaus netten Ausblicken auf Trier zwischendurch.


In Biewer versuchen wir, Areks Wanderführer rückwärts zu folgen (Warum zur Hölle laufen sämtliche Wanderbeschreibungen von Aachen nach Trier?) und bewundern nebenbei die örtliche Kirche, neben der ein Info-Schild über den Jakobsweg steht, der hier parallel zum Eifelsteig verläuft. Irgendwann sind wir zu zwei Dritteln durch den Ort und sehen immer noch kein Schild. Als wir hilflos mit Wanderführer und Karte hantieren, hält ein älterer Herr neben uns an. Nach kurzem Gespräch ist er relativ sicher, wo wir hin wollen und erklärt uns den Weg: Die Gasse dort vorn links hoch und oben eine kleine Stichstraße rein. Da würden wir auf ein Kapellchen treffen und etwas später auf den Wanderweg. Ja denn.

Wir irren etwa eine Stunde auf und ab durch ein am Berghang liegendes Wohngebiet. Bei sengender Mittagssonne, auf der Suche nach den im Wanderführer beschriebenen unebenen steilen Treppen, die zum Wald führen. Nichts. Als wir einen letzten, verzweifelten Blick in den Wanderführer werfen, sehe ich das Kirchensymbol auf der Ortskarte. Und den Wanderweg, der davor abbiegt. „Wir hätten vor der Kirche ab gemusst.“ Deeeeeeh. Kehrt marsch, an der Kirche vorbei – da ist der Weg. Mit Schild. Und mit steilen, unebenen Treppen. Es ist dieser Moment, in dem Verzweiflung in irres Kichern umschlägt.


… Kichern, das uns schnell vergeht, denn was folgt ist die Übung „Wie schaffe ich ca. 100 Höhenmeter in ca. 3 Minuten?“. Falls sich jemals wer gefragt hat, woher Tolkiens Inspiration für die Treppen zu Krankras Lauer kam: Biewer dürfte in der engeren Auswahl sein.

Weiter geht es erstmal ohne größere Steigungen auf einem Hochplateau. Weiden, Apfelbäume, Idylle. Und ein anderer Wanderweg, der über Biewer auf unseren trifft. Wahrscheinlich der, zu dem uns der ältere Herr schicken wollte. Whatever. Ab jetzt werden wir auf Schilder achten, aber so was von.

Ab hier wird die Ausschilderung aber auch besser. Wir wandern ein Weilchen flott weiter, unterqueren eine größere Straße und stehen anschließend schon in dem Gebiet, zu dem das Butzerbachtal gehört. Bis zu dem haben wir noch ein Stück, aber etwa die Hälfte der Tagesetappe haben wir hinter uns. Zeit für eine gemütliche Picknickpause.

Von hier aus kenne ich die Strecke vage. Wir erreichen die Genovevahöhle, die wir – nachdem wir nach dem Anstieg wieder zu Atem gekommen sind – ausgiebig bestaunen.




An der Klausnerhöhle wenig später kann ich mir beim Durchlesen der Infotafel eine grinsende Bemerkung über typisch deutsche „Wir gründen erstmal ein Gremium“-Mentalität nicht verkneifen. Wenn da halt auch steht, dass es Beauftragte für Eremiten gab! *fuchtel* Ein aus dem Ei gepellter Herr mittleren Alters (wieso sind wir eigentlich die einzigen, die ständig verschwitzt und aus der Puste sind?) fühlt sich daraufhin zu einer Diskussion herausgefordert. Ob mich der Satz auf der Infotafel etwa störe? Ich unterdrücke ein Augenrollen und versuche, diplomatisch zu sein.

Nach etwa einer weiteren Stunde erreichen wir die Abzweigung zur Burg Ramstein. Wir geben der Versuchung nach, machen den kleinen Schlenker und belohnen uns für die bisherige Anstrengung mit einer ausgewogenen, Energie spendenden Mahlzeit – dreimal Pommes rot-weiß.

Der anschließende Schlenker durch das Butzerbachtal ist jeden einzelnen Zusatz-Kilometer wert. Die Wasserfälle sind zwar leider relativ ausgetrocknet, aber immer noch sehenswert. Ich bin zu faul, meine Kamera ständig aus dem Rucksack zu holen (note to self: Kameratasche kaufen) und reiche daher an dieser Stelle Bilder vom Frühling 2008. Denkt euch einfach ein paar mehr Blätter an die Bäume.




Wir WTF-en noch ein wenig über Leute, die versucht haben, den Weg mit einem Kinderwagen zu gehen, dann kommen wir unterhalb der Burg Ramstein wieder aus dem Wald. Links des dort gelegenen Parkplatzes geht ein winziger Trampelpfad den Berg hoch. „Der Eifelsteig geht jetzt da links hoch.“ – „Ja genau. *grins* – „Das war kein Scherz“ *schild zeig* There is no WTF strong enough for this. Ich habe keine Ahnung von Steigungen, aber die folgenden etwa 150 Meter sind STEIL. Es ist ekelhaft anstrengend, den Berg hoch zu kraxeln, trotzdem bin ich mehr als dankbar, dass wir den Weg nicht anders rum gehen und hier runter müssen. Daran, Fotos zu machen, denke ich leider erst am Hang, so dass kein Vergleich zu ebener Erde mit auf dem Bild ist. Und das alles komplett unspektakulär aussieht. Pfah. Wir wissen, dass es anders war!


Der Rest der Etappe geht in vergleichsweise sanften Steigungen und Gefällen bis nach Kordel. Zwischendurch wandern wir neben einer Straße entlang. Leute haben Müll über die Leitplanke geworfen. „In aller Heimlichkeit wurden diese Müllsäcke im Schein des Mondes an der Straße ausgesetzt.“ – „Einsam verendet der Müll am Straßenrand.“ – „Hätte man ihn rechtzeitig gefunden, hätte man ihn vielleicht noch recyceln können.“

Das letzte Stück runter nach Kordel ist ein ca. 15cm breiter Trampelpfad durch Wald und Wiese, dann sind wir im Ort. Teerstraße. Häuser. Zivilisation. Und der Bahnhof in der Nähe. Wir verabschieden Erin, die die weiteren Etappen leider nicht mitgehen kann, und suchen anschließend unsere Pension, die zum Glück recht nahe ist. Nach einem langen Wandertag freut man sich über Kleinigkeiten. Bereitliegende Handtücher. Frische Socken.

Und einen Italiener gleich um die Ecke, bei dem wir nach einer kurzen Dusche und einem „Ich will aber nicht noch mal Schuhe anziehen und laufen!“-Anfall zu Abend essen. Arek bestellt Gnocchi, ich Salat. Weil hinterher noch Tiramisu reinpassen soll. Beim Essen nervt uns eine hartnäckige Fliege. „Das ist doch nicht die ganze Zeit die Gleiche. So hartnäckig kann die nicht sein.“ – „Nein, die wechseln sich ab.“ – „Fliegender Wechsel.“ … Ja, die Witze werden flacher. Kurz darauf stellt sich raus, dass das Tiramisu leider gerade aus ist. Blöööööd.

Als wir kurze Zeit später wieder aufs Zimmer kommen, fallen wir mehr oder minder mit dem Gesicht voran ins Bett. Vielleicht waren 18 bergige Kilometer für eine erste Etappe doch etwas lang. Auf jeden Fall sind wir beide völlig müde, Arek hat Probleme mit der Hüfte, ich habe eine Blase am großen Zeh und schmerzende Fußballen. Und Druckstellen vom Hüftgurt. Der trotzdem große Liebe ist. Genau wie der Wanderstab (wer als erstes blöde Witze macht, läuft die Treppen in Biewer dreimal hoch und runter), den mir Erin und Arek geliehen haben.

Felix macht noch ein paar Notizen fürs Blog.

Urlaub Teil 1: Trier und Manderscheid

An meinem ersten Urlaubstag stehe ich gegen halb acht auf. Man hat ja schließlich ein Stück Autofahrt vor sich. Tatsächlich schaffe ich es ausnahmsweise, pünktlich loszufahren, und bin knapp neuneinhalb Stunden später am frühen Abend in Trier, wo ich mir schwöre, das nächste Mal Bahn zu fahren.

Frauke wartet schon auf mich und wir starten in einem schönen Abend. Leckeres Essen in der Kartoffelkiste, anschließend noch ein wenig Abhängen im Irish Pub, und zum Ausklang des Abends „Bridget Jones“ auf Englisch. Colin Firth’ Stimme ist immer noch toll. *schmacht* Ansonsten ein rundum gelungener Mädelsabend, an dem wir uns viel zu erzählen haben und alte Zeiten wieder aufleben lassen. Die ersten der vielen „Ich will wieder nach Trier“-Momente des Urlaubs.

Am nächsten Morgen suchen wir ein Café, um gemütlich zu frühstücken, und landen mangels Alternativen schließlich im Bahnhof. Auch okay, die Brötchen sind groß und lecker. Der Kunde vor uns erinnert mich mit seinem „Zwei von denen da zum Mitholen“ daran, warum ich mich mit dem Trierer Dialekt noch nie anfreunden konnte. *grusel*

Anschließend fahre ich an die Uni, um noch kurz ein paar Bewerbungsdinge zu tun. Natürlich schlägt Murphy zu. Das Bib-Hauptgebäude hat zu, ich erwische den langsamsten PC auf dem Campus, und als ich vor dem Briefmarkenautomaten stehe, stelle ich fest, dass ich kein Kleingeld mehr habe. Als ich endlich alles irgendwie erledigt habe, ist es viel später als geplant und ich spare mir den Ausflug zum Tanken. Stattdessen geht es gleich zu Erin und Arek, bei denen ich mich für die folgende Nacht einquartiere und die morgen früh mit mir loswandern werden.

Erstmal geht es aber zum Manderscheider Burgenfest. Das war vor drei Jahren der erste Mittelaltermarkt, auf dem ich war. Damals. Hach. Als ich zwei Stunden vorher meine Gewandung „fertig“ geklöppelt hatte. Dieses Mal muss ich mich nur in Klamotte schmeißen. Der Markt und die Burg wissen mal wieder zu begeistern, wir stöbern durch die Stände und setzen uns anschließend ins Gras, um einem Workshop im historischen Tanzen zuzusehen. Hach, Nostalgie. Wie sie alle wirr durcheinander laufen! Genau wie wir am Anfang. Helen und ich kramen zur zusätzlichen Beschäftigung die Spindeln raus. Und sehen uns plötzlich zum beliebten Foto-Motiv mutiert. Und zur Gefahr für die öffentliche (Tritt-) Sicherheit, weil wir neben einer unebenen, in den Berg gehauenen Treppe sitzen und die Leute verführen, zur Seite statt auf den Weg zu schauen. Whooops. (Auf der - zumindest soweit ich das erkenne - zeitlich völlig ungeordneten Fotostrecke des TV habe ich uns beim sporadischen Durchklicken bislang nicht entdeckt. Dafür eine andere Spinnerin. *g*)

Viel zu schnell wird es Abend und wir müssen wieder nach Trier, um Verabredungen einzuhalten. Ich für meinen Teil habe eine mit Andy, mit dem ich mich zu einem gemütlichen Essen treffe und einen vergnüglichen, aber zu kurzen Abend verbringe. Das Astarix, auf das unsere Wahl fällt, hat indisch angehauchte Dinge auf der Saisonkarte. Yummie.

Auf dem Heimweg schaffe ich es, an meiner Bushaltestelle vorbei zu fahren und das erst zu bemerken, als wir ca. drei Stationen weiter an der Endhaltestelle sind und der Fahrer mich fragt, wo ich denn bitte hinwolle. Weil der Bus auf dem Hinweg ca. 20 Minuten von Erin und Arek bis in die Stadt gebraucht hat, auf dem Rückweg aber nur noch ca. 15 Minuten bis zum Ende der Linie. Seeeeltsam. Zum Glück ist der Fahrer nett und nimmt mich noch ein Stück mit zurück.

Altweibersommer


Ich mag die Jahreszeit gerade. Es ist nicht mehr schwül und brütend heiß, aber schön warm. Und morgens duftet die Luft geradezu nach Frühherbst, wenn ich aus dem Haus gehe. Nach morgendlichem Nebel und Erntezeit. Okay, hier in Berlin etwas überlagert von Abgasen. Aber! In meiner Vorstellung ist diese charakteristische, kalt-klare Morgenluft nun mal duftend. Lasst mich halt.

Auf jeden Fall hat sich das Wetter damit meinem Unterbewusstsein angepasst, das dem Jahreskreislauf offenbar etwa um zwei Wochen voraus ist und mir seit etwa dieser Zeit passende Ohrwürmer beschert. Quasi abwechselnd "Bunt sind schon die Wälder" und "He-Ho, spann den Wagen an". Letzteres haben wir dann gestern prompt zum Einsingen im Chor geträllert. Im Kanon. Thiii!

Ansonsten als Vorankündigung: Ich werde über meinen Urlaub bloggen. Bald. Beware!

23.08.09

Sometimes I give myself the creeps *sing*


Irgendwie mache ich mir gerade Angst. So viel (Heim-) Weibchenhaftigkeit bin ich an mir nämlich nicht gewöhnt, wie ich sie im Moment an den Tag lege. Es begann am Freitag nach Feierabend, als ich ein neues Nadelspiel kaufen gefahren bin und anschließend gestrickt habe. Gestern bestand dann der Vormittag und frühe Nachmittag daraus, dass ich mein Zimmer und das Bad geputzt habe, einkaufen war, eine Ladung Wäsche in der Maschine hatte, lecker Mittagessen gekocht und einen Pflaumenkuchen gebacken habe. (Waaah, ich muss das improvisierte Rezept noch notieren, sonst krieg ich den nicht wieder hin und das wär schade.)

Und was hab ich anschließend den Rest des Tages getan, als Ausgleich zu so viel Heimweibchen-Kram? Genau. Stricken. Vom nächsten Tanz-UT träumen, mit schönen Kleidern und ständigem Knicksen und hach. Und faul in der Sonne sitzen und lesen, aber das gar nicht mal so viel. Naja, dachte ich mir, dafür gibt’s halt heute Ausgleich.

Okay, den Ausgleich gab es insofern, als dass ich erstmal Bewegungsdrang hatte und eine Runde joggen war. (Muss mir den Tag noch rot im Kalender anstreichen. Ich, joggen und freiwillig. Vorm Frühstück. Das kommt alle zwei Jahre vor, so in etwa. Nein, ich übertreibe nicht.) Aber danach? Habe ich ein mehdchenhaftes Beauty-Programm im Bad gestartet. Und überlege jetzt, ob ich meinem Verstand nachgebe, der wild fuchtelt und was von schönem Wetter und „die letzten Sommertage nutzen“ sagt und mich irgendwo zum Wandern schicken will. Oder doch lieber dem Weibchen-Anfall, der sehnsüchtig in Richtung Nähmaschine schielt.

Oh, und wer denkt, wenigstens nachts würde ich normal und ruhig schlafen: Nope. An viel kann ich mich nicht erinnern, aber im Traum kam eindeutig eine Art Larp-Rallye vor. Oder ein Rallye-Larp. Mit einem Kerl in meinem Team, der aussah wie David Wenham in jünger, gemischt mit dem Ritter, der neulich auf dem Markt zu Henekendorp mit mir übers Brettchenweben gefachsimpelt hat. Und charmant war. (Also, der im Traum. Wobei, der Ritter neulich auch.) Und vergeben, aber schmachten ist ja erlaubt. Und er hat mich heldenhaft in den Wald begleitet, um mich zu beschützen, als ich irgendwelchen Blödsinn gebaut hatte und zurückgehen musste. Weil man doch keine hilflose Frau allein in den bösen Wald gehen lassen kann. Hach. Mein Held. (Dass er gut dabei aussah, erwähnte ich? … Just checking.)

Ich habe das überdeutliche Gefühl, ich sollte mit meinem Unterbewusstsein und meinen Hormonen mal ein ernstes Wort reden. Und jetzt rausgehen, die letzten Sommertage genießen.

09.08.09

Do I look like a guy with a plan?

Hm. Nö. Nicht wirklich. Weder Guy noch Plan. Aber egal. Eigentlich wollte ich ja schließlich einfach nur erzählen, dass ich am Mittwoch „The Dark Knight“ gesehen habe. Im Freiluftkino Kreuzberg. Ich bin ja so gaaar nicht der Mensch für Comic-Verfilmungen. Hab ich je schon eine gesehen? So richtig gesehen, nicht nur „ich brauch was nebenher beim Handarbeiten, zappe wild rum und weil alles andere noch schlimmer ist, lande ich halt dabei“? Ich glaube nein. Aber „Batman Begins“ und „The Dark Knight“ wurden von Leuten ™ hoch gelobt und ich hatte gerade Lust drauf. Zumal Rareb ja letztes Jahr, als der Film aktuell war, schon mal eine Rezension gepostet hatte, die mich neugierig gemacht hatte, weil der Film vielleicht doch etwas mehr Tiefgang haben könnte, als ich ihm so auf Anhieb zugetraut hätte. Also in gewisser Weise siegte meine experimentelle Neugierde. *g*

Was soll ich sagen – der Film war toll. Nicht immer, nicht durchgehend. Es gab Action-Sequenzen. So „wir machen einen Haufen Autos kaputt“-Szenen. Bei denen saß ich da wie das von Michael Mittermeier parodierte Klischee-Mehdchen. „Blöd.“ … „Blödblöd.“ … „Blöööhöööhöööd.“ – Aber das war doch relativ selten. Und der Rest des Films war echt sehenswert, auch wenn ich ab und zu leichte Verständnisschwierigkeiten hatte. (Peinlich, ich weiß. Aber auch nach dem Lancaster-Jahr kann ich undeutlich Englisch sprechende Schauspieler echt schlecht verstehen.)

Ich mag es ja, wenn Filme zum Nachdenken bringen und Fragen aufwerfen. Das tut „The Dark Knight“ auf jeden Fall, vor allem der Joker. Der war eh das Highlight des Films. Der-ma-ßen großartig gespielt! Aber auch die Rolle an sich schon. Allein die Zitate! Entschuldigt mich, ich muss mal kurz… *kram*


You know what I noticed? Nobody panics when things go "according to plan"…even
if the plan is horrifying. If tomorrow I tell the press that, like, a
gang-banger will get shot, or a truckload of soldiers will be blown up, nobody
panics...because it's all part of the plan. But when I say that one little old
mayor will die... well, then everyone loses their minds!

*schauder* Und schon sind wir mitten in einer Debatte um den Wert des menschlichen Lebens, um die Gleichheit aller Menschen etc. pp. Wie gesagt, ich mag solche Denkanstöße in Filmen – und davon hat „Batman Begins“ eine Menge. Über die Szene mit den Schiffen hat wahrscheinlich jeder geschrieben, der den Film rezensiert hat. Weil man im Sitz hängt und sich fragt – was würde ich tun? Was würde ich tun wollen? Was würde ich von der Gegenseite erwarten? Ein Gefangenendilemma par excellence, wenn man mal davon absieht, dass Gefangenendilemmata eigentlich vorsehen, dass es eine für beide Seiten positive Lösung gibt – und die hier ja vom Joker so nicht eingeplant ist – und trotzdem eintritt, weil er so sehr darauf gesetzt hatte, dass er gar nicht eingreifen würde eingreifen müssen.

Aber auch wenn diese Szene gut ausgeht, zeigt der Film, wie dünn die zivilisierte Oberfläche der Gesellschaft ist. Um noch mal den Joker zu zitieren:

„When the chips are down, these, uh, these "civilized people"...they'll eat each
other.”

Und wirklich Unrecht hat er damit wohl leider nicht. Als der Joker androht, ein Krankenhaus zu sprengen, wenn nicht … äh, war das der Bürgermeister oder so? Egal, wenn halt jemand bestimmtes in einer Stunde noch am Leben ist – wie lange dauert es unter diesen Bedingungen, bis Passanten auf ihn schießen? Zwei Minuten? Und wieder die Frage: Was würde ich tun (wollen)? Die Szene und überhaupt Thema „Wie schnell sind Menschen bereit, grundsätzliche Normen zu überschreiten“ fand ich großartig. Was mich selbst ein bisschen erstaunt, denn das einzige Mal, dass ich mich bisher etwas näher damit befasst habe, war im Englischunterricht der 11. Klasse, als wir „Lord of the Flies“ lesen mussten. Furchtbarstes Buch ever. Nervtötende Charas, die Botschaft, dass Menschen triebgesteuert und böse sind, (damals) ziemlich schwieriges Englisch und das noch bei einer Lehrerin, die ich nicht besonders mochte. Eine Kombi, wie sie blöder kaum hätte sein können. Aber hier im Film hat das „was wäre wenn“-Spielchen plötzlich gepasst und mich völlig fasziniert.

Daneben stellt die Szene ja noch eine zweite Frage: Darf man einen Menschen töten, um andere zu retten? Soll, muss man es sogar? Und wie so ziemlich jeder, der den Film sieht und kommentiert, komme auch ich nicht darum herum, an die nach 9/11 entstandene Diskussion um das Abschießen von Flugzeugen zu denken und sie hier zu erwähnen. Würde mich mal interessieren, ob das eine Erfindung der Drehbuchautoren war oder ob der Joker die Taktik schon in einem vor 9/11 entstandenen Comic fährt.

Auf jeden Fall hat der Abend mal wieder gezeigt, dass die besten Filme fast immer die sind, die gut unterhalten und gleichzeitig Fragen aufwerfen, über die man noch ein Weilchen länger nachdenkt. Vielleicht sollte ich einfach öfter mal auf gewisse Leute hören und Filme / Serien angucken, die in der Hinsicht toll sein sollen, obwohl ich bisher keinerlei Interesse am Genre hatte. Babylon 5 wär so’n Kandidat, hab ich das Gefühl.

Wer übrigens zum Film, zur Figur des Jokers und zu dem ganzen moralisch-philosophischen Inhalt weiterlesen will, diese Rezension im Tagesspiegel hat mir sehr gut gefallen.

So, und jetzt geh ich ins Bett. Schließlich will ich morgen früh aufstehen und zum Müggelsee radeln. Weshalb ich eigentlich vor ner Stunde schlafen gehen wollte. Aber da waren eh noch Dinge im Backofen.

23.07.09

Potter + Pursi = Perfect Evening


Was ist das eigentlich für ein seltsamer Sommer? Oder auch: Warum wird das Wetter immer dann schlecht, wenn es aufs Wochenende zugeht? Vorletzte Woche: Ganz erträgliches Wetter. Freitagabend: Ich stehe in Potsdam auf einer Wiese, David Garrett geigt uns was – bei ca. 15 Grad und Regen. Das Wochenende geht wechselhaft weiter, die Woche wird brütend heiß und schwül. Ich freue mich aufs Wochenende. Freitagabend: Es gewittert und regnet anschließend den halben Samstag. Die Woche wird – heißt und schwül. Und jetzt? Naht das Wochenende und es ist mal wieder Gewitter und Regen angekündigt. Erkennt jemand ein Schema?

Aber eigentlich bin ich nicht hier, um mich übers Wetter zu beschweren. Sondern um über den neuen Potter zu bloggen. Den hab ich nämlich am Montag mit Pursi gesehen.

Joah. Ich sollte vielleicht kurz vorweg sagen, mit welchen Voraussetzungen ich in den Film gegangen bin.

  1. Ich hab das Buch gelesen, als es rauskam, danach nie wieder. Das war – äh. Ich glaube, 2005. Ihr dürft euch jetzt ausrechnen, wie viel vom Inhalt ich noch wusste.
  2. Ich hatte vorher von ein paar Leuten gehört, dass dem Film völlig die Magie fehlt, die einzelnen Szenen lieblos aneinander gereiht sind und man bloß nicht zuviel erwarten sollte.
  3. Ich wollte gute, solide Popcorn-Unterhaltung. Nicht mehr, nicht weniger.

Um es zusammenzufassen: Meine Erwartungen aus Punkt 3 wurden voll erfüllt, und die Kritik aus Punkt 2 kann ich nur zum Teil nachvollziehen.

Beginnen wir mal mit dem Anfang. Pursi hat mich hinterher dran erinnert, dass das Buch mit der Konfrontation der Minister anfing. Daher nachträglich: Schade, dass das nicht vorkam, die Szene war eigentlich gut. So fand ich den Einstieg mit Harry und der … Imbissverkäuferin? Oder wie nennt man so was? Auf jeden Fall ein wenig dahinplätschernd, aber nicht schlecht. Und das mit dem Dahinplätschern änderte sich ja sehr schnell. Die Kamerafahrten (bzw. halt die Animation *fuchtel*) durch London haben mich förmlich in den Sitz gepresst. Ähnlich wie später die Szene zu Weihnachten mit dem Todesserangriff auf den Fuchsbau. Die steht zwar nicht im Buch (oder?), aber toll war sie trotzdem. *g*

Aber eigentlich war ich gerade beim Anfang und wollte noch anmerken: Ganz am Anfang war ja die Fotoreporter-Szene vom Ende von „Order of the Phoenix“. Nicht schlecht, aber – irgendwie zu viel Ähnlichkeit mit der Szene am Ende von „Goblet of Fire“, wo Harry mit dem toten Cedric zum Startpunkt am Labyrinth zurückkehrt. Aber hey, geschenkt.

Anschließend kam jedenfalls die „Unbreakable Vow“-Szene mit Snape und Bellatrix – ein frühes Highlight. Alan Rickmann und Helena Bonham Carter in einer Szene. W00t! Ich muss eindeutig mal mehr Filme sehen, wo die Schauspieler beteiligt sind. Also, jeweils einer. Mehr mit beiden gibt’s wohl kaum. (Abgesehen von Sweeney Todd, den ich schon kenne.) Cissa allerdings finde ich persönlich fehlbesetzt. Was aber auch daran liegen könnte, dass ich mich zu sehr an Makanis Version von ihr gewöhnt habe. (Die übrigens auch ein tolles Bild der Szene gezeichnet hat: Hier fast ganz unten. *anstarr*)

Die Handlung kommt dann halt in Gang, wie üblich läuft das Schuljahr ab und der geneigte Zuschauer erlebt die Sorgen und Nöte der Protagonisten. In für unseren Geschmack teils etwas zu epischer Breite, aber andererseits sorgt das – neben ein paar anderen Szenen – dafür, dass man den Schauspielern zumindest ab und zu noch die Teenies abnimmt, die sie darstellen sollen. Abgesehen von Malfoy. Zum einen hat der keine wirklichen Teenie-Szenen (Slytherin halt, nech?), zum anderen würden die das auch nicht mehr retten. Tom Felton sieht erwachsen aus. Punkt. Beeilt euch mit dem siebten Film, bevor bei den anderen auch alles zu spät ist in der Hinsicht.

Was mir dabei aufgefallen ist: Wenn ich mich ans Buch noch so halbwegs erinnere, dann nahm da die Suche nach den Horkruxen relativ viel Platz ein. Und die verschiedensten, teilweise ziemlich langgezogen Erinnerungen von Tom Riddle, die mich meistens eher gelangweilt haben. Im Film spielt das beinahe nur eine Nebenrolle. Erzählt wird hauptsächlich von Beziehungschaos und ein bisschen Schulkram. Durchaus nett gemacht. Die Szene mit Harry und Hermine auf der Treppe, nachdem Ron was mit Lav-Lav angefangen hat, fand ich jedenfalls einfach nur – aaaawwww. „It feels like this.“ Und es gibt wieder Quidditch. Die Szenen waren toll, auch vom Soundtrack her.

Apropos Soundtrack: Okay, es ist häufig eine Verwurstung altbekannter Themen und wirkte ab und zu etwas lieblos. Aber andererseits hätte man es auch vermisst, wenn die Themen nicht aufgetaucht wären – und gerade die eben gelobten Quidditch-Szenen brachten ein „Woohoo, das Thema!“ für mich.

Zur Kritik oben: Naja, die Übergänge zwischen den einzelnen Szenen waren ab und zu etwas abrupt. Und einiges hätte man raffen können. Sowohl beim Beziehungschaos als auch, wenn Malfoy zum gefühlt 50. Mal emo durch die Gänge schleicht. Aber wirklich gestört hat’s mich jetzt nicht. Und anderes hätte man ganz weglassen können, die Aragog-Szene zum Beispiel. Aber das sind so Kleinigkeiten, das macht den Film jetzt wirklich nicht schlecht. Und selbst ein paar Filmfehler sind zu verschmerzen: Oder wie sind Dumbledore und Harry vom Felsen in die Höhle gekommen, ohne nass zu werden? (Wobei. Jetzt wo ich drüber nachdenke, bin ich mir nicht mehr sicher, ob sie sich im Buch per Magie getrocknet haben. Trotzdem.)

Überhaupt, der Schluss. Die Szene in der Höhle war einfach nur fantastisch. Die Spannung die ganze Zeit über. Die Interaktion zwischen Dumbledore und Harry, als Dumbledore den Trank austrinkt. Großartig in Szene gesetzt. Und dann das Auftauchen der Inferi. Ich wusste ja, was kommt. Ich wusste genau, was kommt. Und halte meine Popcorn Tüte in der Hand. Weil ich mich ja nicht erschrecken werde. Ich weiß ja, was kommt. Ja. Dreimal darf man raten, wer sich das restliche Popcorn übergekippt hat.

Die Szene auf dem Turm war dann irgendwie zu plötzlich. Zu hektisch. Zu schnell. Und Harry bleibt tatenlos, obwohl er nicht wie im Buch unter einem Schockzauber von Dumbledore steht. Unlogisch, anyone? Und insgesamt war beim Kampf ums Schloss zu viel gekürzt, Malfoy führt – wenn mich nicht alles täuscht – eigentlich ein viel längeres Gespräch mit Dumbledore und das „Severus, please“ ging beinahe unter. Schade. Die „Zeremonie“ im Anschluss, bei der alle die Zauberstäbe zum Himmel recken, war dagegen wieder grandios. Gänsehaut und Kloß im Hals. Derartige Szenen wirken bei mir irgendwie immer. *schnief*

Joah. Gute, solide Popcorn-Unterhaltung. Genau wie erwartet. Und über den Abspann konnten wir auch noch gut lästern. Credits für „male inferi“ und „female inferi“? Da war ein Unterschied? Spul mal wer zurück. *pfnihi* In ungefähr dieser Stimmung begeben wir uns also nach draußen und landen spontan noch in einem Australischen Pub um die Ecke. Hui, nette Cocktails haben die da. Nach einem bin ich ziemlich beschickert und wir machen uns auf zur U-Bahn. Zur letzten. Whoops.