30.04.08

Happy Beltane!

Ich wünsche euch *Luft hol* ein frohes Beltane / Walpurgis, einen schönen Tag der Arbeit, gesegnete Himmelfahrt, einen netten Vatertag oder einfach nen tollen freien Tag. Sucht euch was aus. *g*


Ich war gerade an meinem Lieblingsplatz im Olewiger Tal und hab die Dämmerung genossen. Jetzt fallen mir zwar bald die Beine ab, weil zweieinhalb Stunden Sport plus ein Spaziergang inklusive Steigung sich halt bemerkbar machen, aber das war's definitiv wert. Und auf dem Hinweg hab ich noch einen Waldkauz mit Jungen ganz aus der Nähe gesehen. Soooo niedlich! Da muss ich demnächst unbedingt noch mal mit Kamera um die Uhrzeit vorbei.

27.04.08

Irrwege in der Eifel

Stimmung: Frühlingshaft-Fröhlich
Musik: Schandmaul: Walpurgisnacht

Mal wieder ein Ausflugs-Bericht. Weil die anderen Themen, über die ich noch bloggen wollte, Denken erfordern würden. Und dazu bin ich grad zu faul. *g*

Also: Ich war mal wieder wandern. Gestern. Mit Andy. Schon wieder in der Eifel. Allerdings etwas weiter östlich als beim letzten Mal. Genau gesagt, ging es diesmal ins Butzerbachtal. Das hatte ich im Jahre 1 vor Lancaster schon mal alleine und mit Elterns durchstreift und für hochgradig toll befunden. Und deshalb stand jetzt die Erkundung des restlichen Teils an. Was uns nicht davon abhielt, den mir bereits bekannten Teil auch noch mal abzuwandern.

Wir starteten somit auf dem Parkplatz unterhalb der Burg Ramstein. Den hatten wir noch ohne größere Schwierigkeiten erreicht. Also, wenn man mal davon absieht, dass wir auf dem letzten Stück gezwungen wurden, eine gefühlte Ewigkeit rückwärts bis zur nächsten Ausweichbucht zu fahren. Obwohl der Mensch, der uns entgegen kam, nur geschätzte 20 Meter hätte rückwärts fahren müssen, um uns vorbei zu lassen. Fies oder dum?

Aber gut, wir waren ja dann doch am Parkplatz und es ging los, den Berg rauf zur Burgruine. Klein und relativ verfallen, aber trotzdem toll. Wie auch nicht, schließlich ist es eine Burg, ne?





Da drüben auf dem Felsvorsprung namens Geyersley wollen wir wenig später stehen und zur Burg rübergucken. Deshalb geht es jetzt weiter. Ich entdecke seltsame Pflanzen und Idylle und wandere fröhlich vor mich hin - bis wir plötzlich an einem Schild stehen, dass uns nach oben zur Klausenhöhle schickt. Äh. Moment. Die Höhle sollte zum einen *nach* der Geyersley kommen und zum anderen *unter* uns liegen. Meep? Offenbar hab ich also schon nach wenigen Minuten die Karte zum ersten Mal falsch gelesen. Yay me. Immerhin sind wir nicht völlig falsch, sondern haben nur die Reihenfolge etwas abgeändert. Also rauf zur Höhle. Rauf rauf rauf, immer schön die Treppen rauf - eine ewige Konstante des Konzepts "wandern mit Anna Lena". Kurz die Höhle erkundet, dann weiter zur Geyersley und rübergeknipst zur Burg, siehe oben. Und dann weiter.

Wir besichtigen ohne größere Irrwege eine weitere Höhle und die "Hochburg", einen Felsvorsprung, auf dem angeblich mal eine keltische Fliehburg stand. Ahja. Aussicht bietet sich leider nicht, und auch die Ausschilderung beginnt zunehmend dürftig zu werden. Schließlich stehen wir auf einer Kreuzung am Waldrand. Schilder? Wozu Schilder? Wir studieren Sonnenstand, Umgebung und meine untaugliche, weil viel zu grobe, Umgebungskarte. Sowie den ebenfalls ziemlich untauglichen Wanderweg-Flyer. Die Lage wird nicht wirklich eindeutiger. Ich verfluche die unzureichende Ausschilderung, das Nichtvorhandensein einer anständigen Wanderkarte sowie die fortgeschrittene Uhrzeit, sehe dann aber ein, dass das nicht weiterhilft. Nach langem Hin- und Hergerenne, der Erkletterung eines Hochsitzes sowie diversen Debatten im Tonfall von "Wohin jetzt?" - "Weiß ich doch auch nicht!" entscheiden wir uns für eine Richtung, die uns zunächst ... auf einem Trampelpfad an einem frisch gegüllten Feld entlang führt. Ürgs. Dann allerdings an den Rand der Zivilisation in Form von Butzweiler, wo hilfsbereite Dorfjugend uns den Weg zum örtlichen Wanderparkplatz weist.

Wanderparkplatz! Umgebungskarte! Es ist immer wieder großartig, wie derartig profane Dinge zu einem Stimmungsumschwung von "alles scheiße" auf "alles super" in ca. drei Sekunden führen können. Ich werfe einen Blick auf die Karte, analysiere kurz, wo wir soeben langgelaufen sind und wo wir eigentlich hätten langlaufen sollen - und komme zu dem Ergebnis: "Das war eine Abkürzung!" (Erkennt jemand ein Filmzitat? - Nerds!)

Und tatsächlich: Kurze Zeit später stehen wir an den Wasserfällen des Butzerbachs, die unsere letzte Etappe begleiten sollen. Thiiiiii! Natur! Idylle! Aragorn-und-Arwen-Brücke! Hängebrücken! Wasserfälle! Hach.

Schöner kann man eine Wanderung nicht abschließen. *strahl*

Einen schönen Start in die Woche wünsch ich euch und hoffe, ihr hattet auch ein schönes Wochenende!

20.04.08

Das Wort zum Sonntag


Im Stern der letzten Woche fand ich gerade ein Interview mit Prof. Dr. Harald Welzer, der ein Buch über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf internationale Beziehungen und Konflikte geschrieben hat. Teilweise erinnert er mich im Interview an eine gewisse Dozentin aus Lancaster, manchmal möchte man je nach Temperament den Kopf schütteln oder dem Herrn an die Gurgel gehen, aber andere Teile sind schlicht großartig. Da der Text leider nicht online zugänglich ist, kann ich euch keinen Link anbieten, sondern werfe nur ein längeres Zitat in den Raum, Hervorhebung und Text in eckigen Klammern von mir:

"Ich kann eines nicht begreifen: Wieso wird eigentlich nicht ernsthaft diskutiert, dass rein logisch betrachtet ein System, das auf Wachstum basiert, in einer begrenzten Welt keine Zukunft hat? Das ist doch ein so ausgesprochen schlichter Gedanke. Unser Lebensstandard ist global nicht lebbar. Es ist auch gar nicht wünschenswert, dass der überall erreicht wird, weil er zu viel kostet an Überlebensressourcen. Das geht nicht. Man versenkt die Überlebenschancen künftiger Generationen, nur damit auf der Ebene des Lebensstandards Gerechtigkeit erreicht wird.

Klar, die Inder und Chinesen sagen nun: Ihr habt es leicht, Ihr habt ja alles. Aber da müssen wir ganz anders antworten: Erstens sind Geländewagen und Großbildfernseher nicht sinnstiftend und werden es auch nicht dadurch, dass wir sie haben. Historische Fehler werden nicht richtig dadurch, dass andere sie wiederholen. Wir sind es, die den Konsum zurückfahren müssen. Das reicht aber nicht. Wir müssen vor allem etwas abgeben. Warum geben wir nicht das akutellste Know-how in die Dritte Welt, damit die zum Beispiel von vornherein viel effizienter energie produzieren? Warum liefern wir nicht Infrastrukturen mit dem höchsten technologischen Standard, von der Energieerzeugung bis zur Straßenbeleuchtung, kostenlos nach Afrika? [Weil Unternehmen keine barmherzigen Samariter sind, that's why.] Warum denn nicht in diese Richtung denken? Die sollen nicht aufschließen. Wir müssen runter. Aber mit Intelligenz."

Hach. Ich geh dann mal weiter Wolkenkuckucksheime bauen.

07.04.08

Emo-Anfall


Meh. Alles doof. Irgendwie bin ich seit gestern Nachmittag völlig grundlos emo, was total untypisch für mich ist. Ich glaube, die Ferien sind schuld. Und die letzten Wochenenden.

Es ist nämlich so: Eigentlich bin ich sehr froh, alleine zu wohnen. Ich bin schon immer eher Einzelgänger gewesen. Schon als Kind war ich nie diejenige mit einer Horde tobender Leute im Garten, sondern mit ein paar engen Freunden. Und bis heute brauche ich viel Zeit für mich und habe häufig Tage, an denen ich niemanden vor der Tür stehen haben will. Irgendwie bin ich da wohl ein bisschen ein Oger. *g*

Aber manchmal, da kommen halt diese Momente. Zum Beispiel, wenn ich drei Wochen bei Elterns war und dann noch zwei großartige Wochenenden im Gesellschaft von noch großartigeren Menschen verbracht habe. Dann komme ich nach all dieser Großartigkeit wieder nach Hause und denke, dass es doch schön wäre. Wenn jetzt jemand da wäre und mich begrüßen würde. Wenn ich mich zu Menschen an den WG-Küchentisch setzen und Ferienerlebnisse erzählen könnte. Wenn halt.

Ich sage immer, ich wäre nicht WG-tauglich. Weil ich eher Einzelgänger bin, weil mein Bedarf an siffigen Kühlschränken nach Lancaster mehr als gedeckt ist und weil ich einfach zu ordentlich und pingelig in vielen Dingen bin. Aber manchmal denke ich halt, es wäre toll, gemeinsam zu kochen, über die Uni zu schimpfen, Putzpläne aufzustellen und über ihre Einhaltung zu streiten, Leute zum Reden zu haben und "Alles meins"-Post-Its auf den Lieblingsjoghurt zu kleben.

Wahrscheinlich würde ich nach zwei Wochen türenknallend wieder ausziehen, aber manchmal bedaure ich, dass ich es nicht einfach mal habe drauf ankommen lassen.

So, und jetzt fahre ich hoch an die Uni, treffe Menschen und höre endlich wieder auf, rumzujammern. Kann ja wohl nicht angehen.

01.04.08

Tanzen ist Poesie mit den Füßen

Himmel, was für ein Wochenende! Großartig. Sowas von großartig. Hach. Historisches Getanze inmitten von Leuten, die genau so freakig sind wie ich. Oder, wie irgendjemand meinte, als er / sie aus dem Auto stieg: Endlich wieder normale Menschen. *g*

Vor dem Squee-haltigen Bericht noch kurz eine Randbemerkung zum neuen Auto: Es hat sich wacker geschlagen und das mit dem Anfahren lerne ich auch langsam. Morgen kommt es trotzdem wegen ein bisschen Kleinkram in die Werkstatt, aber die Fahrt verlief super. Jedenfalls von Seiten des Autos. Dafür, dass die Menschen am Südrand des Harzes unfähig sind, ihre Käffer vernünftig auszuschildern, kann Ingo ja nix. (Pretty please, folks: Wenigstens im Nachbarkaff wäre ein Hinweis à la "Hier lang nach Großlohra" ziemlich hilfreich, damit man nicht ne halbe Stunde in Schleifen um den Ort fährt.)

Naja, irgendwann war die Burg Lohra dann jedenfalls gefunden und ich kam mehr oder minder automatisch vor einem Haufen gewandeter Herren zum Stehen. Moment. Herren? Wir haben nur vier Herren in der Gruppe, von denen ich einen erkennen würde. Es stellte sich dann heraus, dass dieses Grüppchen zu einem Haufen LARPer gehörte, mit denen wir uns die Burg teilten. Worüber die LARPer zunächst nicht besonders glücklich waren, weil sie die Burg eigentlich für sich allein gemietet hatten. Aber das hatte die Burgleitung offenbar verschlampt. Tja, Glück für uns. Kurze Zeit später lief ich dann auch schon meinen Mädels in die Arme, man verfiel in altbekannte Sprechmuster ("Ich habe Dinge mitgebracht." - "Wheee, Dinge! Dingedinge?" - "Jepp, Dingedinge.") und disste gemeinschaftlich die Unterkunft. Ein Haus, abseits von den ganz alten Burggemäuern, aber auch nicht mehr wirklich taufrisch, mit uneinladender Einrichtung, ekelhaft durchgelegenen Betten und siffiger Küche. Aber fürs Essen hatten wir zum Glück eh nen Lieferservice, damit man nicht den halben Tag in der Küche steht, statt zu tanzen.

Letzteres taten wir dann zwei Tage lang sehr ausgiebig. Allein schon, um warm zu werden. Denn während in der Unterkunft die Heizung nur schlecht funktionierte, gab es im Tanzsaal (sprich: Kornspeicher) gleich gar keine. Okay, fairerweise sollte man hinzufügen, dass für uns eigentlich ein anderer Raum vorgesehen war und der beheizbar gewesen wäre. Allerdings auch zu klein und mit Betonboden. Und da die LARPer uns inzwischen als gleichgesinnte (und zum großen Teil gewandete) Menschen erkannten, boten sie uns kurzerhand an, doch den Kornspeicher im Burghof zu benutzen. Und abends mal in der Taverne vorbei zu schauen und so. Thiii!

Vor eventüllen Tavernen-Aktivitäten stand aber wie gesagt erstmal tanzen auf dem Programm. Hach, toll. Die Musik. Die Leute. Die Tänze. Meine Vorkenntnisse beschränkten sich ja so ungefähr auf die Lage meiner Füße, aber Bella hat das alles so toll erklärt - einfach super. Und zur Not hat man ja Tanzpartner, die hinter einem stehen und "hiiieerher" schreien, wenn man in die falsche Richtung läuft. *g* Und so verging der erste Abend und der zweite Tag, und es war immer noch kalt und immer noch super. *zusammenfass* Zwischendurch spielten wir holde Burgfräuleins und feuerten die LARP-Ritter an, die zu unseren Füßen im Burghof kämpften. Mit nicht wirklich holden Rufen ("Reißt sie in Stücke!"), aber wir hatten unseren Spaß. Um so mehr, als die LARPer dann abends unsere Gegeneinladung annahmen und zum Tanzen kamen. Plötzlich waren wir ca. 60 Leute statt etwa 30 - und das Geschlechterverhältnis war beinahe ausgeglichen. Wheee! Chappeloise in so einer großen Runde ist einfach nur eins: grandios. Alle anderen Tänze aber auch. Allein die Erinnerung an den armen Kerl in Rüstung, der plötzlich durch eine Gasse von ca. 30 Paaren galoppieren musste... *schepperkloink*

Auf dem Rückweg zur Unterkunft schwankten wir zwischen "Brrrrrrrr, KALT!" und "Guck mal die Sterne!" Anschließend versuchten wir unser Glück in der Taverne, die allerdings völlig überfüllt war, woraufhin wir mit einer Gruppe LARPer in den Rittersaal weiterzogen. Da machte der Atem dann zwar wieder Dampfwölkchen, aber hey, man hatte ja inzwischen gelernt, sich passend zu kleiden. Sprich: Jeans und Langarm-Shirt, Unterkleid, Überkleid, Umhang und Schal. So ließ sich auch dieser Abend mehr als gut aushalten und wir hatten unseren Spaß mit leckeren Getränken, netten Menschen und eindeutig nicht jugendfreien Liedern. Die Zeitumstellung raubte uns eine weitere Stunde Schlaf, aber wozu gibt es schließlich schokolierte Kaffeebohnen. Und Tänze. Dabei kann man gar nicht müde sein.

Am nächsten Morgen wurde dann noch mal die Wunschliste durchgetanzt, es wurden CDs mit der Musik verteilt (ratet, was seitdem in Dauerschleife läuft) und nach dem Mittagessen begann dann langsam der Aufbruch. Zurück ins Warme! Es folgten eine lange, aber sehr unterhaltsame Fahrt mit Petra und das Nachholen von Schlaf. Sowie natürlich das obligatorische "Ich will eine Wiederholung. Jetzt. Sofort."-Gefühl. Im Moment wird gerade November angepeilt. Und die LARPer haben angemeldet, sie wären gerne wieder dabei. Tihi. So kann's gehen. Von "Oh Mist, ne zweite Gruppe!" auf "Können wir zum nächsten Treffen kommen?" in einem Wochenende. Die Grüne Hölle kriegt sie alle. *g*