25.08.08

Schatz! Schuhe! :D

Es begann damit, dass mir heute Morgen im Bad beide Glühbirnen synchron durchbrannten. Mit einem durchaus beachtlichen Lichtblitz und ebensolchem Knall. Ich war schlagartig wach, jubilierte kurz () und duschte dann halt im Halb- bis Dreivierteldunkel. Und irgendwann so nach dem Mittagessen machte ich mich dann mal auf in Richtung Stadt, um Glühbirnen zu kaufen. Im ersten Laden waren sie gerade aus (Murphy…), aber hey, im zweiten Laden wurde ich fündig. Ich zog weiter in die Fußgängerzone, weil: Wo ich schon mal da bin, kann ich ja gleich Hausschuhe besorgen, weil meine alten auseinander fallen. Gesagt, getan, schnell welche gefunden. Und dann bin ich aus Jux und Dollerei weiter durch die Fußgängerzone und durch einen Schuhladen nach dem nächsten. Abgewechselt mit ein paar Klamottenläden, aber tatsächlich vor allem Schuhgeschäfte. Hach, haben die teilweise tolle Schuhe. Und sogar bequeme. Hach.

Nur blöd, dass ich heute keine Shopping-Tour geplant hatte und deshalb nicht genug Geld dabei. Also muss ich demnächst noch mal los und hab eigentlich nur Zeit verschwendet. Aber toll war’s. Und ganz nebenbei hab ich noch einen schönen, schlichten Kerzenhalter gefunden, nachdem ich ewig lange nach so was gesucht hatte. Wo bin ich jetzt drüber gestolpert? Im Weltladen. Ich sollte da öfter vorbei schauen.

Aber irgendwie war das heute Nachmittag schon seltsam. Ich im Schuhladen-Rausch. Das passiert … einmal alle zehn Jahre? Und dann fang ich auch noch an, Marken zu mögen, bei denen ich früher schreiend davon gelaufen wäre. Ecco (die haben erstaunlich moderne Sachen dabei ), Rieker Antistress, Josef Seibel (die sind toll! Also irgendwie sehen sie halt … alternativ aus. Aber toll. Guckt mal: Squeee! ). Haja. … Sagt mal, hat irgendwer mir was in den Cappuccino gemischt? Das ist doch nicht normal…

Nebenbei: Inzwischen hab ich die Glühbirnen eingeschraubt und immer noch kein Licht. Arghs. Mein Verdacht fällt auf die Sicherung. Werd ich morgen halt mal den Hausmeister beehren, damit der sich drum kümmert. Selber darf man ja hier nix.

21.08.08

"Hast du eigentlich noch nen Koran, den wir aufs Armaturenbrett legen könnten?"

Bevor wieder jemand drängeln muss.

Ich bin wieder im Trierischen Zuhause angekommen, nach einem wunderbaren Rest Ferien. *zusammenfass* Das Kleid ist mittlerweile fast fertig, Fotos folgen irgendwann mal, wenn es ganz fertig ist.

Und so als nettes Sahnehäubchen zum Ferienende war ich letztes Wochenende dann mal wieder bei Stina, zwecks Geburtstagsnachfeier und Mittelaltermarkt (na, wer ahnte das?). Ein sehr grandioses und -haltiges Wochenende. Es begann damit, dass ich mich am Freitag um neun Uhr morgens bei Elterns ins Auto schwang und kurz vor neun Uhr abends bei Stina wieder aus selbigem kletterte. Mit einigen Pausen zwischendurch auf Raststätten (menschlichen Bedürfnissen nachgehen), in Luxemburg (tanken) und im Trierer Zuhause (anderen menschlichen Bedürfnissen nachgehen (duschen!!!), Dinge aus dem Auto raus- und andere wieder reinwerfen und dem Geschenk den letzten Schliff geben).

Irgendwann war ich dann jedenfalls da, natürlich als letzte, man hat ja einen Ruf zu verlieren, und schlug mir dann erstmal den Bauch mit abartig leckeren Grilldingen voll, nachdem wir Stina noch schnell ein paar Blümchen und Ugly-Smilies beschert hatten. Lady und Centi überredeten mich währenddessen, doch am übernächsten Wochenende zum Abhängen in Gewandung auf die Burg Veldenz zu kommen, und ansonsten entwickelten sich … nette Gespräche.
Stinavater: „Damals beim Bund … blablub … Stellungswechsel…“
User kichern und murmeln das letzte Wort vor sich hin.
Stinavater: „Was ihr wieder denkt. Damals gab’s noch keine Frauen beim Bund.“
User gucken sich einen kurzen Moment mit diesem „Denkt ihr, was ich denke?“-Blick an, dann synchron und prustend: „Das macht es jetzt nicht besonders besser.“

Der Rest des Abends verging mit Schwanz- Mietenvergleichen, dumpfem Ins-Feuer-Starren (*grunz*) und dem Anschmachten der Katzen.

Am nächsten Tag brachen wir dann gegen Mittag auf gen Kaiserslautern, um den dortigen Mittelaltermarkt zu frequentieren. Stina war vorher schon mal da gewesen und hatte sich noch mal die Anfahrtsskizze angeguckt, so weit, so schön. Wir fahren bis Kaiserslautern, runter von der Autobahn, richtige Abfahrt – keine Ausschilderung. Wir kurven eine Weile ziellos durch Kaiserslautern, bis: „Fahr mal auf den nächsten Parkplatz“. Joah. Bevor ein Parkplatz kommt, sind wir plötzlich wieder auf der Autobahn. Womit der zweite Teil meines Rufs auch gewahrt wäre. Aki, der das Auto hinter mir steuert, hält uns inzwischen wahrscheinlich für völlig übergeschnappt, aber was soll’s. Nächste Abfahrt wieder runter. Kaiserslautern-Einsiedlerhof. Nach wenigen Minuten wissen wir, warum sie so heißt. Bäuerliche Idylle weit und breit. Und eine Ausschilderung nach Ramstein. „Fahr mal da lang, das müsste richtig sein.“ Ich tue wie mir geheißen. Plötzlich: „Aaaaaah, Ramstein heißt hier doch die Militärbasis Ramstein!“ Die in diesem Moment vor uns auftaucht, samt Wachposten. Zur Erinnerung: Wir sind ein Konvoi aus zwei Autos mit gewandeten Irren, ein Teil der weiblichen Insassen inklusive meinereiner mit züchtigem Kopftuch. Etwa zwanzig Meter vor der Einfahrt der Militärbasis fahre ich hektisch rechts ran und mache einen U-Turn, begleitet vom Sperrfeuer der Amis hysterischen Gekicher meiner Beifahrerinnen.

Um es kurz zu machen: Mit etwa einer Stunde Verspätung kamen wir schließlich doch noch auf dem Markt an und er war – riesig. Tolle Stände, grandiose Show (Burgbelagerung! Reißt sie in Stücke!) und gut aussehende Ritter. Und Odin-Brüller direkt neben uns. Die weniger gut aussahen, dafür aber sehr unterhaltsam waren. *g* Wir schmachten Dinge und Ritter an, verfluchen Bauchtänzer-Gruppen und liegen faul in der Sonne. Und als die irgendwann untergeht, finden wir den Rückweg sogar auf Anhieb. Hah. (Ein Hoch auf Akis Navi. Warum sind wir eigentlich nicht gleich auf diese Idee – na, egal.)

Der Rest des Wochenendes lässt sich mit „viel leckeres Essen, tolle Gespräche und wenig Schlaf“ recht treffend zusammenfassen. Eigentlich müsste man so was öfter machen. … Farm of Love? Jetzt? Pretty please?

Zum Abschluss für alle, die bis hierhin durchgehalten haben, noch ein Gruppenfoto von dem irren Haufen. Hinten Stina, Lady und ich, vorne Centi und Nimiel. Huld und Dank fürs Foto gehen an Aki.


04.08.08

Verwebt und zugenäht

„Du hast so lange nicht gebloggt“, sagt C.
„Stimmt“, sag ich zerknirscht, „schon über nen Monat. Ich weiß.“
„Ich warte immer auf Beiträge“, sagt C., „Und dann sind nie welche da.“
„Aber“, sage ich mit hörbarem *fuchtel* in der Stimme. „Erst war Uni-Bürokratie-Stress und ich war mit den Nerven fertig – und seit das vorbei ist, passiert einfach nichts mehr.“
„Na und“, sagt C., „dann bloggst du halt darüber, das nichts passiert.“
Und deswegen tu ich das jetzt.

Aber einen Einzeiler-Eintrag zu machen à la „Ich leb noch, aber es passiert nix“, das ist mit meiner Blogger-Ehre nicht vereinbar. Also ein bisschen präziser muss man da schon werden. Und es ist ja genau genommen auch gar nicht so, dass überhaupt gar nichts mehr passiert. Nur nichts, das wirklich einen Blog-Eintrag rechtfertigt – jedenfalls nicht im Moment, denn im Moment bin ich bei Elterns zu Besuch und da bin ich immer notorisch schreibfaul. Da müssen Dinge schon wirklich spannend sein, damit ich drüber blogge. Aber die letzten Tage waren ja gerade ent-spannend.

Teilweise waren sie geradezu meditativ. Ich hab nämlich mal wieder gebrettchenwebt brettchengewebt mich dem Brettchenweben gewidmet. Ein neuer Gürtel für die Gewandung musste her, weil der alte ja zu kurz war und überhaupt. Jetzt hab ich nen neuen, er ist lang und hat ein tolles Rankenmuster.

Ansonsten lautet die Lektion der letzten drei Tage: Kein Webfehler ist so deppert, dass ich ihn nicht irgendwann im Laufe eines Gürtels mache. Weder das Überspringen oder doppelte Weben ganzer Zeilen, noch das falsche Drehen einzelner Brettchen noch das Destillat der Dumheit (sic), nämlich alle Brettchen richtig zu drehen und dann vergessen, vor der nächsten Zeile den Schussfaden durchzuziehen. :doh:

Aber jetzt bin ich ja wie gesagt fertig und kann mich dem nächsten Projekt widmen. Auf meinem Bett liegt nämlich gerade wundervoller Blümchenstoff, der darauf wartet, zu einem Empirekleid* verarbeitet zu werden. Man darf gespannt sein.


* Eine Umfrage im Forum meines Vertrauens ergab übrigens, dass die Mehrheit der User das Wort englisch ausspricht (18 zu 13). Die Wikipedia-Herleitung des Wortes legt allerdings nahe, dass die französische richtig ist. Hah. [/nutzloses Wissen]