30.11.08

2. Tanz-UT, Tag 3: Und die Reverer-ääääächz

Der Wecker piept wieder um sieben. Ich habe besser geschlafen als in der ersten Nacht, was noch lange nicht heißt, dass ich mich ausgeschlafen fühle. Aber auf uns warten Tänze, das treibt aus dem Bett. Zuerst gibt es aber Frühstück. Ohne Adventskranz. Meh. Nimiel und ich improvisieren Cappuccino mit einer Kaffee-Milch-Kakaopulver-Zucker-Mischung, um wach zu werden. Bilden uns ein, dass es tatsächlich wirkt.

Wir wiederholen noch einmal die Renaissance-Tänze und die meisten der anderen Kreistänze und Longways. Und brechen in kollektives Kichern aus, als bei den Reverenzen der Renaissance-Tänze alle synchron ächzen und stöhnen, weil sie Muskelkater haben. Aber wir haben Spaß dabei. (Erwähnte ich eigentlich schon, dass wir an diesem Wochenende verdammt viel Spaß hatten?) Irgendwann wird es Mittag. „Langsam sollten wir dann mal zum Ende kommen, wir müssen den Saal noch fegen und in einer halben Stunde gibt es Mittagessen. Hat noch jemand einen Tanz, den er unbedingt noch mal tanzen will?“ Bevor irgendwer antworten kann, rufe ich nach Parson’s Farewell. Ihr erinnert euch. „Die Damen – Die Herren – Und vor, und seit, und schräg, und vor – und Ronde mit dem Contra.“ Schnell, chaotisch, großartig. Die meisten Leute tanzen bereitwillig mit, der Rest hasst uns endgültig. Kähä.

Wir fegen, ziehen langweilige Alltagsklamotten an und bringen das Gepäck runter in die Halle. Ob Nimiel kurz auf unsere Handtaschen aufpassen kann, während wir den sperrigen Rest schon mal zum Auto bringen? Sie kann. Wir gehen einmal ums halbe Burggelände zum Parkplatz, unterwegs mache ich Fotos von der Burg im Sonnenschein. Am Auto angekommen fällt mir ein, dass der Autoschlüssel in der Handtasche liegt. Die in der Halle bei Nimiel liegt. Damn. Ich jogge zurück und hole ihn. Man hatte ja sowieso viel zu wenig Bewegung am restlichen Wochenende, nech?

Es folgen ein Mittagessen, allegemeines Verabknuddeln und der Aufbruch. Gleich hinter Wewelsburg kommen wir an einer Schafweide vorbei und brechen gemeinsam in Gekicher aus, weil wir an das Gespräch vom letzten Abend denken müssen. Die weitere Fahrt verläuft erstaunlich problemlos, das Navi schickt uns bereitwillig auf die A1, von wo aus ich die Strecke nach Koblenz ohnehin auswendig kenne. Wir nehmen zu seinen Gunsten an, dass es auf dem Hinweg irgendeinen OMGWTF-Stau umfahren hat. Trotzdem. *grummel*

Wir fahren gemütlich (mit Ausnahme eines kurzen Schneeschauers) die Strecke ab, spielen lustiges Tänze-Raten mit der gebrannten Musik des Wochenendes und versprechen uns gegenseitig, uns diverse Links zuzuschicken. Am frühen Abend setzen Erin und ich Fea und Lady in Koblenz ab und machen uns auf die letzte Etappe nach Trier. Und haben auf dem Weg zur Autobahn ein Erlebnis der dritten Art, als die Straßenführung uns auf die linke Seite einer geteilten Fahrbahn führt. Linksverkehr in Deutschland. Creeeeeepy. Anschließend geraten wir in der Eifel in eine schwarze Wand. Instant Night, just add water. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir fahren durch widerlich dicken Hochnebel. Eben noch blaues-Licht-kurz-nach-Sonnenuntergang, jetzt Schwärze. Ich muss an den Insider-Witz mit der bösen schwarzen Nacht denken und kichere vor mich hin.

Irgendwann haben wir dann auch das letzte Stück geschafft, ich setze noch Erin ab und bin kurz danach selbst zuhause. Im Briefkasten finde ich einen Zettel von Hermes. Sie haben versucht, ein Paket zu liefern, haben mich nicht angetroffen, und versuchen es am 29. wieder. Ein zweiter Zettel ist nicht vorhanden. Miep? Als ich nach oben auf meinen Gang komme, sehe ich das Paket vor meiner Tür stehen. Ähm. Lieb gemeint, werter unbekannter Nachbar, aber ist dir eingefallen, dass das Ding jeder hätte mitnehmen können? Ner Freundin von mir ist auf die Weise mal ein neues, nicht gerade billiges Handy abhanden gekommen. Just sayin’.

So, und jetzt geh ich ins Bett, den Schlaf von eineinhalb Nächten nachholen.

2. Tanz-UT, Tag 2: Wir vernaschen nackte Männer und drapieren Schafe

Um sieben piept der Wecker. NATÜRLICH habe ich so gut wie nicht geschlafen, weil ungewohnte Umgebung und all das. Irgendwie schaffe ich es, trotzdem aus dem Bett zu finden, mich anzuziehen (*schnür*) und zum Frühstück zu gehen. Und anschließend wieder hoch zu gehen und mich NICHT wieder ins Bett zu legen. Sondern zum Tanzen zu gehen. Wir tanzen Renaissance-Tänze. Mit seltsamen Schritten und noch seltsamerem Rhythmus. Wir schaffen es regelmäßig, genau in die falsche Richtung zu laufen und völlig aus dem Takt zu geraten, aber hey, wir haben Spaß dabei.

Außerdem streut Bella zwischendurch diverse Longways und Kreistänze ein. Erkennbare Rhythmen! Bekannte Schritte! Gehüpfe! Ich bekomme einen Ohrwurm nach dem anderen, aber es ist großartig. Falsch. Ich bekomme einen Ohrwurm nach dem anderen, unter anderem deshalb ist es großartig. Nebenbei hat es in der Nacht geschneit. Wir versuchen, nicht an Veldenz zu denken.

Nach dem Mittagessen (Schon. Wieder. Nudeln.) schmeißen Lady und ich uns in Empire-Klamotte und gehen Poser-Fotos machen. Gefühlte dreihundert Stück. Brechen ständig in haltloses Kichern aus bei dem Versuch, damenhaft huldvoll Richtung Kamera zu gucken. Ich bekomme den Auftrag, die Outtakes passwortgeschützt in die Galerie zu stellen. Muahaha.

Irgendwann ist die Mittagspause vorbei, das Tanzen geht weiter. Wir beginnen, einen Rhythmus in der Renaissance-Musik zu erkennen. Und tanzen weitere neue Longways. Zu Musik mit Gesang. Von einer Sängerin, die klingt, als wäre sie mit Kermit verwandt. Aber irgendwie klingt es trotzdem cool. Zwischendurch naschen wir Weingummi-Männer, die Bella mitgebracht hat und die … sehr detailliert gearbeitet sind. Erm. Well.

Nimiel und ich erinnern und zwischendurch an einen Tanz, den Centi uns beigebracht hatte. Schnell, chaotisch, großartig. Genauere Details wissen wir nicht mehr, bis auf die Tatsache, dass eine Strophe fast komplett aus gegenseitigem Begrüßen (sprich: Zunicken) bestand: „Die Damen – Die Herren – Und vor, und seit, und schräg, und vor – und Ronde mit dem Contra.“ Ob Bella mit dieser „Beschreibung“ was anfangen kann? Sie kann. „Das ist Parson’s Farewell. Können wir machen.“ Nimiel und ich jubilieren. Der Rest wird uns hassen, weil schnell und chaotisch, aber egal. Wir haben Spaß.
Außerdem üben wir noch mal das Renaissance-Getanze. Bella teilt die Gruppe in zwei Hälften und lässt sie sich gegenseitig zusehen. A real eye-opener, and no mistake. Was sich beim Tanzen völlig unrhythmisch und seltsam anfühlt, wird beim Zusehen zu wunderbar fließenden Bewegungen. Wow.

Auf diesen und noch ein paar weitere Tänze folgt ein Abendessen, zu unserer Überraschung ohne Nudeln. Und eine Stunde Pause. „Hast du auch so Rücken?“ – „Ich hab alles.“ Wir versuchen, die verkrampften Rücken (Merke: Tanzen auf Steinboden ist BÖSE) durch gemütliches Im-Bett-Liegen zu bekämpfen, und schlafen beinahe ein dabei. Um sechs Uhr abends. Whoopsie. Irgendwie macht sich der Schlafmangel langsam bemerkbar. Und stundenlang konzentriert tanzen ist wohl doch anstrengend. Aber toll.

Deswegen geht es auch noch munter zwei Stunden weiter. Oder auch nicht so munter. Bella: „Wir tanzen jetzt noch mal die Challenger’s Round. Ihr erinnert euch? Zwei Double vor, Drehung zum Partner… *erklär*“ Ich, flüsternd zu Nimiel: „Kannst du dich daran erinnern, dass wir den JEMALS getanzt haben?“ – „Nö.“ - "Beruhigend." Irgendwie klappt es trotzdem. Und macht Spaß.

Als die Müdigkeit um sich greift, beendet Bella gegen neun das Tanzen und wir rücken Tische und Stühle wieder in den Raum zum gemütlichen Beisammensein. Lady findet durch Zufall heraus, dass eine der anderen Tänzerinnen – Mink – Schafe hält. Die regelmäßig geschoren werden. Und dass die Wolle bislang immer auf den Müll gewandert ist, weil niemand sie haben wollte. Erin, Lady und ich reagieren synchron: Wir verabreden, dass ab jetzt wir die Wolle kriegen. „Die ist aber dann wirklich frisch vom Schaf, nicht gewaschen und kardiert wie die Spinnwolle, die man kaufen kann.“ – „Cool, dann lernen wir das ja auch noch. Kompletter Kreislauf vom Schaf bis zum Pulli. Wie großartig ist das denn?“ … Ja, wir sind Freaks.

Über das Thema Schafe kommen wir darauf, dass wir mal gehört haben, wenn man Schafe in eine sitzende Haltung bringt, verfallen sie in eine Starre. Deswegen wehren sie sich beim Scheren nicht. Wir haben spontan die Idee, auf eine Schafweide neben einer Autobahn zu gehen, die Schafe sämtlichst hinzusetzen, auf die Autobahn auszurichten und ihnen Schilder vor den Bauch zu packen. „Schafe sind die besseren Menschen.“ „Esst mehr Kühe.“ Und dann mit einer versteckten Kamera die Reaktionen der Autofahrer zu knipsen. … Ja, wir sind Freaks, die übermüdet und albern sind.

Was uns nicht davon abhält, noch eine Weile nett mit im Saal zu sitzen und zu quatschen. Gegen elf allerdings ist endgültig Ende. Irgendwie waren wir beim letzten Treffen ausdauernder. Und das, obwohl wir da auch noch ständig gefroren haben. (Erwähnte ich, dass der Tanzsaal dieses Mal warm war? So. Viel. Liebe.)

2. Tanz-UT, Tag 1: Das Duell

Ich habe gerade beschlossen, den Blog-Eintrag übers Tanz-UT auf der Wewelsburg in mehrere Teile zu teilen, weil ich zu viel zu erzählen habe. Also hier der erste Tag, unschwer zu erkennen an der Überschrift.

Ich fahre pünktlich los, sammle Erin ein und wir fahren Richtung Koblenz. Das Navi ist an, es wird uns die Fahrt über sicher leiten. (Denken wir.) Wir freuen uns vor, hören nette Musik und fachsimpeln über Mittelalter-Dinge. Nachdem wir uns in Koblenz kurz verfahren haben, weil ich zu spät aufs Navi gehört habe, sammeln wir ohne weitere Probleme Lady und Fea ein. Wir fahren gerade wieder aus Koblenz heraus, als von einem Auto kurz vor uns ein Handschuh direkt vor uns fliegt. Dürfen wir jetzt die Waffen wählen?

Das Navi leitet uns weiter auf die A3. Lady und ich runzeln kurz die Stirn, murmeln „Also ich hätt ja die A1 genommen“ und finden unseren eigenen Mangel an Glauben beklagenswert. Also vertrauen wir mal dem Navi. Das tun wir ein paar Stunden, bis uns das Navi aus unerfindlichen Gründen von der Autobahn – inzwischen der A45 weg leitet, obwohl wir noch ca. zwei Stunden von der Wewelsburg entfernt sind. Aber hey, vielleicht macht die Autobahn einen Schlenker, und das hier ist kürzer. Bei der Strecke nach Trier fahre ich schließlich auch über Mendig und Mayen, statt über Koblenz zu schlenkern. Ich mache mir keine weiteren Gedanken. Ein Fehler. Denn was folgt, sind etwa zwei Stunden Fahrt querfeldein durch sauerländische Dörfer und Landschaften, während es langsam später und dunkler wird und sich die vom Navi berechnete Ankunftszeit immer weiter nach hinten verschiebt. Erwähnte ich, dass ich abends um halb sieben noch drei weitere Tänzerinnen am Bahnhof Paderborn einsammeln und deswegen FRÜHZEITIG an der Burg sein wollte? Alldieweil holpern wir über Buckelpisten bergauf und bergab, durch dichter werdende Tannenwälder. „Hatte ich eigentlich schon die Geschichte erzählt, wo mich auf so einer Straße Wildschweine angegriffen haben?“ – „Klappe!!!“

Die Dörfer werden malerischer, die Landschafts-Abschnitte länger, die Welt um uns dunkel. Die erwartete Ankunftszeit liegt bei halb sieben. Fuck. Der Fehdehandschuh in Koblenz war offenbar ernst gemeint, und da wir keine Waffe gewählt haben, hat Wer Anders™ für uns gewählt. Nämlich das Navi. Ahahahaha. Ich finde endlich einen Parkplatz an der Straße (Pro Raststätten an Landstraßen!), drücke meinen Beifahrerinnen einen Atlas in die Hand und lasse sie lotsen. Fast zeitgleich fängt wieder eine Ausschilderung Richtung Autobahn an. Fühle mich leicht verarscht. Will schnellstmöglich zur Autobahn und eine Raststätte. Mit Klo. Und der Möglichkeit, Leute™ anzurufen, auf dass jemand anders die Tänzerinnen am Bahnhof abholt. Schnell noch durchs nächste Dorf, dann – im Dorf ist ein Bahnübergang. Mit geschlossenen Schranken. Und einem Stau aus mehr Autos, als uns in der letzten halben Stunde begegnet sind. Jedenfalls gefühlt. Aaaaaaaaaah!

Wenig später sind wir tatsächlich auf der Autobahn, finden eine Raststätte, an der ich hektisch durch die Gegend telefonieren kann (und deren Parkbuchten in die falsche Richtung geschrägt sind ) und noch eine halbe Stunde später sind wir ENDLICH im Ort Wewelsburg. Der es im Gegensatz zu harzrändischen Käffern schafft, seine Burg auszuschildern. Erin und ich brechen vor Erleichterung in leicht irres Kichern aus, das die halbe Ortsdurchfahrt anhält. Übermüdung, anyone?

Wir stürmen in die Burg und mitsamt Gepäck in den Speisesaal – gefühlte zwei Minuten vor Ende der Essenszeit. Lauwarme, übergare Nudeln mit einem Alibi-Klecks Tomatensauce haben nie so gut geschmeckt.

Okay, das war gelogen. Aber es war mir selten so egal, wie mein Essen geschmeckt hat. *g*

Nach dem Essen beziehen wir das erstaunlich schöne Zimmer, schmeißen uns in Tanzkleidung und – gehen tanzen. Dazu sind wir ja schließlich diese ganze ver****te Strecke gefahren, kthx. Und es klappt tatsächlich wieder mal: Drei Stunden historisches Tanzen können jeden Tag retten, egal was passiert ist. Erst Recht, wenn es Tanzpartner gibt, die so grandios charmen können wie einige der neu dazu gestoßenen Herren. *g*

Als Bella allerdings gegen – was war es eigentlich? Halb elf? – als sie jedenfalls das Tanzen beendet, fallen wir beinahe schneller ins Bett, als wir aus den Klamotten kommen. *knöpf* *schnür*

16.11.08

Wohlfühl-Wochenende




Ein ziemlich perfektes Wochenende in Stichworten

Samstag.
Gegen acht aufgestanden. Chorprobe mit viel Gekicher. Angemeldet für das Chor-Wochenende im Januar. Vorgefreut. Etwa 90 Seiten auf einem der neuen, schnellen Kopierer™ kopiert. Nudeln mit improvisierter Sauce gegessen und dabei MacGuyver geguckt. Mich köstlich amüsiert. Nette Unterhaltung mit A. geführt. In die Stadt gefahren und durch Zufall endlich einen runtergesetzten Atlas gefunden. Tee und Wolle made of awesome gekauft. Von der Wolltante nett beraten worden. In einem spontanen Anfall von Motivation noch einen Teil der kopierten Texte gelesen. Endlich eine Anleitung für das Brettchenweb-Muster gefunden, das ich seit einem halben Jahr weben will. Ausklang des Tages mit dem neuen Tee und Macbeth.

Sonntag.
Ausgeschlafen. Nach dem Aufwachen Macbeth zuende gelesen. Frühstück mit Orangenmarmelade. Entspannt die Texte weitergelesen. Wäsche gemacht. Mittagessen gegessen, das den Fettbedarf für den kompletten Monat gedeckt hätte. :ugly: Texte weitergelesen und zwischendurch Narnia geguckt. Gegen vier mit beidem fertig gewesen. Gewürzkuchen gegessen. Spaziergang im Dämmerlicht. Telefonat mit meinen Eltern.

Und jetzt werd ich mir Tee machen und anfangen, die neue Wolle zu verstricken. Hach.

08.11.08

Mittelalter im Studentenwohnheim

So höret denn und staunet, Volk zu Internet, denn: Ich habe Stoff gefärbt. Mit grünen braunen Walnussschalen. (Nur echt mit drei S.) Es folgt ein Erlebnisbericht in … diversen Akten.

Das Experiment entstand, weil ich Leinenstoff rumfliegen hatte und mir dachte, daraus könnte ich ein zweites Unterkleid für den Mittelalterkram machen. Aber ein zweites im gleichen Naturgrau wäre ja langweilig. Also wollte ich den Stoff braun färben. Und mich beschlich die Idee: Warum Stofffarbe (irgendwie hab ich’s heute mit Dreifachbuchstaben) kaufen, wenn man umsonst und natürlich färben kann? Eine kurze Recherche ergab: Walnussschalen färben braun, man braucht keine Beize oder ähnlichen Krempel und das ganze geht auch kalt. Was ein entscheidendes Kriterium war, denn 20-Liter-Töpfe besitze ich nicht. Und auch keinen Platz, welche unterzubringen.

Also bin ich am letzten Sonntag mal losgeradelt. In der Umgebung des Nachbardorfs gibt es eine Stelle mit relativ vielen Walnussbäumen, da müsste man doch – ja. Theoretisch schon. Nur leider war ich etwa einen Monat zu spät dran, die Bäume waren kahl. Aber da normale Menschen ja eher die Nüsse sammeln und nicht deren grünen Schalen, ließen sich die dann doch noch finden, wenn auch recht mühsam. Denn inzwischen waren sie nicht mehr grün, sondern in einem Zustand, für den „braun und matschig“ noch fast beschönigend ist. Aber ich hatte überhaupt eine Grundlage und war glücklich.

Zuhause hab ich die Schalen - ein knappes Kilo, wenn ich mich richtig erinnere - dann in heißes Wasser gelegt und etwa zwei Tage stehen gelassen.

Im Anschluss daran sieht der entstandene Sud etwa aus wie Espresso:

Also die Schalen rausgefischt, heißes Wasser dazu, bis genug Flüssigkeit da ist, sämtlichen Stoff einzulegen, Stoff rein. Und drei Tage warten. Hatte ich irgendwo so gelesen und hab mich mal dran gehalten.
Nach drei Tagen – also gestern Abend – hab ich den Stoff dann rausgenommen, trocknen lassen und dann nochmal ausgespült. Beim ersten Trocknen sah er so aus:

Inzwischen bin ich mir ziemlich sicher, dass ich das auch hätte vereinfachen können, weil der erste Trockenprozess hauptsächlich dazu dient, Dinge ™ oxidieren zu lassen, damit die Färbung braun wird und nicht grün. Weil man ja eigentlich mit grünen Schalen färbt. Aber da meine schon braun waren – ja. Gemacht hab ich’s halt trotzdem.

Heute morgen war der Stoff dann zum zweiten Mal getrocknet und sah… nicht besonders braun aus. Ich hab ihn fürs Foto mal neben das Ausgangsmaterial gepackt:

Und noch zum Vergleich: Ausgangsmaterial – gefärbter Stoff – schokobrauner Wollstoff, den ich noch liegen hatte.
Fazit: Eine Färbung, die Zeit in Anspruch nimmt, aber nicht besonders aufwändig ist. Die Ergiebigkeit ist allerdings nicht besonders hoch. Ich hätte sie sicherlich steigern können, wenn ich
a) grüne Schalen genommen hätte, sprich: rechtzeitig auf die Idee gekommen wäre,
b) die Schalen beim rausfischen noch „ausgewrungen“ hätte und
c) den Sud in einem großen Topf aufgekocht und über mehrere Stunden heiß gehalten hätte.

Ja nu. Beim nächsten Mal bin ich schlauer. Wenn ich denn tatsächlich noch mal so einen Anfall von Irrsinn habe. *fuchtel* Und jetzt entschuldigt mich, ich muss die Küche putzen und Kürbissuppe kochen. (Und danach wahrscheinlich noch mal pu- äh, ja.)

03.11.08

"Lies doch mal das Buch hier über Zeitmanagement." - "Seh ich aus, als hätte ich Zeit dazu?"

Deh. Wieso sagt einem niemand, dass die Animationen von direkt hochgeladenen Bildchen nicht funktionieren, und ich sie über Photobucket hochladen sollte? *letzten Eintrag editier*



Äh ja. Ich wünsche ein schönes Halloween / Samhain / Allerheiligen / Allerseelen / Reformationstag gehabt zu haben.



Und ich möchte verkünden, dass meine Zeitplanung derzeit irgendwie … suboptimal ist. Ich hab da ja so ein paar Nähprojekte liegen, nech? Die sollten eigentlich etwa bis Ende des Monats fertig werden. Und mein Grundsatz lautet derzeit: Nähen nur abends, damit ich tagsüber was für die Magisterarbeit tue. Prinzipiell ein guter Plan. Nur sahen die Abende in der letzten Woche so aus:

Montag: Sport
Dienstag: Treffen mit der Erasmus-Gruppe
Mittwoch: Treffen mit A.
Donnerstag: Chorprobe
Freitag: Treffen mit F.

Und diese Woche so:

Montag: Kolloquium
Dienstag: Treffen mit F.
Mittwoch: Mitarbeiter-Konferenz
Donnerstag: Chorprobe
Freitag: irgendwas kommt bestimmt auch da noch, im Zweifelsfall Sport

Jau. Sieht irgendwer das Problem? Dazu kommt, das das Genähe, zu dem ich mich gestern Abend aufgerafft habe, nix geworden ist, weil ich Das Verflixte Band (tm) zu locker angenäht habe und es jetzt Falten wirft. Deeeeeeeh. Meine Motivation, etwa einen Meter Handnaht wieder aufzupulen und neu zu sticheln, liegt gerade bei minus dreihundert, so in etwa. Na, vielleicht wächst die ja bis heute Abend nachm Kolloquium noch wieder.